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Decauville

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Schmalspurige Decauville-Lokomotive N° 1770 der Bauart ProgrÚs aus dem Jahr 1920 bei der Museumsbahn Chemin de fer des Chanteraines
Aktie ĂŒber 100 Francs der Établissements Decauville AinĂ© von 1894
Paul Decauville
Decauville-Werk in Petit-Bourg, um 1890

Die Maschinen- und Lokomotivfabrik Decauville [dəkovil] war ein französischer Industriebetrieb in Corbeil, der durch seine Feldbahnsysteme bekannt wurde. Die Tochterfirma SociĂ©tĂ© des Voitures Automobiles Decauville stellte von 1898 bis 1910/1911 auch Automobile her.[1] Mittlerweile ist Decauville SAS nur noch NutzfahrzeughĂ€ndler und gehört zum Ladekranhersteller Fassi.

Die AnfĂ€nge der Firma gehen auf Armand-Louis-Victor Decauville (1821–1871)[2] zurĂŒck, der um 1850 begann, bei Petit Bourg sĂŒdlich von Paris ZuckerrĂŒben anzupflanzen. Daraus entstand ein beachtlicher Betrieb von einigen hundert Hektar GrĂ¶ĂŸe, den er 1871 seinem Sohn Paul-Armand (1846–1922)[1] ĂŒbergab. Im Herbst 1875 war eine außergewöhnlich große Ernte zu erwarten, die allerdings durch heftige RegenfĂ€lle und den bevorstehenden frĂŒhen Frost bedroht wurde. Um sie rechtzeitig einzubringen, hatte Paul Decauville die Idee, zwei parallele Eisenschienen auf Flacheisen zu Fahrweg-Elementen zu montieren, die auf einfache Weise transportiert und aneinandergefĂŒgt werden konnten. Auf diesem Schmalspursystem mit zunĂ€chst 400 mm Spurweite und vorgefertigten, leicht transportablen Gleiselementen wurden Transportkarren gezogen, die sonst im aufgeweichten Boden steckengeblieben wĂ€ren. Anfangs wurden Gleisjoche und folgende Produkte mit einer Spurweite von 400 mm entwickelt, die in der Patentschrift beschrieben wurden:

Schienenbahn und Fahrzeuge des „Transporteur Decauville“, 1877
  • Vier verschiedene Arten von Weichen in unterschiedlichen KrĂŒmmungsradien fĂŒr zwei symmetrisch gegabelte Gleise, fĂŒr einen geraden Strang und Abzweigung entweder nach rechts oder nach links sowie Dreiwegweichen
  • Drehscheiben, die aus zwei auf kleinen Laufrollen ĂŒbereinander liegenden Platten bestanden, von denen die untere den Drehzapfen trug (80 kg)
  • Transportable BahnĂŒbergĂ€nge mit auf den Traversen aufgeschraubten Eichenbohlen und außerhalb der Schienen schrĂ€g geschnittenen Auffahrten aus Holz
  • Der Plattformwagen, der sogenannte „Transporteur Decauville“, speziell fĂŒr landwirtschaftliche Zwecke, zum Holztransport oder als Kippwagen
  • Zur Anspannung von Pferden sowie zur Verbindung mehrerer Wagen dienten eiserne Zugstangen, deren Enden einerseits mit einem Auge, andererseits mit einem krĂ€ftigen Haken versehen waren.[3][4]
Decauville-Schienen­system
Decauville-Loren beim Chemin de fer des Chanteraines

1877 begann die industrielle Fertigung der „tragbaren Eisenbahn“, also von genieteten Gleisjochen fĂŒr fliegende Gleise von Feldbahnen. Die Spurweite wuchs mit der Zeit von 400 auf 500 und 600 mm. Außerdem wurden passende Lokomotiven und Waggons entwickelt. 1880 gab Decauville bekannt, dass 3000 Bestellungen eingegangen seien und er in Corbeil (heute Corbeil-Essonnes in der Île-de-France) eine Fabrik von 80.000 mÂČ plane.

Decauvilles Idee fand vielfache industrielle und touristische Anwendungen. BerĂŒhmt wurde unter anderem die Decauville-Bahn an der Weltausstellung Paris 1889, mit der 6 Millionen Personen transportiert wurden. Auch zur Weltausstellung Paris 1900 stellte das Unternehmen eine Ausstellungsbahn bereit. Sie verlief als elektrische Eisenbahn parallel zur „Straße der Zukunft“, einem hölzernen Fahrsteig mit einer LĂ€nge von 3,5 Kilometern.

