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Rohrwald

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Der Wiesenbach im Rohrwald

Der Rohrwald ist ein Waldkomplex in Österreich. Er stellt mit einem Gesamtausmaß von etwa 24 kmÂČ nach den Tullnerfelder Donau-Auen und dem Ernstbrunner Wald den drittgrĂ¶ĂŸten geschlossenen Waldkomplex des Bezirkes Korneuburg in Niederösterreich dar.

Der Rohrwald erstreckt sich ĂŒber die Gemeinden Harmannsdorf, Leobendorf, Leitzersdorf und Niederhollabrunn, wobei der grĂ¶ĂŸte Teil in der Katastralgemeinde RĂŒckersdorf liegt.

Der Rohrwald liegt auf einem AuslĂ€ufer der Flyschzone am Rande des Korneuburger Beckens und ist daher fĂŒr das Weinviertel eher untypisch von mehreren BachlĂ€ufen durchzogen. Im waldarmen, agrarisch intensiv genutzten Weinviertel hat der Rohrwald eine sehr hohe ökologische Wertigkeit und wichtige Funktion als Naherholungsgebiet.

Geologisch zĂ€hlen die westlichen, selbst nicht mehr bewaldeten und damit gute Rundumsicht gewĂ€hrenden Gipfel des Rohrwaldes – der Waschberg und der Michelberg – zur Waschbergzone bzw. Weinviertler Klippenzone (Niederösterreichische Inselbergschwelle), die ĂŒber die Leiser Berge, Falkenstein und den MĂ€hrischen Karst nördlich Nikolsburgs (Mikulov) die Alpen mit den Karpaten verbinden. Die Weinviertler Klippenzone und somit auch Teile des Rohrwalds gehören zu den Natura 2000 und FFH-Schutzgebieten Weinviertler Klippenzone.[1][2][3] Die Grundgesteine des Gebietes sind schiefrige Tone, Tonmergel und Greifensteiner Sandstein, die alle mehr oder weniger von Löss ĂŒberlagert sind. Alte und neue SteinbrĂŒche zeigen Kalkgestein, in dem sich Überreste von Urtieren finden.

Der Rohrwald mit seinen Bergen

Der Rohrwaldzug verlĂ€uft parallel zum Bisambergzug. Das Rohrbachtal teilt ihn in zwei ZĂŒge, den Kreuzenstein-Zug und den Waschberg-Michelberg-Zug. Der Rohrwaldzug bildet den westlichen Abschluss des Korneuburger Beckens.

Der Kreuzenstein-Zug wird aus dem Schliefberg (250 m), dem Kreuzenstein (266 m) gekrönt von der Burg Kreuzenstein, dem Toblerberg (355 m), dem Daberg (279 m), dem Karnabrunner Kirchberg (359 m) und dem Galgenberg (358 m) gebildet.

Der Waschberg-Michelberg-Zug verlÀuft parallel zum Kreuzensteinzug und wird aus dem Waschberg (388 m), dem Michelberg (409 m), dem Höhlberg (323 m), dem Höchberg (347 m) und dem Steinberg (375 m) gebildet.

Vegetation und Nutzung

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Trocken-warmer Zerr-Eichenwald mit Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)
Wiesenrauten-MuschelblĂŒmchen (Isopyrum thalictroides) in einem feuchteren Talgrund
Feuchtwiese am Rohrbach mit Sumpfdotterblumen (Caltha palustris)

