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Launched Coaster

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Beschleunigungsstrecke des Booster Bike im Toverland

Als Launched Coaster (dt. Katapult-Achterbahn oder Abschuss-Achterbahn) bezeichnet man eine Achterbahn, bei welcher der Zug auf einem geraden Streckenabschnitt katapultartig beschleunigt wird. Die Beschleunigungsstrecke nach dem Start ist fast immer flach; sehr selten ist sie ansteigend. Bei einigen Systemen kann die Beschleunigung sowohl aus dem Stand als auch wÀhrend der Fahrt erfolgen. Bahnen mit mehreren Beschleunigungsstrecken werden als Multi Launch Coaster bezeichnet.

Neben dem Typnamen Launched Coaster gibt es verschiedene herstellerspezifische Typenbezeichnungen. Intamin benennt seine hydraulisch beschleunigten Bahnen beispielsweise Accelerator Coaster.

Catchcar, an welchem ZĂŒge bei bestimmten Bahnen beschleunigt werden

FĂŒr den „Abschuss“ gibt es unterschiedliche Antriebsarten. Üblich sind sowohl Schwungscheiben-, Pneumatik- und Hydraulik-Antriebe als auch elektrische Traktionssysteme, wobei Letztere auf dem Prinzip des Linearmotors basieren, so wie bei Magnetschwebebahnen. Bei Antrieben auf Pneumatik-, Hydraulik- oder Schwungscheibenbasis wird ein an einem umlaufenden Stahlseil befestigter Mitnehmer (auch Catch Car oder Caddy genannt) an den Achterbahnzug eingehakt. Die Rollen, ĂŒber die das Seil lĂ€uft, werden angetrieben und so der Zug beschleunigt. Am Ende der Beschleunigungsstrecke klinkt sich der Caddy automatisch vom Zug aus. Der Mitnehmer wird abgebremst und anschließend zurĂŒck in die Startposition gezogen.

Schwungscheiben

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Zug eines Schwarzkopf Shuttle Loop (Turbine) in der Station

Die ersten Katapult-Achterbahnen wurden 1976 von Anton Schwarzkopf entwickelt. Die frĂŒhen Modelle des Shuttle Loop benutzten ein Gewicht, das fallen gelassen wurde, um den Zug zu beschleunigen. Bei spĂ€teren Anlagen wird eine tonnenschwere Schwungscheibe durch einen Motor beschleunigt. Zum Start wird die in der Scheibe gespeicherte Energie ĂŒber eine Rutschkupplung auf ein Stahlseil und damit den Caddy ĂŒbertragen.

Bei einem Launched Coaster mit elektrischer Seilwinde wird der Achterbahnzug mit Hilfe eines Seils beschleunigt, das auf einer Winde aufgewickelt wird. Die Winde wird dazu mittels eines Elektromotors angetrieben. Diese Art von Antrieb kommt hauptsĂ€chlich bei den Launched-Loop-Modellen des Herstellers Arrow Dynamics zum Einsatz. Ein weiteres Beispiel fĂŒr einen Seilwindenantrieb ist Star Wars Hyperspace Mountain im Disneyland Resort Paris – Disneyland Park.

Neben der Strecke von pneumatisch angetriebenen Bahnen verlĂ€uft ein Zylinder, durch den auch das Stahlseil verlĂ€uft. Ein Schieber im Zylinder ist gegenĂŒber dem Caddy am Stahlseil befestigt. Durch plötzlichen Druckanstieg auf der einen Seite des Schiebers wird er in die entgegengesetzte Richtung bewegt und treibt so den Zug an.

Kingda Ka mit Beschleunigungsspur

Moderne Launched Coaster verwenden als Antrieb meist ein System von Hydraulikmotoren. Hier wird eine HydraulikflĂŒssigkeit ĂŒber Pumpen in SpeicherbehĂ€lter gefördert. In weiteren DruckbehĂ€ltern wird Stickstoff stark komprimiert, die nötige Energie kann so relativ langsam und gleichmĂ€ĂŸig gespeichert werden. Beim Start drĂŒckt das komprimierte Gas das Hydrauliköl aus dem Speicher durch Leitungen auf die kreisförmig angeordneten Hydraulikmotoren. So kann sehr schnell die gesamte Energiemenge auf eine zentrale Welle ĂŒbertragen werden, die dann das Stahlseil antreibt. Bei der Weltrekordachterbahn Formula Rossa im Ferrari World Abu Dhabi erreicht der Zug mit solch einem Antrieb innerhalb von 4,9 Sekunden eine Geschwindigkeit von 240 km/h.

Zug auf der Beschleunigungsstrecke von Blue Fire Megacoaster; in Weiß die Statoren des Linearmotors

Die AbkĂŒrzung LIM steht fĂŒr „Linearer Induktionsmotor“ bzw. LSM fĂŒr „Linearer Synchronmotor“, kurz Linearmotor. Die Funktionsweise Ă€hnelt jener eines rotierenden Elektromotors, mit dem Unterschied, dass die Elektromagnete nicht rund in einem Zylinder untergebracht, sondern flach angebracht sind. Anders als bei den anderen Antrieben wird hier kein Caddy an einem Stahlseil beschleunigt, sondern entweder der Zug oder ein Mitnehmer direkt angetrieben.

Wenige Achterbahnen nutzen fĂŒr den Abschuss eine Strecke von zunehmend schneller laufenden ReibrĂ€dern.

Rollender Launch und Boost

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Im Gegensatz zu anderen Beschleunigungsarten gibt es bei LIM, LSM und ReibrĂ€dern die Möglichkeit, die ZĂŒge nicht nur aus dem Stand heraus, sondern auch wĂ€hrend der Fahrt zu beschleunigen. Wird der Zug aus einer geringen Geschwindigkeit heraus beschleunigt, spricht man von einem rollenden Launch. Wird hingegen bei höherer Geschwindigkeit beschleunigt, spricht man von einem Boost. Letztere werden hĂ€ufig mitten auf der Strecke verbaut. Beispiele fĂŒr Achterbahnen mit LSM-Boosts sind Voltron Nevera im Europa-Park oder Taron im Phantasialand.

Multipass-Launch und -Boost

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Auf manchen Achterbahnen werden die Beschleunigungsabschnitte mehrfach durchfahren. Dies kann z. B. bei Achterbahnen ohne geschlossenem Kreislauf (Shuttle Coaster), bei Achterbahnen, auf denen Weichen verbaut sind oder bei Achterbahnen, bei denen der Abschuss pendelartig erfolgt, der Fall sein. In diesem Falle spricht man von Multipass-Launches bzw. -Boosts. Beispiele fĂŒr Multipass-Launches sind die Impulse Coaster von Intamin oder die Achterbahnen vom Modell Sky Rocket II von Premier Rides. Ein Beispiel fĂŒr Multipass-Boost ist Toutatis im Parc AstĂ©rix.

Commons: Launched roller coasters – Sammlung von Bildern und Videos