Zum Inhalt springen

Gerlinde Haid

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Gerlinde Haid (geborene Hofer; * 19. April 1943 in Bad Aussee; † 29. November 2012 in Innsbruck[1]) war eine österreichische Volksmusikforscherin.

Haid besuchte die Volksschule in Bad Aussee sowie das Bundesrealgymnasium Schloss Traunsee und maturierte 1961. Anschließend studierte sie Musikerziehung und Germanistik an der UniversitĂ€t Wien.[2] 1965 legte sie die LehramtsprĂŒfung ab und erwarb den Titel Magistra der Philosophie. Von 1966 bis 1976 war sie wissenschaftliche Hilfskraft beziehungsweise Assistentin am Institut fĂŒr Volksmusikforschung an der Hochschule fĂŒr Musik und darstellende Kunst in Wien. Daneben absolvierte sie ein Studium der Volkskunde sowie Musikwissenschaft an der UniversitĂ€t Wien und wurde 1976 zur Doktorin der Philosophie promoviert.[3]

Von 1975 bis 1989 war sie GeneralsekretĂ€rin des Österreichischen Volksliedwerkes und anschließend Hochschulassistentin am Institut fĂŒr Musikalische Volkskunde der Hochschule fĂŒr Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“, Expositur Innsbruck.[3] Von 1994 bis zur Emeritierung im Jahr 2011 war sie ordentliche Professorin fĂŒr Geschichte und Theorie der Volksmusik an der Hochschule (ab 1998 UniversitĂ€t) fĂŒr Musik und darstellende Kunst in Wien. Ihr Hauptforschungsgebiet war Volksmusik der Alpen.[4]

Haid war Herausgeberin der Reihe „Schriften zur Volksmusik“, die Walter Deutsch 1970 begrĂŒndete und die zu den fundiertesten Publikationen des Faches in Österreich gehören.[5] Sie verfasste auch zahlreiche Artikel zum musikalischen Brauchtum und zu VolkstĂ€nzen fĂŒr das Oesterreichische Musiklexikon.

Haid war mit dem Tiroler Volkskundler und Mundartdichter Hans Haid verheiratet.[6]

2003 wurde ihr vom BundesprĂ€sidenten das Ehrenkreuz fĂŒr Wissenschaft und Kunst I. Klasse ĂŒberreicht.[6] Im Jahr 2010 erhielt sie den Walter Deutsch-Staatspreis,[6] der vom Bundesministerium fĂŒr Wissenschaft und Forschung alle zwei Jahre in Anerkennung besonderer Leistungen auf dem Gebiet der Volksmusikforschung verliehen wird.

  • mit Hartmann Goertz: Die schönsten Lieder Österreichs. Verlag Carl Ueberreuter, Wien/Heidelberg 1979, ISBN 3-8000-3153-1.
  • Tanzbeschreibungen, Tanzforschung. Gesammelte Volkstanzstudien. Mit Ilka Peter, Karl Horak, Gerald Riedler. Österreichisches Volksliedwerk / Österreichischer Bundesverlag, Wien 1983.
  1. ↑ Klocker Bestattung: Todesanzeige; abgerufen am 30. Nov. 2012
  2. ↑ UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst Wien: Dr. Gerlinde Haid (Memento vom 18. September 2013 im Internet Archive); abgerufen am 20. Nov. 2012
  3. 1 2 Karl-Franzens-UniversitĂ€t Graz: Gerlinde Haid (Memento des Originals vom 13. Februar 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 30. Nov. 2012
  4. ↑ Barbara Boisits: Haid (geb. Hofer), Gerlinde. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2003, ISBN 3-7001-3044-9.
  5. ↑ UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst: Gerlinde Haid mit Walter-Deutsch-Preis ausgezeichnet (Memento des Originals vom 2. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; abgerufen am 30. Nov. 2012
  6. 1 2 3 ORF-Online: Trauer um Gerlinde Haid; abgerufen am 30. Nov. 2012