Der Rohrwald ist aufgrund seiner NĂ€he zu Wien ein wichtiges Naherholungsgebiet und beliebtes Ausflugsziel. An der durch den Rohrwald verlaufenden Landesstraße 32 beim so genannten „Goldenen BrĂŒndl“ befindet sich ein seit 1935 bestehendes, gleichnamiges Gasthaus. Durch seine Lage im industriell geprĂ€gten und stetig wachsenden SpeckgĂŒrtel um Wien gewinnt die Funktion des geschichtstrĂ€chtigen Rohrwald als Naherholungsgebiet und RĂŒckzugsort immer mehr an Bedeutung. Der Rohrwald hat auch eine besonders hohe, ökologische Wertigkeit im sonst waldarmen, agrarisch intensiv geprĂ€gten Weinviertel und ist Heimat einer vielfĂ€ltigen Pflanz- und Tierwelt. Im Gegensatz zu der relativ strukturarmen und oft technogen geprĂ€gten Landschaft im Weinviertel, befinden sich im Umfeld des Rohrwald noch zahlreiche schĂŒtzenswerte kleine WĂ€lder, Baumreihen, Buschhecken und BrachflĂ€chen („GstĂ€tten“) die frĂŒher im gesamten Weinviertel weit verbreitet waren, aber vor allem im flachen Ackerland durch die Kommasierung in den 1970er Jahren verloren gegangen sind.

Dem trockenen, sommerwarmen, pannonischen Klima entsprechend, ist der Eichen-Hainbuchenwald die natĂŒrliche Vegetationsdecke. Der Rohrwald wird daher als Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald definiert. Begleitend bilden Vogelkirschen, Elsbeeren, Hainbuchen und lokal auch Rotbuchen die Oberschicht der MittelwaldbestĂ€nde. In der Unterschicht sind StockausschlĂ€ge von Hainbuche, Eiche, Winterlinde, Feldahorn und Hasel am hĂ€ufigsten, in manchen BestĂ€nden sind auch Zitterpappel, Birke und Salweide in grĂ¶ĂŸerem Umfang beteiligt.

Die im Besitz von fĂŒnf Agrargemeinschaften stehenden FlĂ€chen werden seit mehreren 1000 Jahren als Mittelwald (Ausschlagwald) bewirtschaftet, um die Bevölkerung mit Brennholz zu versorgen. Alle 30 Jahre erfolgt eine Niederwaldnutzung durch Lizitationsvergabe. Durch die klassische Mittelwaldbewirtschaftung sind durch Lassreitelfreistellung EichenĂŒberhĂ€lter mit einem Alter von bis zu 150 Jahren entstanden. Im Niederösterreichischen Waldentwicklungsplan ist der Rohrwald daher auch als forstlicher Sonderstandort definiert.[4] Bei den in Großgrundbesitz befindlichen FlĂ€chen wird durch Erhöhung der Umtriebszeit eine Umwandlung in einen hochwaldartigen Bestand angestrebt.

Neben dem Rohrbach fließen der Wiesenbach und mehrere kleinere Zubringer durch den Wald. Die kleinen BachlĂ€ufe werden großteils von MĂ€hwiesen eingenommen, zum Teil sind von Bruchweiden dominierte BachauenwĂ€lder ausgebildet. Die grĂ¶ĂŸten Wiesen sind die entlang des Wiesenbach verlaufende „Lange Wiese“, die in das Hanfthal fĂŒhrende „Neuwiese“ und entlang des Rohrbaches die „Steinmandelwiese“ sowie die „TĂŒrkenwiese“. Zwei kleinere, an der Landesstraße liegende Wiesen haben die Bezeichnung „Bogner Wiese“ und „Richterwiese“.[5] Auf den am Westrand des Rohrwald liegenden Michelberg und Waschberg befinden sich zwei bedeutende Trockenraseninseln (Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen).

