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Pierre Pican

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Pierre Auguste Gratien Pican SDB (* 27. Februar 1935 in Granville, DĂ©partement Manche; † 23. Juli 2018) war ein französischer Ordenspriester und römisch-katholischer Bischof.

Pierre Pican trat der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos bei. Nach dem Noviziat in Dormans legte er am 4. September 1955 die erste Profess ab. Am 24. April 1966 empfing er nach seiner philosophischen und theologischen Ausbildung die Priesterweihe. Er arbeitete zunĂ€chst zwei Jahre am Gymnasium von Caen, ging dann 1968 in den Libanon, um eine französisch-libanesische Schule zu leiten. Außerdem war er Pfarrvikar in Beirut. 1971 kehrte er nach Frankreich zurĂŒck. Dort wurde er verantwortlich fĂŒr das technische Gymnasium am Institut Lemonnier. Von 1975 bis 1981 war er Provinzial der französischen Provinz der Salesianer Don Boscos. Anschließend wurde er Direktor des Instituts Lemonnier.

Am 10. MÀrz 1988 wurde er durch Papst Johannes Paul II. zum Koadjutor des Bischofs von Bayeux und Lisieux ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte am 17. April 1988 in der Kathedrale von Bayeux durch Bischof von Bayeux Jean Badré. Am 21. November desselben Jahres folgte er dem dortigen Bischof im Amt nach.

Im September 2001 wurde er zu drei Monaten GefĂ€ngnis auf BewĂ€hrung verurteilt, weil er sexuellen Missbrauch an Kindern durch den Diözesanpriester RenĂ© Bissey unter Berufung auf das Beichtgeheimnis, das in Frankreich nicht von der Anzeigepflicht bei Straftaten an Kindern entband, nicht angezeigt hatte.[1][2][3] Er erklĂ€rte im Prozess, dass er auch heute wieder so handeln wĂŒrde.[4] Dies war in Europa das erste Mal, dass ein Bischof dafĂŒr verurteilt wurde. Im April 2010 wurde ein Brief vom September 2001 bekannt, in dem der PrĂ€fekt der Kongregation fĂŒr den Klerus, Kardinal DarĂ­o CastrillĂłn Hoyos, Pican dankte, dass er „das GefĂ€ngnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen“ habe.[5] Vatikan-Sprecher Lombardi distanzierte sich vom Inhalt dieses Briefes und machte Uneinigkeiten innerhalb der Kleruskongregation sowie zwischen Klerus- und Glaubenskongregation dafĂŒr verantwortlich. Vor 2001 seien die gemeldeten FĂ€lle an die Kleruskongregation weitergeleitet worden, wo einige Verantwortliche die Auffassung vertreten hĂ€tten, dass sie nur nach dem Kirchenrecht verhandelt werden sollten. Dieser Missstand sei aber inzwischen abgestellt worden, indem die FĂ€lle bei der Kongregation fĂŒr die Glaubenslehre gebĂŒndelt wurden.[6]

Am 12. MĂ€rz 2010 nahm Papst Benedikt XVI. sein aus AltersgrĂŒnden mit der Vollendung des fĂŒnfundsiebzigsten Lebensjahres vorgebrachtes RĂŒcktrittsgesuch an.[7]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Article 434-1 du Code PĂ©nal (2001 in Frankreich geltende Fassung)
  2. ↑ "Lieber ins GefĂ€ngnis gehen als Priester anzeigen". Spiegel online vom 16. April 2010.
  3. ↑ Beichtgeheimnis gegen Strafrecht. Der Spiegel, 14. Juni 2001.
  4. ↑ Bishop kept quiet over paedophile. In: BBC News. 15. Juni 2001 (online)
  5. ↑ Bischof vertuscht Missbrauchsfall – Kardinal dankt. In: Die Welt. 16. April 2010 (online)
  6. ↑ Lombardi: Kurienreform brachte besseres Vorgehen. In: Katholischer Nachrichtendienst vom 17. April 2010 (online)
  7. ↑ Rinuncia del Vescovo di Bayeux (Francia) e nomina del successore. In: Presseamt des Heiligen Stuhls: TĂ€gliches Bulletin vom 12. MĂ€rz 2010.