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Medienwirtschaft

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Die Medienwirtschaft ist ein Wirtschaftszweig, der die AktivitÀten aller Marktteilnehmer im Hinblick auf die Produktion, den Vertrieb, Handel und Konsum von Medien umfasst.

Ein Medium ist im kommunikationswissenschaftlichen Sinne der TrĂ€ger und Übermittler von Medieninhalten, also von Informationen, Nachrichten oder Unterhaltung.[1] Wird es als Hilfsmittel (Kommunikationsmittel) eingesetzt, erfolgt die Kommunikation zwischen Absender und EmpfĂ€nger nicht direkt, sondern indirekt ĂŒber das Medium als Vermittler.[2] Die Medienwirtschaft beschĂ€ftigt sich mit der Herstellung und Verwendung dieser Medien, um den Bedarf der Nachfrager zu befriedigen.[3]

Die Medienwirtschaft ist mit der Wertschöpfung bei der Publikation und Übermittlung von Medieninhalten verschiedenster Art und Darstellungsweisen verbunden.[4] Wegen der zunehmenden Medialisierung können sich auch Teilbereiche anderer Wirtschaftszweige zu Teilen der Medienwirtschaft entwickeln.[5]

Zweige der Medienwirtschaft

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Kern der Medienwirtschaft bilden Fernsehen, Filmwirtschaft, Radio und Printmedien.[6] Sie sind die wesentlichen Erkenntnisobjekte der Medienbetriebslehre:

Wirtschaftszweig Medienunternehmen Medienprodukte
Rundfunk Rundfunkveranstalter (Fernsehen und Radio)Fernsehsendung, Radiosendung
Filmproduktion FilmproduktionsgesellschaftenFernsehfilme, Kinofilme, Videogames
Internet InternetdienstanbieterDatentrÀger, elektronischer Handel, Suchmaschinen,
soziale Netzwerke, Instant Messaging, Streaming Media,
Video-on-Demand
Musikindustrie TontrÀgerunternehmenTontrÀger (Compact Discs, Schallplatten),
Musikdownloads, Musikstreaming
Telekommunikation TelekommunikationsunternehmenInternetdienste, Mobilfunk, Telefonie
Verlagswesen Buchverlage
Fachverlage
Musikverlage
Zeitungsverlage
BĂŒcher, E-Books
Fachliteratur
Management von Urheberrechten
Zeitungen, Zeitschriften

Die Musikverlage beispielsweise gehören formell und statistisch zum Verlagswesen, wirtschaftlich werden sie zur Musikindustrie gerechnet. Keine Medienunternehmen der Medienwirtschaft sind unter anderem Film- und Musikproduzenten, KĂŒnstleragenturen, Nachrichtenagenturen, Tonstudios oder Verwertungsgesellschaften, weil sie lediglich Vorleistungen oder VorleistungsgĂŒter erbringen.[7]

Der Medienmarkt ist der wirtschaftlich wichtigste Teil der Medienwirtschaft und ein Teil des GĂŒtermarktes, da den Medienprodukten in der Fachliteratur ihr GĂŒtercharakter zugestanden wird.[8] In der Medienwissenschaft werden sie auch als InformationsgĂŒter bezeichnet.[9]

