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HSL 3

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HSL 3
HSL 3 bei Walhorn
HSL 3 bei Walhorn
Streckenverlauf
Lage und Verlauf der HSL 3
StreckenlÀnge:36 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:25 kV 50 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:260 km/h
Zweigleisigkeit:durchgehend
Strecke
von Aachen
Haltepunkt / Haltestelle
Hergenrath
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Göhl, HammerbrĂŒcke (220 m)
Abzweig geradeaus und nach rechts
36,1 HammerbrĂŒcke nach LiĂšge (Altstrecke) (s. u.),
Abzweigstelle, Beginn der HSL 3
BrĂŒcke
EisenbahnbrĂŒcke Hauset
Tunnel
Tunnel von Walhorn (1000 m)
Kreuzung geradeaus unten
Welkenraedt–Raeren
Kreuzung geradeaus oben
RuyfftalbrĂŒcke (264 m), LiĂšge–Aachen (Altstrecke)
Überleitstelle / Spurwechsel
BrĂŒcke
Viadukt Battice (1232 m)
BrĂŒcke
TalbrĂŒcke Herve (505 m)
BrĂŒcke
TalbrĂŒcke JosĂ© (421 m)
Tunnel
Tunnel Voie des Maçon (577 m)
Tunnel
Tunnel von Soumagne (6505 m)
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Weser (Vesdre)
Abzweig geradeaus und von links
von Hergenrath (Altstrecke)
Bahnhof
0 ChĂȘnĂ©e
Strecke
nach LiĂšge

Quellen: [1]

Die HSL 3 (niederlĂ€ndisch: Hogesnelheidslijn 3, französisch: LGV 3 bzw. Ligne Ă  grande vitesse 3) ist eine 36,1 km lange belgische Schnellfahrstrecke, die von ChĂȘnĂ©e bis zur HammerbrĂŒcke (Hergenrath) verlĂ€uft. Die Strecke ist Teil der Schnellfahrstrecke Paris–BrĂŒssel–Köln.

Streckenbeschreibung

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Vom Bahnhof LiĂšge-Guillemins bis ChĂȘnĂ©e nutzen ĂŒber die Neubaustrecke HSL 3 fahrende ZĂŒge auf einer LĂ€nge von 4 km zunĂ€chst die alte Bahnstrecke LiĂšge–Aachen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Im Bahnhof ChĂȘnĂ©e beginnt dann die Neubaustrecke und es folgt kurz nach einer Querung der Weser der topographisch bedingte Tunnel von Soumagne. Dieser ist mit 6530 m der lĂ€ngste Eisenbahntunnel Belgiens. Daneben weist die Strecke noch neun weitere Tunnel auf, die zwischen wenigen Dutzend Metern und 1,2 km lang sind.

Zwischen den Ortschaften Soumagne und Herve trifft die Strecke auf die Autobahn A3 (E 40) und verlĂ€uft anschließend parallel zu ihr in VerkehrswegebĂŒndelung bis Walhorn. Hinter Walhorn endet die Neubaustrecke und geht in eine fĂŒnf Kilometer lange und mit 140 km/h befahrbare Ausbaustrecke zur belgisch-deutschen Grenze ĂŒber.[2] Die alte Strecke nach Aachen wird an der Abzweigstelle HammerbrĂŒcke bei Hauset erreicht. Die HSL 3 ist 36,1 km lang.

Zusammen mit der HSL 1 und HSL 2 bildet die Bahnstrecke die belgische Ost-West-Achse, mit AnschlĂŒssen nach Lille (und London) und Paris. Anders als auf der HSL 2 verkehren Intercity-ZĂŒge nicht ĂŒber sie, sondern nutzen weiterhin die Strecke durch das Wesertal ĂŒber Verviers und Welkenraedt.

Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf der Neubaustrecke liegt bei 260 km/h, lediglich im zweigleisigen Soumagne-Tunnel ist die Geschwindigkeit der ZĂŒge auf 200 km/h beschrĂ€nkt.[3]

Die Baukosten betrugen 830 Millionen Euro.[3]

Betrieb und Geschichte

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Hochgeschwindigkeitsnetz BeNeLux

Nach einer 1989 getroffenen Vereinbarung der am Projekt PBKA beteiligten Verkehrsminister sollte der Abschnitt BrĂŒssel–Aachen im Jahr 1998 fertiggestellt werden.[4]

Im Herbst 2000 war die LinienfĂŒhrung der Strecke jedoch noch offen. Diskutiert wurde unter anderem eine Strecke entlang der Autobahn sowie eine Durchquerung des Bahnhofs Welkenraedt. Die SNCB wollten bis zum Jahresende fĂŒr beide Trassen BauantrĂ€ge stellen. Anhand der Ergebnisse der UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungen sollte die StreckenfĂŒhrung anschließend festgelegt werden. Favorisiert wurde dabei die Autobahn-Variante in VerkehrswegebĂŒndelung mit der A3.[5]

