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Zehnzylindermotor

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Anzani-10, ein Doppel-Sternmotor
V10-Motor (Lamborghini, 2005)
Toyota LR (2010)
Honda RA109E (1989)
Mercedes-Benz OM 403A
Millyard Viper V10

Der Zehnzylindermotor ist eine Bauart des Hubkolbenmotors und wird fĂŒr Landfahrzeuge ausschließlich als V-Motor gebaut. Er kann sowohl ein Otto- als auch ein Dieselmotor sein. Zehnzylinder-Zweitakt-Dieselmotoren in Schiffen (bspw. WĂ€rtsilĂ€ RT-flex96C) sind Reihenmotoren. Zehnzylindermotoren gibt es in Lkw, Panzern, Pkw der Oberklasse, Sportwagen und Supersportwagen. Als erster Zehnzylindermotor gilt der Flugmotor von Anzani Moteurs d’Aviation (1913). Diese Motoren wurden als Doppelsternmotoren mit zwei mal fĂŒnf Zylindern ausgefĂŒhrt.

Geschichte und Entwicklung

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WĂ€hrend Acht- und Zwölfzylindermotoren in der Anfangszeit des Automobils keine Seltenheit und in Oberklassemodellen der 1930er Jahre zu finden waren, ist die EinfĂŒhrung des Zehnzylindermotors einer GesetzesĂ€nderung in Deutschland (Lkw) und einer RegelĂ€nderung (Formel 1) zu verdanken. Zum 1. Mai 1965 wurde die spezifische Leistung fĂŒr Lkw mit 38 t Gesamtmasse auf mindestens 6 PS pro Tonne festgelegt. Eine stufenweise Anhebung auf 8 PS je Tonne war ab dem 1. Januar 1972 geplant; damit musste die Motorleistung mindestens 304 PS fĂŒr den schwersten Lastzug betragen. Die damalige Zylinderleistung von Lkw-Motoren wurde mit 24 kW (32 PS) angegeben; mit dem herkömmlichen Achtzylindermotor konnte diese spezifische Leistung nicht erreicht werden. Daimler-Benz baute in seinem neuen Motorenwerk in Mannheim ab 1969 den neuen V10-Motor mit 15,95 Liter Hubraum (Bohrung/Hub: 125 × 130 mm), der mit 320 PS bei 2500/min die Forderungen erfĂŒllte. Eingebaut wurde er in das erfolgreiche Modell Daimler-Benz 1632.[1]

Aktuell gilt nach § 35 StVZO der Mindestwert von 5,0 kW/t (6,8 PS/t), weniger als 1972 geplant.[2] Erst 1992 erfolgte der Einbau eines Zehnzylindermotors in den Seriensportwagen Dodge Viper.

Formel 1 (1989–2005)

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Durch eine RegelĂ€nderung in der Formel 1 wurden zur Formel-1-Weltmeisterschaft 1989 Abgasturbolader verboten und der Hubraum auf 3,5 Liter begrenzt. FĂŒr die Motorenhersteller war im Vergleich zum Acht- oder Zwölfzylindermotor der Zehnzylindermotor in der Summe seiner Eigenschaften der beste Kompromiss: Mehr Leistung als ein Achtzylinder und geringerer Verbrauch als ein Zwölfzylinder.[3] Der McLaren MP4/5 gewann mit einem V10-Motor (72° Bankwinkel) von Honda bei seinem DebĂŒt die Weltmeisterschaft. Der Konkurrent Renault baute den V10 (RS1) mit einem ungewöhnlichen 67°-Bankwinkel. Der V10-Motor war auch 1995 nach der Hubraumreduzierung auf 3 Liter weiterhin die erfolgreiche Motorenkonstruktion in der Formel 1. Ferrari setzte 1996 erstmals einen V10 mit einem Bankwinkel von 75° ein, Ă€hnlich wie Peugeot und Mercedes. 2006 wurde durch die ReglementĂ€nderung auf 2,4 Liter und 8 Zylinder der Zehnzylindermotor aus der Formel 1 verbannt.

Liste der bekannten Hersteller

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Commons: Zehnzylindermotor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zehnzylindermotor – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Olaf von Fersen: Ein Jahrhundert Automobiltechnik. Nutzfahrzeuge. VDI-Verlag, DĂŒsseldorf 1987, ISBN 3-18-400656-6, S. 155.
  2. ↑ § 35 StVZO
  3. ↑ Gerd Hack, Fritz Indra: Formel 1-Motoren. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, 1997, ISBN 3-613-01803-9, S. 54.