Die fĂŒr das Weinviertel eher untypischen BachlĂ€ufe erhöhen die Habitateignung fĂŒr den Schwarzstorch. Ein im Jahr 2010 entdeckter Großhorst lĂ€sst sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Schwarzstorch zuordnen.[6] Ein durch den Rohrbach gespeister Teich trĂ€gt zur Artenvielfalt der Fauna und Flora des Rohrwald bei. Über Brutzeitbeobachtungen wurden insgesamt 46 Vogelarten als sichere oder mögliche Brutvögel erfasst, wobei in der Bachau die grĂ¶ĂŸte Artenvielfalt festgestellt wurde.[7] FĂŒnf der insgesamt sechsundvierzig beobachten Arten sind besonders gefĂ€hrdet und stehen auch auf der Rote Liste gefĂ€hrdeten Arten. Es sind dies Sakerfalke, Wespenbussard, Ziegenmelker, Wendehals und der Mittelspecht. Der ebenfalls beobachtete Kuckuck zĂ€hlt laut BirdLife auch zu den regelmĂ€ĂŸig gefĂ€hrdeten Brutvögeln. Im Jahr 2010 wurde ein, leider abgestĂŒtzter, Großhorst entdeckt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Schwarzstorch zuzuordnen ist. Kaiser- und Seeadler gelten als Erbauer eher unwahrscheinlich, sind aber nicht auszuschließen. Entlang der den Rohrwald querenden Hochspannungsleitungen befindet sich ein Brutvorkommen des stark gefĂ€hrdeten Sakerfalken.[8][6][9][10]

Teile des Rohrwald sind Bestandteil des Europaschutzgebietes Weinviertler Klippenzone, welches 2011 als Fauna-Flora-Habitat Gebiet beschlossen wurde. Im Rohrwald wurden folgende FFH-Arten festgestellt: Goldener Scheckenfalter, Großer Feuerfalter, Hecken-Wollafter, HirschkĂ€fer, Eschen-Scheckenfalter, Dunkler Wiesenknopf-AmeisenblĂ€uling, Heller Wiesenknopf-AmeisenblĂ€uling sowie das Ziesel.[11][12]

Der Rohrwald ist wichtiger Bestandteil des Wildtierkorridor fĂŒr Großwildarten zwischen der Stockerauer Au und dem Ernstbrunner Wald im Norden und dem östlich gelegenen Kreuttal.[13] Es hat sich eine kleine Damwildpopulation etabliert, die auch jagdlich bewirtschaftet wird.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind im Rohrwald Wildschweine beheimatet. Damals wurden die Mauern des Lainzer Tiergartens zerstört und die dort lebenden Wildschweine konnten entwischen. In der Gegend von Spillern haben sie vermutlich die Donau durchschwommen und im Rohrwald ihre neue Heimat gefunden.[14]

Im Rohrwald gedeihen seltene Orchideenarten wie das Breitblatt-Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), das Purpur- und Helm-Knabenkraut (Orchis purpurea und O. militaris), die Weiß- und GrĂŒnlich-Waldhyazinthe (Platanthera bifolia und P. montana) sowie der Frauenschuh (Cypripedium calceolus).

Der an dem Schnittpunkt zwischen Bernsteinstraße und Donauweg liegende Michelberg mit seiner Kapelle am Berggipfel sowie dem etwas darunter liegenden Gasthaus hat eine lange Vergangenheit als KultstĂ€tte und ist ein beliebtes Ausflugsziel in unmittelbarer NĂ€he zu Wien.

Model der Höhensiedlung „Die Kugel“

Im Rohrwald befinden sich zwei frĂŒhbronzezeitliche Höhensiedlungen. Die grĂ¶ĂŸte Anlage „Die Kugel“ ist aufgrund ihrer Lage am Fuße des Michelberges und ihrer ungewöhnlichen GrĂ¶ĂŸe besonders imposant. Das auf dem gesamten HöhenrĂŒcken einer GelĂ€ndezunge gelegene, ovale Siedlungsplateau misst etwa 200 mal 150 Meter. Noch heute sind die terrassenförmig angelegten WĂ€lle erkennbar. Eine weitere Anlage befindet sich unweit des Goldenen BrĂŒndls am Fuße des Höhlberg, zwischen der Neuwiese und der Langen Wiese auf einem exponierten, bewaldeten HĂŒgel an der Pforte zum Hanfthal.[15]