Anfang 2001 waren die Vermessungsarbeiten abgeschlossen.[6] Der Bau der Strecke begann im gleichen Jahr.[7] FĂŒr den Tunnel der Strecke war Mitte 2002 noch eine LĂ€nge von 6,2 km geplant; mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke wurde fĂŒr 2005 gerechnet.[2]

Die Strecke wurde bautechnisch zum 15. Dezember 2007 fertiggestellt. Da die ICE- und Eurostar (ex-Thalys)-ZĂŒge zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der auf der Strecke installierten ETCS-Level-2-Sicherungstechnik ausgerĂŒstet waren, verzögerte sich die kommerzielle Inbetriebnahme.

Erst seit Juni 2009 benutzen die ICE-ZĂŒge die Strecke, die Fahrtzeit zwischen Aachen und LĂŒttich betrĂ€gt seitdem nur noch 21 Minuten statt zuvor 47 Minuten, zwischen Köln und BrĂŒssel 1 Stunde und 43 Minuten. Der Thalys befĂ€hrt die Strecke seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009; die Fahrzeit zwischen Köln und Paris hat sich hierdurch auf etwa 3 Stunden und 13 Minuten verkĂŒrzt.[8]

In Zusammenhang mit dem Streckenbau ist der LĂŒtticher Bahnhof LiĂšge-Guillemins nach EntwĂŒrfen des spanischen Architekten Santiago Calatrava umgebaut worden.

Die Strecke ist durchgĂ€ngig mit einem Schotteroberbau mit Monobloc-Betonschwellen und UIC-60-Schienen ausgerĂŒstet.[2]

Die Strecke ist in Blockabschnitte mit einer weitgehend konstanten LĂ€nge von rund 1,6 km eingeteilt. Zur Zugbeeinflussung wird ETCS (zunĂ€chst SRS 2.2.2 mit zusĂ€tzlichen Änderungen aus Subset 108[9]) verwendet. Der Betrieb mit bis zu 260 km/h erfolgt unter ETCS Level 2, als RĂŒckfallebene – fĂŒr Geschwindigkeiten bis 160 km/h – wird ETCS Level 1 mit reduzierter Blockteilung genutzt. Die Blockkennzeichen der Strecke sind teilweise mit einem Licht-Ersatzsignal ausgerĂŒstet. Die Mindestzugfolgezeiten betragen 3 Minuten unter ETCS Level 2 bzw. 6 Minuten unter ETCS Level 1. Ein Übergang von ETCS Level 2 zu ETCS Level 1 ist nach dem Anhalten des Zuges möglich.[10] Die RĂŒckfallebene Level 1 wird bei Störungen des GSM-R-Funks oder der ETCS-Zentralen (RBCs) genutzt. Auf der Strecke können gleichzeitig ZĂŒge beider Level fahren.[9]

Der GrenzĂŒbergang nach Deutschland erfolgt in TBL1+, das bis Aachen Hbf eingerichtet wurde.[11]

Die Entscheidung fĂŒr den Einsatz von ETCS auf der HSL 3 und HSL 4 fiel 1999, parallel zur Entscheidung fĂŒr den Einsatz von TBL2 auf der HSL 2.[11]

Commons: HSL 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers + Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. 1 2 3 Sven Andersen: Neu- und Ausbaustrecken fĂŒr den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2002, ISSN 1421-2811, S. 278–281.
  3. 1 2 Im ICE schneller nach Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, 2009, Heft 8–9, S. 412.
  4. ↑ JahresrĂŒckblick 1989. In: Die Bahn informiert, ZDB-ID 2003143-9, Heft 1/1990, S. 12–15.
  5. ↑ Meldung Deutsch-belgische Trassenvarianten. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2000, ISSN 1421-2811, S. 511.
  6. ↑ Meldung Baufortschritte an den belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2001, ISSN 1421-2811, S. 164 f.
  7. ↑ Meldung High-speed network completed. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 731, 2009, ISSN 0026-8356, S. 86.
  8. ↑ ICE und TGV machen Tempo gegen die Flieger. In: Handelsblatt, 18. MĂ€rz 2008
  9. 1 2 Amar Aouati: ERTMS/ETCS/GSM-R on the Belgian high speed lines L3 and L4. In: Signal + Draht. Band 99, Nr. 6, 2007, ISSN 0037-4997, S. 31–34.
  10. ↑ Jean-Jacques Gehrenbeck: Cross-border operation at 300 km/h. In: Signal + Draht. Band 99, Nr. 3, 2007, ISSN 0037-4997, S. 32–35.
  11. 1 2 An Van den Abeele, Johan Verschaeve: Zugbeeinflussung und Zugsicherung in Belgien – heute und morgen. In: Signal + Draht. Band 99, Nr. 11, 2007, ISSN 0037-4997, S. 14–18.