Die 6. Tour Down Under (offiziell: Jacob's Creek Tour Down Under) fand vom 20. bis zum 25. Januar 2004 statt. Das StraĂenradrennen bestand aus sechs Etappen, begann in der sĂŒdaustralischen Hauptstadt Adelaide und endete ebenda. Die Gesamtdistanz des Etappenrennens betrug 726 Kilometer und somit neun Kilometer weniger als im Vorjahr. Die Tour Down Under war in die UCI-Kategorie 2.3[1] eingestuft.
Als Höhepunkt des einwöchigen Rad-Festes Festival of Cycling in Adelaide wurde die Tour Down Under durch die Provinz SĂŒdaustralien zum sechsten Mal nach 1999 ausgefahren. Die sechs Tage lange Rundfahrt startete wie im Vorjahr wieder in der Provinzhauptstadt Adelaide und endete wie schon bei ihren vorherigen Auflagen in derselben. Der Streckenverlauf war zeitweise an der Ausgabe des vergangenen Jahres angelehnt, unter anderem mit der schwierigen fĂŒnften Etappe rund um Willunga. Am 21., 23. und 24. Januar fanden angelehnt an das MĂ€nnerrennen drei Kriterien fĂŒr Frauen statt.
Am zweiten Tag fĂŒhrte der Weg die Profis auf der lĂ€ngsten Etappe des Rennens (157 Kilometer) in nördlicher Richtung nach Kapunda. DreiĂig Kilometer nach dem Start stand die erste Bergwertung der Rundfahrt am Checker Hill auf dem Programm, wĂ€hrend das GelĂ€nde in Richtung Ziel bergab verlief. Bereits kurz nach dem Start konnten sich Patrick Jonker (UniSA), sein australischer Landsmann David McPartland (Nationalmannschaft) sowie Alain Van Katwijk (Bankgiroloterij) um bis zu neun Minuten vom Peloton absetzen. Siebzig Kilometer vor dem Ende begannen schlieĂlich zahlreiche Attacken aus dem Feld, bis sich eine 38 Mann starke Verfolgergruppe bildete, die den Abstand zur Spitze immer weiter verringern konnte. Dennoch brachten die AusreiĂer ĂŒber eineinhalb Minuten Abstand zwischen sich und den Verfolgern ins Ziel, wĂ€hrend McPartland im Sprint des Trios der Schnellste war und sich neben dem Etappensieg auch das Gelbe Trikot sicherte. Hinter den von Baden Cooke angefĂŒhrten Verfolgern kam das Feld mit fast einer halben Stunde RĂŒckstand an.
Die dritte, wieder flache Etappe begann in Goolwa und verlief quer ĂŒber die Fleurieu-Halbinsel und auch ĂŒber eine zehn Kilometer lange Schotterpiste in Myponga, erneut stand eine Bergwertung an. Am Anfang kam es zu einer Vielzahl von Angriffen, doch keine Gruppe konnte sich endgĂŒltig vom Peloton absetzen. Nach 55 Kilometern schlieĂlich fanden sich dann endlich die entscheidenden siebzehn Fahrer, die sich einen Vorsprung von ĂŒber zwei Minuten auf das Feld erarbeiten konnten â unter ihnen auch der Gesamtzweite Patrick Jonker sowie die Sprinter Robbie McEwen und Baden Cooke. Der GesamtfĂŒhrende David McPartland hatte ebenso wie der Dritte Alain Van Katwijk den Sprung in die Spitze verpasst und konnte nicht mehr aufschlieĂen, sodass Jonker das Gelbe Trikot ĂŒbernahm. Im Kampf um den Tagessieg wagte Gene Bates von der UniSA viertausend Meter vor dem Ziel in Victor Harbor einen VorstoĂ und wurde von Philippe Gilbert, dem belgischen Teamkollegen von Sprinter Cooke, begleitet. Das Duo rettete wenige Meter Vorsprung vor den Verfolgern ins Ziel, wobei sich Gilbert als spritziger erwies und den ersten Sieg seiner Profilaufbahn feiern konnte.
Wie in den vorigen Jahren stand zum Abschluss des Rennens ein flacher Rundkurs in der Provinzhauptstadt Adelaide an. Dieses Mal mussten 18 Runden zu je 4,5 Kilometer (insgesamt 81 Kilometer) absolviert werden, mit dem kurzen Montefiore Hill stand noch einmal eine Bergwertung auf dem Programm. Erneut war das Rennen von einem nervösen Beginn mit zahlreichen Attacken gekennzeichnet, bis sich schlieĂlich dreizehn Runden vor Schluss eine sechsköpfige AusreiĂergruppe um den Ăsterreicher Bernhard Eisel (FDJeux.com) absetzen konnte. Schon drei Runden spĂ€ter wurde die Gruppe allerdings wieder vom Feld gestellt, und es erfolgten wiederholte Angriffe, weitere AusreiĂergruppen um Eisel, seinen Teamkollegen Philippe Gilbert oder auch Graeme Brown (Panaria-Margres) waren allerdings ebenso wenig erfolgreich. Drei Runden vor Ende war das Peloton wieder geschlossen, und es kam zum erwarteten Massensprint. Hier setzte sich Baden Cooke vor seinem Rivalen Robbie McEwen durch, der sich mit dem zweiten Tagesrang aber das Punktetrikot und Platz zwei in der Gesamtwertung sichern konnte. WĂ€hrenddessen durfte sich Patrick Jonker als Gesamtsieger feiern lassen.
Zum vierten Mal in sechs Jahren konnte ein Australier die heimische Tour Down Under gewinnen, zum zweiten Mal nach 2001 ein Fahrer der Nationalauswahl der University of South Australia. Patrick Jonker beendete mit dem Gesamtsieg auch seine aktive Karriere. Den Grundstein fĂŒr den Gewinn des Gelben Trikots legte er mit einem erfolgreichen AusreiĂversuch am zweiten Tag, auf der nĂ€chsten Etappe ĂŒbernahm er die GesamtfĂŒhrung und verteidigte diese bis zum Ende souverĂ€n. Die Australier bestimmten auch den Kampf um die einzelnen Etappensiege, nur am dritten Tag setzte sich mit dem jungen Belgier Philippe Gilbert ein AuslĂ€nder durch, der auch die Nachwuchswertung gewann. Auf den sechs flachen Etappen gab es nur zwei echte Massensprints, viermal bestimmten gröĂere AusreiĂergruppen oder Solisten wie Ben Day (5. Etappe) den Verlauf.
Wie in den Vorjahren spielte Robbie McEwen (Lotto-Domo) eine groĂe Rolle in den Sprints und entschied zwei Tagesabschnitte fĂŒr sich. Indem er sich auch in Spitzengruppen mischte und Attacken konterte, fuhr er auch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement und sicherte zum zweiten Mal nach 2002 die Punktewertung. Der Italiener Paolo Tiralongo ĂŒbernahm die FĂŒhrung in der Bergwertung, wĂ€hrend die Mannschaft UniSA das starke Abschneiden der australischen Nationalauswahlen (Gesamtsieg durch Jonker, zwei Etappensiege) mit dem Sieg in der Teamwertung krönte.