Im Rohrwald war im 12. Jahrhundert ein Dorf namens Wielandsdorf angesiedelt. Bereits 1312 wird das Dorf als verödet genannt. In der ersten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts erscheinen jedoch Balthasar und Stephan Wilestorfer, welche auf eine temporĂ€re Wiederbesiedelung schließen lassen. Im spĂ€ten 15. Jahrhundert ist aufgrund der Magyaren-EinfĂ€lle jener Zeit die endgĂŒltige Verödung erfolgt.[16] Einige Grundmauern dieser Siedlung waren lt. Zeitzeugen noch bis 1970 sichtbar.[17] Die Überreste der Siedlung Wielensdorf befinden sich unter der Bezeichnung WĂŒstung Wilantisdorf unter Denkmalschutz.

In einer Verkaufsurkunde von 1385 wird die Quelle „Goldener Brunn“ erstmalig schriftlich erwĂ€hnt. Über die Quelle „Goldenes BrĂŒndl“ ringt sich eine Sage, demnach der deutsche König Rudolf I. von Habsburg am Weg zur Schlacht im Marchfeld gegen Ottokar II. Pƙemysl in der Quelle einen goldenen Becher fand, welchen er wiederum bei einer Nixe gegen einen goldenen Ring und GlĂŒck fĂŒr sich und seinen Nachkommen tauschte. 1885 wurde östlich vom „Goldenen BrĂŒndl“ eine „RohrwaldhĂŒtte“ eröffnet.

Das heute westlich des „Goldenen BrĂŒndls“ gelegene gleichnamige Gasthaus stammt aus dem Jahre 1935 und wurde von Karl Tischer gefĂŒhrt. Im Volksmund wurde und wird das Gasthaus daher auch „Zum Tischer“ genannt. 1975 wurde der Betrieb von seiner Tochter Eleonore Hosemann ĂŒbernommen und der Neubau am 17. Dezember 1976 eröffnet. Das in der NĂ€he befindliche Jagdhaus stammt aus dem Jahre 1892. Die Quelle „Goldenes BrĂŒndl“ ist heute von einem gemauerten HĂ€uschen mit Zeltdach ĂŒberbaut. Das Wasser wird vom unweit entfernten gleichnamigen Gasthaus genĂŒtzt. Seit 2000 wird das Gasthaus on Regine und Gerhard Knobl gefĂŒhrt.

Die Schwedenhöhlen

Die sogenannten Schwedenhöhlen sind vermutlich im 16. und 17. Jahrhundert in den Löss geschlagene ErdstĂ€lle. Sie dienten unter anderem wĂ€hrend der Schwedenkriege als Unterschlupf und Versteck fĂŒr die Bewohner der umliegenden Ortschaften. Noch wĂ€hrend der Napoleonischen Kriege im Jahr 1809 waren die Schwedenhöhlen zusammen mit der „Alten Festung“, einer verfallenen Fluchtburg, Zufluchtsort fĂŒr die Bevölkerung. Auch in den letzten Kriegswochen des Jahres 1945 versteckten sich noch zahlreiche Frauen und Kinder in den ErdstĂ€llen vor den sowjetischen Truppen.[18] In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs, als sich die Front östlich vom Rohrwald verfestigte, versteckten sich drei Soldaten in einem im Lehm gegrabenen Unterschlupf am Fuße des Michelberg. Der Unterschlupf wird landlĂ€ufig nach einem aus Haslbach stammenden Soldaten „Wittek-Bunker“ benannt.[19]

Am Sonntag, den 13. September 1885 wurde vom Österreichischen Touristenclub die Rohrwald-HĂŒtte beim Golden BrĂŒndl eröffnet.[20]

Im Rohrwald gab es bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts drei durch kĂŒnstliche Aufstauung des Rohrbach errichtete Teiche die zur Fischzucht genutzt wurden. Der grĂ¶ĂŸte der drei Teiche nahm fast die gesamte FlĂ€che der „Langen Wiese“ ein. 1907 brach der Damm des grĂ¶ĂŸten Teich und flutete Oberrohrbach. Aus Angst vor einem neuerlichen UnglĂŒck wurde der Teich nicht mehr errichtet.

