Walter Kempin
Walter Kempin (* 25. Juni 1850 in Hottingen; â 1. Dezember 1926 in RĂŒschlikon), gelegentlich auch in der Schreibweise Walther Kempin, war von 1875 bis 1885 Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde von ZĂŒrich-Enge. Im Jahr 1882 grĂŒndete er den âCentralverein des Schweizerischen Roten Kreuzesâ, den er bis 1885 leitete. Aus dem Verein sowie dem 1866 gegrĂŒndeten, jedoch weitestgehend inaktiven âHĂŒlfsverein fĂŒr schweizerische WehrmĂ€nner und deren Familienâ entstand 1898 mit der Verabschiedung von Statuten und dem Aufbau von landesweiten Strukturen das Schweizerische Rote Kreuz (SRK).
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walter Kempin studierte von 1868 bis 1872 evangelische Theologie an den UniversitĂ€ten ZĂŒrich und TĂŒbingen und wurde 1872 als Pfarrer ordiniert. Im Juni 1875 heiratete er die Juristin Emilie Spyri. Von 1875 bis 1885 wirkte er als Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde von ZĂŒrich-Enge und als Redakteur der âSchweizerischen Zeitschrift fĂŒr GemeinnĂŒtzigkeitâ. Im Jahr 1882 grĂŒndete er den âCentralverein des Schweizerischen Roten Kreuzesâ, dem er drei Jahre lang als PrĂ€sident vorstand. 1885 trat er aufgrund von Spannungen in der Kirchgemeinde als Pfarrer zurĂŒck und zog sich darĂŒber hinaus auch aus dem Rotkreuz-Verein zurĂŒck.
Auf DrĂ€ngen seiner Frau, die in der Schweiz nicht als AnwĂ€ltin zugelassen wurde, wanderte die Familie im Herbst 1888 in die Vereinigten Staaten aus. Walter Kempin kehrte jedoch mit zwei der gemeinsamen drei Kinder zum Jahreswechsel 1889/1890 nach ZĂŒrich zurĂŒck und setzte an der dortigen UniversitĂ€t von 1890 bis 1892 sein eigenes Jura-Studium fort, das er nach dem Ende seiner TĂ€tigkeit als Pfarrer von 1885 bis 1887 begonnen hatte. Seine Frau folgte ihm im Sommer 1891 ebenfalls zurĂŒck in die Schweiz. Gemeinsam eröffneten sie im gleichen Jahr ein âSchweizerisch-amerikanisches AnwaltsbĂŒroâ, in dem Walter Kempin als Anwalt tĂ€tig war, seine Frau jedoch ohne Zulassung lediglich beratend tĂ€tig sein durfte. Die Ehe zerbrach allerdings spĂ€ter aus nicht nĂ€her bekannten GrĂŒnden, Emilie Kempin-Spyri ging im November 1895 mit dem Ziel einer beruflichen Neuorientierung nach Berlin.
Auch Walter Kempin wirkte ab 1896 in Deutschland, zunĂ€chst als Zeitungsredakteur sowie ab 1906 als Dozent an der höheren Handelsschule in Elberfeld und ab 1911 in gleicher Position in Köln. Im Jahr 1914 heiratete er in zweiter Ehe Anna Hedwig Adam. Ein Jahr spĂ€ter promovierte er im Alter von 65 Jahren an der UniversitĂ€t Heidelberg. Er verarmte aufgrund der Inflation nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und kehrte 1924 nach ZĂŒrich zurĂŒck. Zwei Jahre spĂ€ter starb er.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Entwicklung der Bilanzlehre und der Abschlusstechnik. Köln 1910
- Das Problem der Cameralbuchhaltung: Die BuchfĂŒhrung der Staaten und Gemeindeverwaltungen. Köln 1915
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walter Kempin â verkannter GrĂŒnder des SRK? In: redcross.ch. Das Magazin des SRK. Spezial-Ausgabe 140 Jahre SRK, 2006, S. 4
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Markus BĂŒrgi: Kempin, Walther. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. August 2007.
- Literatur von und ĂŒber Walter Kempin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kempin, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Pfarrer und ehemaliger PrÀsident des Schweizerischen Roten Kreuzes |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1850 |
| GEBURTSORT | Hottingen (Stadt ZĂŒrich) |
| STERBEDATUM | 1. Dezember 1926 |
| STERBEORT | RĂŒschlikon |