Um 1911 ist das Unternehmen SociĂ©tĂ© Nouvelle des Établissements Decauville AĂźnĂ© mit einem Kapital von 5 Millionen Francs nachweisbar.[1] In jenem Jahr kam es zur GrĂŒndung einer Interessengemeinschaft mit der Orenstein & Koppel – Arthur Koppel Aktiengesellschaft in Berlin. Das auf zwanzig Jahre geschlossene Abkommen bezweckte eine Aufteilung der Absatzgebiete. Orenstein & Koppel ĂŒbernahm das belgische Decauville-Werk in Val-Saint-Lambert und ĂŒberließ dafĂŒr Decauville sein Werk in Fives.[1]

WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs wurden die 600-mm-Bahnen des Systems Decauville vielfach auf Seiten der Entente (Trench Railways) militĂ€risch angewendet. In der Nachkriegszeit wurden sie durch das Kontor fĂŒr öffentliche Arbeiten, Bergbau und IndustrieausrĂŒstung vermarktet.

Die aus zollrechtlichen GrĂŒnden gegrĂŒndeten italienischen Decauville-Werke in Diano Marina produzierten von 1889 bis 1895 vor allem Schmalspurbahn-Gleisjoche und Kipploren. Um ZollgebĂŒhren beim Export nach Belgien zu sparen, wurden dessen Maschinen ab 1895 in die dort neu gegrĂŒndeten Decauville-Werke in Val-Saint-Lambert transferiert, die ab 1911 von der Berliner Firma Orenstein & Koppel ĂŒbernommen wurden. Um 1923 hatte Decauville vier Fabriken: Neben dem Hauptwerk in Corbeil-Essonnes noch solche in Marquette-lez-Lille, Aulnay-sous-Bois und Moulins.

Oben die ĂŒbliche Kombination von Schwelle und Schiene mit drei Nieten; Mitte und unten die zur Lastverteilung zusĂ€tzlich eingesetzten halbschalenförmigen FĂŒĂŸe, die mit einer Schraube unter der Schwelle befestigt wurden.

Beim System Decauville bestanden Schienen und Schwellen aus Stahl und wurden mit Stahlnieten miteinander verbunden.[5] Die Schwellen ragten in den meisten FĂ€llen nicht ĂŒber den Ă€ußeren Rand des Schienenfußes hinaus. Dadurch blieben die Gleise leicht und beanspruchten beim Transport wenig Raum.[6] Die Schwellen besaßen eine lĂ€nglich ausgebauchte Rippe, um die Steifigkeit zu erhöhen.

Stoßverbindung der Gleise

Die Schienen wurden untereinander durch zwei seitliche Laschen sowie eine unter dem Stoß liegende Stahlplatte verbunden. Durch Löcher in Schienen, Laschen und Platte wurden nach dem Verlegen Stifte gesteckt.

Die Bahn wurde meist ohne Schotter auf einem Feldweg oder dem Erdboden verlegt. Zur Lastverteilung auf besonders weichem Boden sowie an der Außenseite von Bögen wurden halbschalenförmige FĂŒĂŸe verwendet, die unter die Schnittpunkte von Schwellen und Schienen geschraubt wurden.

Als Spurweite wurden je nach Einsatzfall meist 500 mm oder 600 mm gewÀhlt. Je nach Belastbarkeit betrug das Metergewicht der einzelnen Schiene 4,5 kg, 7 kg, 9,5 kg oder 12 kg. Ein Gleisjoch von 5 m LÀnge wog bei einem Schienengewicht von 4,5 kg/m und einer Spurweite von 500 mm nur 50 kg, so dass es von einem Mann getragen und verlegt werden konnte.[7]

Regelspurige Eisenbahnfahrzeuge

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Y 7504 von Decauville im Lokomotivschuppen des Betriebswerks Chambéry

Schließlich erweiterte der Bau traditioneller Waggons die Produktpalette des Unternehmens. 1896 entstand ein erster Dampftriebwagen fĂŒr die Spurweite 1435 mm (Normalspur).