An einer Wegkreuzung am Höchberg steht seit 1909 die „Probst-Friedrich-HĂŒtte“. Die JagdhĂŒtte dient der JĂ€gerschaft des Stift Klosterneuburg als Unterstand. Sie wurde von den Pröbsten Friedrich Gustav Piffl, Bernhard Backovsky und dem aktuellen Probst Anton Höslinger gesegnet deren Wappen auch die Fassade schmĂŒcken.

Der Jakobsweg Weinviertel sowie zwei Wanderwege (Rohrwaldweg 633, Kreuzensteiner Rundwanderweg 636) durchqueren den Rohrwald.

Es fĂŒhren zwei Radwege durch den Wald: Der Themenradweg „Sagenhaft – Rund um die Burg Kreuzenstein“ und die 2011 eröffnete Mountainbike-Strecke „Michelberg-Runde“. Die durch den Rohrwald verlaufende Landesstraße 32 ist aufgrund der verkehrsarmen, schattigen Höhenmeter und der NĂ€he zum Donauradweg eine beliebte Strecke fĂŒr Rennradfahrer.

Am nördlichen Rand des Rohrwald im Hang eines Weingarten im Flur „Hollingstein“ liegt am Jakobsweg ein ĂŒberdachter Rastplatz, der sogenannte „Traubengarten Winkler“, der einen Panoramablick auf den Rohrwald bietet.[21]

Im FrĂŒhling 2020 wurde vom Stift Klosterneuburg im „Hanftal“ der Waldfriedhof Klosterwald eröffnet. Dieser Teil des Waldes befindet sich seit 1240 im Besitz des Stift Klosterneuburg.[22]

Im April 2023 wurde der Gemeinde Harmannsdorf der „Naturerlebnisweg Goldenes BrĂŒndl“ fertig gestellt und am 21. Mai 2013 im Zuge eines Gottesdienstes vor Ort eröffnet und gesegnet. Die zwölf Stationen des insgesamt 3,8 Kilometer langen Naturerlebnisweg handeln von den verschiedensten Facetten der Tier- und Pflanzenwelt sowie der Nutzung und der Geschichte des Rohrwalds.[23]

KleindenkmÀler

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Eine Vielzahl an Kreuzen, Martel und KleindenkmÀlern zeugen von einer sehr bewegten Vergangenheit. Jedes dieser KleindenkmÀler hat ihre eigene meist schicksalshafte Geschichte zu erzÀhlen.

Die sogenannte „Schöne SĂ€ule“ ist eine ĂŒber fĂŒnf Meter hohe Pest- bzw. DreifaltigkeitssĂ€ule. Sie besteht aus einem Gnadenstuhl auf ein einer toskanischen SĂ€ule die auf einen barocken Sockel mit seitlichen Voluten und Wappen aufgesetzt ist. Die SĂ€ule wurde 1730 aus Dankbarkeit fĂŒr einen an dieser Stelle unverletzt ĂŒberstandenen Reitunfall im Jahre 1729 errichtet.[24] Siehe auch Liste der denkmalgeschĂŒtzten Objekte in Harmannsdorf

Schauerkreuz im Rohrwald
48° 24â€Č 26″ N, 16° 19â€Č 53″ O

An einer markanten Kreuzung von acht Wegen befindet sich das sogenannte „Schauerkreuz“. Am 16. Mai 1878 fand an dieser Stelle die Einweihung eines Holzkreuzes statt. Jahr fĂŒr Jahr findet eine Bittprozession zur Abwehr von Schlechtwetter und Hagel von der Kirche Harmannsdorf ĂŒber "das kleine Tal" zum Schauerkreuz statt. Im Jahre 1903 wurde ein steinernes Denkmal errichtet.