Auf dem Medienmarkt treffen Angebot und Nachfrage nach Medienprodukten aufeinander. Medienprodukte im Sinne der ökonomischen GĂŒtertypologie sind Leistungsergebnisse von Medienunternehmen, die Kommunikationsinhalte kreieren, sammeln und bĂŒndeln, Kommunikationsmittel produzieren oder KommunikationstrĂ€ger bereitstellen.[10] Medienprodukte bestehen aus einem TrĂ€ger (etwa Papier, Radiowellen, Vinyl oder Zelluloid), auf dem der Medieninhalt (englisch content) als wesentlicher Teil des Medienprodukts im Hinblick auf den Kundennutzen enthalten ist.[11] Auch BildtrĂ€ger, TontrĂ€ger oder sonstige DatentrĂ€ger sind Medienprodukte. Zu den Medienprodukten gehören insbesondere Printprodukte (Zeitungen. Zeitschriften), Rundfunkprogramme fĂŒr Fernsehen und Radio in analoger und digitaler Form sowie Angebote des Internets.[12] Sie bestehen aus dem Medieninhalt und dem TrĂ€ger, der diese Inhalte transportiert und haltbar macht. In der Medienwissenschaft werden digitale Medienprodukte als InformationsgĂŒter bezeichnet.[13] Schallplatten sind demnach Medienprodukte, Audio-CDs mit gleichem Inhalt dagegen InformationsgĂŒter.

Das Medienmarketing fragt nach den GrĂŒnden fĂŒr die Mediennutzung, den PrĂ€ferenzen der Rezipienten (MedienNutzerTypologie) und den bei diesen ablaufenden Entscheidungsprozessen.[14]

StudiengÀnge

Medienwirtschaft ist ein Studiengang, der z. B. an der Hochschule RheinMain, der Hochschule der Medien Stuttgart, der Technischen UniversitĂ€t Ilmenau, der UniversitĂ€t Bayreuth, der Jade Hochschule, der DHBW Ravensburg, der privaten Hochschule Fresenius wie auch der privaten Rheinische Fachhochschule Köln und der privaten Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld mit den AbschlĂŒssen Bachelor und Master angeboten wird. HĂ€ufig wird der Studiengang auch als Media Management deklariert. Damit ist er dem in Deutschland weiter verbreiteteren Studiengang Medienmanagement sehr Ă€hnlich und soll den Studenten sowohl betriebswirtschaftliche als auch medientechnische Inhalte vermitteln.

Studieninhalte

Das besondere dieses Studiengangs liegt in der Vermittlung von Kenntnissen, FĂ€higkeiten und praktischen Fertigkeiten auf den Gebieten der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, der Medientechnologie sowie der Medienwissenschaft. Dieser interdisziplinĂ€re Ansatz soll die Absolventen befĂ€higen, in eigener Verantwortung und in fachĂŒbergreifender Zusammenarbeit mit Betriebswirten, Medientechnologen, Medienwissenschaftlern sowie Partnern anderer Fachrichtungen betriebswirtschaftliche AblĂ€ufe unter BerĂŒcksichtigung insbesondere medienspezifischer Fragestellungen zu gestalten und zu steuern.

Im Rahmen des Bachelorstudiums werden grundlegende Fachkenntnisse vermittelt. In den höheren Semestern werden einfĂŒhrende Lehrveranstaltungen in fachliche VertiefungsfĂ€cher insbesondere der Betriebswirtschaftslehre angeboten. Eine Spezialisierung entsprechend den persönlichen Interessen erfolgt im Hauptstudium des Bachelor-Studiengangs und im Masterstudium, das Inhabern eines ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses (Bachelor, Diplom) offensteht.

Mit Blick auf die Internationalisierung von Studium und Arbeitswelt ist die Verbesserung von Fremdsprachenkenntnissen Bestandteil des Studiums. Ein Auslandsaufenthalt an einer UniversitÀt oder im Rahmen des Praktikums wird empfohlen.[15]

Die UniversitĂ€t Bayreuth bietet seit dem Sommersemester 2009 einen Masterstudiengang Medienkultur und Medienwirtschaft. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinĂ€res Studium, in dem Medien-, Geschichts-, Rechts-, Wirtschafts- und Informationswissenschaft kombiniert werden. Ab dem Sommersemester 2010 begann auch das gleichnamige Promotionsprogramm. Die Master- und Promotionsstudenten erhalten eine fundierte forschungsorientierte Ausbildung. Im Verlauf ihres Studiums erlangen sie vielseitige Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen der Medienwelt. Ihnen eröffnen sich zahlreiche Berufsmöglichkeiten in Wissenschaft und Praxis. Wichtige Forschungsschwerpunkte stellen dabei die aktuelle sowie zukĂŒnftige Entwicklung und Anwendung der Neuen Medien wie Internet und Mobile TV dar. Internationale Gastwissenschaftler und erfahrene Praktiker komplettieren den neuen Studiengang.[16]

