Nach der BeschĂ€digung von Ostseekabeln hat ein Gericht in Finnland den russischen KapitĂ€n des Frachters âFitburgâ wegen Sabotage und Störung des Telekommunikationsverkehrs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein weiteres Crewmitglied soll fĂŒr zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig.
Die MĂ€nner sind laut Gericht dafĂŒr verantwortlich, dass der Anker des Schiffes âFitburgâ in der Silvesternacht 2025/2026 zwei Unterseekabel im Finnischen Meerbusen beschĂ€digte, wie der finnische Rundfunk berichtete. Im Urteil sei auĂerdem die Rede von neun weiteren Daten- und Stromkabeln sowie einer Gasleitung, die in Gefahr gewesen seien, von der âFitburgâ auf ihrer Fahrt durch das GewĂ€sser beschĂ€digt zu werden. Neben der Haftstrafe verurteilte das Gericht die MĂ€nner demnach dazu, die Kosten fĂŒr die Reparatur der Kabel und wĂ€hrend der Ermittlungen entstandene Kosten zu erstatten.
WĂ€hrend des Prozesses im September und Oktober hatten die Verteidiger argumentiert, Finnland sei nicht befugt, in dem Fall ein Urteil zu fĂ€llen, weil die KabelschĂ€den sich auĂerhalb finnischer HoheitsgewĂ€sser ereignet hĂ€tten. Das Gericht in Helsinki folgte dieser Argumentation jedoch nicht: Es handle sich um vorsĂ€tzlich begangene Straftaten, deren Folgen in Finnland zu spĂŒren gewesen seien, hieĂ es demnach in der UrteilsbegrĂŒndung.
Anker ĂŒber 130 Kilometer geschleift
Die âFitburgâ war in den Fokus der Behörden geraten, nachdem ein Schaden an einem Datenkabel aufgefallen war, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Als das Schiff von den Behörden gestoppt wurde, hatte es die Ankerkette heruntergelassen. Der Frachter war auf dem Weg vom russischen St. Petersburg in die israelische Hafenstadt Haifa gewesen. Laut finnischen Medien soll das Schiff seinen Anker ĂŒber 130 Kilometer ĂŒber den Meeresboden geschleift haben.
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