An der Stelle, wo der Forstverwalter Willibald Hausotter am 9. MĂ€rz 1937 bei einem Jagdunfall tödlich verunglĂŒckte, steht das genannte „Hausotter-Kreuz“. Das Denkmal wurde von dem Bildhauer Karl Bodingbauer auf Wunsch der JĂ€gerschaft errichtet und am 1. August 1937 feierlich enthĂŒllt.[25]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges drangen die sowjetischen Truppen, von Stetten kommend, in RĂŒckersdorf-Harmannsdorf ein. Die Hauptkampflinie verlief unmittelbar am Rohrwald entlang. Die Wehrmacht mit der FĂŒhrer-Granadier-Division, dem SS-Panzergrenadier-Regiment 4 „Der FĂŒhrer“ und dem SS-Begleit-Bataillon „ReichsfĂŒhrer“ verschanzte sich am Rande des Rohrwalds, die russischen Truppen östlich vom Rohrwald am Nirschbrunnberg. Ein Frontgedenkstein an der Landesstraße 32 erinnert an die Stelle, wo am Ende des Krieges vom 17. April bis 8. Mai 1945 die Front verlief.[17][26]

Am so genannten „Oraweg“, der von Karnabrunn nach Korneuburg fĂŒhrte, steht das „Armeseelenkreuz“. Der Weg wurde von Bauern fĂŒr ihren Weg zum Markt nach Korneuburg genutzt, wo sie unter anderem auch ihre Eier („Ora“) verkauften. Die Inschrift auf dem Kreuz zeugt von der GefĂ€hrlichkeit des Weges zur damaligen Zeit.

Am 13. Juli 1952 verunglĂŒckte der Fassbindermeister Josef Grössing auf der sehr abschĂŒssigen Waldstraße mit seinem Fahrrad. Das an dieser Stelle errichtete so genannte „Bindermarterl“ zeugt von diesem UnglĂŒck.

Das „Maria-Haller-Kreuz“ an der Neuwiese im Hanftal steht an der Stelle, wo Maria Haller am 20. MĂ€rz 1987 freiwillig aus dem Leben schied.

Im Jahr 2000 wurde die an einem Parkplatz situierte und von der JĂ€gerschaft errichtete „Hubertus-Kapelle“ eingeweiht. Auf dem Platz vor der Kapelle finden seitens der Pfarre Harmannsdorf immer wieder Heilige Messen statt.

2014 wurde der Kreuzweg vom Haselbach zum Michelberg eröffnet. Der 1,9 Kilometer lange Kreuzweg fĂŒhrt vom Friedhof Haselbach entlang des Rossgraben und entlang des Jakobsweg durch den Rohrwald bis zur Kapelle am Michelberg. Die Stationen des Kreuzweges bestehen aus dreizehn weißen Breitpfeilern die mit roten Dachziegel gedeckt sind. Im Kopf der Breitpfeiler befinden sich hinter einer Verglasung die von Renate SchartelmĂŒller mit Fassadenfarbe gemalten Kreuzwegbilder. Im Pfeiler befindet sich ein bronzefarbenes Schild mit der Stationsnummer und dem dazugehörigen Impulswort.[27]

Im Waldfriedhof „Klosterwald“ wurde auf der Anhöhe des historischen Tumulus „Rotunde“ im Oktober 2024 durch die Marktgemeinde Harmannsdorf ein Holzkreuz errichtet und vom Pfarrvikar Hannes Saurugg eingesegnet.