  • Michael Schenk/Matthias Hensel/Frank Decker, Medienwirtschaft: Eine kommentierte Auswahlbibliographie. Baden-Baden, Nomos, 1986; ISBN 3789012831.
  • Insa Sjurts, Gabler-Lexikon Medienwirtschaft. Wiesbaden : Gabler Verlag / Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2011, ISBN 978-3834901408.
  • Thomas DreiskĂ€mper, Medienökonomie I: Lehrbuch fĂŒr StudiengĂ€nge medienorientierter Berufe. KonzeptionsansĂ€tze und theoretische Fundierungen der Medienökonomie. Lit Verlag, MĂŒnster 2013, ISBN 978-3-643-10167-9.
  • Martin GlĂ€ser, Medienmanagement. 2. Aufl. Vahlen, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-8006-3762-1.
  • Christian Scholz (Hrsg.), Handbuch Medienmanagement. Springer, Berlin 2006, ISBN 978-3-540-23540-8 (auch online verfĂŒgbar).
  • Andrea Beyer/Petra Carl, EinfĂŒhrung in die Medienökonomie. 3. Aufl., UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz und MĂŒnchen, 2012. ISBN 978-3-8252-3846-9

Einzelnachweise

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  1. ↑ Hans H Hiebel, Vorwort, in: Hans H Hiebel/Heinz Hiebler/Karl Kogler (Hrsg.), Die Medien: Logik – Leistung – Geschichte, 1998, S. 12; ISBN 978-3825220297
  2. ↑ Matthias Schumann/Thomas Hess, Grundfragen der Medienwirtschaft, 2000, S. 6
  3. ↑ Ansgar Dorenkamp, Blockierte Clusterbildung, 2010, S. 27
  4. ↑ Christoph Zydorek, Grundlagen der Medienwirtschaft, 2018, S. 4
  5. ↑ Stefan KrĂ€tke, Medienstadt: Urbane Cluster und globale Zentren der Kulturproduktion, 2002, S. 14; ISBN 978-3810034045
  6. ↑ Petra Geschwandtner-Andreß, Medienwirtschaft in Köln, in: Arbeitspapiere des Instituts fĂŒr Rundfunkökonomie an der UniversitĂ€t zu Köln 116, 1999, S. 3; ISBN 978-3934156050
  7. ↑ Insa Sjurts, Strategien in der Medienbranche, 2005, S. 6
  8. ↑ Marie Luise Kiefer, Medienökonomik, 2001, S. 142 f.; ISBN 978-3486779110
  9. ↑ Frank Linde, Ökonomie der Information, 2008, S. 7
  10. ↑ Thomas DreiskĂ€mper, Grundfragen der Medienbetriebslehre, 2018, S. 35
  11. ↑ Insa Sjurts, Gabler Lexikon Medien Wirtschaft, 2004, S. 375
  12. ↑ Insa Sjurts, Gabler Kompakt-Lexikon Medien, 2006, S. 135 f.
  13. ↑ Carl Shapiro/Hal R. Varian, The Information Economy, in: John R M Hand/Baruch Lev, Intangible Assets, Values, Measures and Risks, 2003, S. 48 ff.
  14. ↑ Christoph Zydorek, Grundlagen der Medienwirtschaft, 2018, S. 6
  15. ↑ Angewandte Medienwissenschaft, Medienwirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen. (Memento vom 21. November 2008 im Internet Archive) TU Ilmenau
  16. ↑ Medienkultur und Medienwirtschaft. UniversitĂ€t Bayreuth