Kunst und Medien

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Johannes Grenzfurthners Spielfilm Razzennest wurde ausschließlich im Rohrwald gedreht und beschĂ€ftigt sich mit der Geschichte der Region im DreißigjĂ€hrigen Krieg, vor allem mit den Schwedenhöhlen.[28]

Commons: Rohrwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ noe.gv.at | Karte (Memento des Originals vom 3. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ noe.gv.at | Kurzdarstellung der Europaschutzgebiete (Memento des Originals vom 26. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ noel.gv.at | DetailplĂ€ne zum FFH - Gebiet Weinviertler Klippenzone (Memento des Originals vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf Seite des Land Niederösterreich.
  4. ↑ noel.gv.at Aufgerufen am 15. Januar 2023
  5. ↑ Franziszeischer Kataster auf arcanum.com
  6. 1 2 BirdLife-Studie des Umweltbericht zum NÖ SekROP Windkraftnutzung, erstellt von Gábor Wichmann und Manuel Denner im Auftrag der NÖ Umweltanwaltschaft, vom 11. November 2013
  7. ↑ Brutzeitbeobachtung im Rohrwald bei Stockerau (PDF; 543 kB) - Ein Beitrag zur Avifauna der Eichen-MittelwĂ€lder im Weinviertel (NÖ) von Ulrich Straka, 1998
  8. ↑ salzburg.gv.at (Memento des Originals vom 1. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Aufgerufen am 30. Oktober 2013
  9. ↑ Positionspapier Hybridfalken (Memento des Originals vom 12. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF, 77 KB) von BirdLife Österreich
  10. ↑ raumordnung-noe.at Aufgerufen am 18. JĂ€nner 2023
  11. ↑ Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone auf naturland-noe.at
  12. ↑ Schutzgebietsnetzwerk NÖ naturland-noe.at, PDF, 2,29 MB, aufgerufen am 18. JĂ€nner 2023
  13. ↑ Umweltbericht um NÖ SekROP Windkraftnutzung - Knollconsult Umweltplanung ZT GmbH 28.11.2013
  14. ↑ Naturerlebnisweg Goldenes BrĂŒndl - Station 6
  15. ↑ Der Michelberg und seine Kirchen von Ernst Lauermann, Verlag Marie Leidorf GmbH 2017, ISBN 978-3-86757-023-7
  16. ↑ Rohrwald. In: NÖ-Burgen online. Institut fĂŒr Realienkunde des Mittelalters und der frĂŒhen Neuzeit, UniversitĂ€t Salzburg
  17. 1 2 Heimatbuch Harmannsdorf-RĂŒckersdorf, zusammengestellt von Pfarrer Rudolf Neumayer, Verlag: Gemeinde Harmannsdorf-RĂŒckersdorf, 1988.
  18. ↑ Korneuburger Kulturnachrichten Jahrgang 1971, Heft 2
  19. ↑ Karoline Krammer: Wittekbunker. In: Niederösterreichs Klein- und FlurdenkmĂ€ler (marterl.at). Kultur.Region.Niederösterreich GmbH, abgerufen am 4. Juni 2024.
  20. ↑ anno.onb.ac.at aufgerufen am 18. Januar 2023
  21. ↑ traubengarten.at
  22. ↑ https://www.klosterwald.at/harmannsdorf-rohrwald aufgerufen am 18. Januar 2023
  23. ↑ noen.at aufgerufen am 13. Januar 2023
  24. ↑ Inschriften am Sockel: "Anno 1730"
  25. ↑ Karl Bodingbauer - GedĂ€chtnisausstellung anlĂ€sslich der sechzigsten Wiederkehr seines Todestages. Museum der Stadt Korneuburg 2006/07
  26. ↑ „Die letzten KĂ€mpfe des II. Weltkrieg“ von Friedrich Brettner
  27. ↑ Karoline Krammer: Kreuzweg, 1. Station. In: Niederösterreichs Klein- und FlurdenkmĂ€ler (marterl.at). Kultur.Region.Niederösterreich GmbH, abgerufen am 4. Juni 2024.
  28. ↑ Razzennest (2023) | Film, Trailer, Kritik. Abgerufen am 3. April 2023.

Koordinaten: 48° 25â€Č 30″ N, 16° 19â€Č 30″ O