1934 wurden an das Eisenbahnunternehmen Compagnie des chemins de fer du Nord zwei Dieseltriebwagen (ZZ 13 und 14) geliefert, die als XDC 1001 und 1002 von der 1938 entstandenen Staatsbahn SNCF ĂŒbernommen wurden. Die 23,07 m langen Drehgestellfahrzeuge wurden 1939 abgestellt und gelangten 1945 nach Hessen.[8] In den Jahren 1936 und 1937 baute Decauville fĂŒr die Compagnie des chemins de fer de Paris Ă  Lyon et Ă  la MĂ©diterranĂ©e (PLM) neun dieselelektrische Triebwagen (ZZ P 1 bis P 9), die ab 1947 bei der SNCF als Baureihe X 52000 liefen. Die 24,00 m langen und 110 km/h schnellen Fahrzeuge waren nach Umbauten, wĂ€hrend derer sie ihre charakteristischen Motorvorbauten verloren, bis 1973 im Einsatz. Zehn Ă€hnliche Triebwagen (Baureihe X 52100, bereits mit Motoren hinter dem FĂŒhrerstand) erhielt die SNCF nach 1945. Zwei Fahrzeuge dieser Familie (ZZy 25101 und 25102) orderten 1937 die Chemins de fer de l’État (ETAT); sie hatten zwei Motoren Ă  150 PS und waren 130 km/h schnell. 1951 wurden sie abgestellt.

Decauville-Triebwagen ZZy 25101 der Chemins de fer de l’État
X 52103 von Decauville im Eisenbahnmuseum MĂŒlhau­sen
X 2403 als Museumsfahr­zeug in Saumur, 2014
Bei Decauville gebauter Einheitsbeiwagen in Pacy-sur-Eure, 1994

1937 beteiligte sich Decauville an der Entwicklung des „Autorail standard“.[9] 53 dieser Einheitstriebwagen wurden bis 1939 ausgeliefert, Decauville steuerte 23 WagenkĂ€sten bei. Ebenfalls 1937 baute das Unternehmen fĂŒr die Compagnie des chemins de fer du Nord ein propellergetriebenes Fahrzeug, das 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Zwischen 1950 und 1954 entstanden bei Decauville die zur Baureihe X 2400 zĂ€hlenden Triebwagen X 2401 bis 2479. Daneben stellte Decauville zahlreiche Triebwagen-Beiwagen her.

1935 baute Decauville fĂŒr die PLM eine erste, 7,18 m lange Kleinlokomotive mit Dieselmotor. 1949/50 folgten fĂŒr die SNCF 59 Maschinen der Baureihe Y 6200, 1954 bis 1958 50 Y 6400. 1961/62 entstanden bei Decauville 80 Y 7100 und 1963 bis 1965 120 Loks der Baureihe Y 7400.

Paul Decauville grĂŒndete 1897 die SociĂ©tĂ© des Voitures Automobiles Decauville in Corbeil-Essonnes und begann dort 1898 mit der Automobilproduktion.

Straßenbahnen mit Benzinmotor

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Fahrgestell eines Straßenbahnwagens mit Benzinmotor von Decauville AĂźnĂ©, 1906

Im Pariser Autosalon stellte DĂ©cauville AĂźnĂ© 1906 einen Straßenbahnwagen mit Benzinmotorantrieb aus, der zu diesem Zeitpunkt in Frankreich und Belgien bereits mehrfach eingesetzt wurde. In das Untergestell eines dreiachsigen Straßenbahnwagens war ein 18 PS starker Vierzylindermotor (Ăž100 × 105 mm) mit Kupplung und Getriebe eingebaut, dessen drei Geschwindigkeiten 6, 18 und 30 km/h betrugen. Alle Teile des Antriebs waren durch eine UmhĂŒllung gegen Staub geschĂŒtzt und durch zwei große an den Seiten befindliche TĂŒren bequem zugĂ€nglich. Das Chassis ruhte vorne auf einem Drehgestell. Die Triebachse lag hinten und war durch eine besondere Anordnung verschiebbar, um die Ausdehnung der Antriebskette auszugleichen. Der FĂŒhrer, der zwei krĂ€ftig wirkende Bremsen bediente, stand auf der vorderen Plattform, auf der alle Bedienhebel vereinigt waren, deren Einstellungen durch BowdenzĂŒge ĂŒbertragen wurden. Der Straßenbahnwagen bot 24 SitzplĂ€tze und 10 StehplĂ€tze.[10]

Uferbefestigung

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Die nach einer KĂŒriss oder KĂŒrass benannte Decauville-Uferbefestigung (französisch La Cuirasse Decauville) war ein 1907 von Paul Decauville erfundenes KĂŒsten- und Uferbefestigungssystem, bei dessen Bau vor Ort mit einer Brikettpresse hergestellte Lochziegel wie bei einer Klaviatur auf Drahtseile aufgefĂ€delt wurden.

Von Decauville 1910 ausgelieferter U-Bahn-Beiwagen der Nord-Sud, 2010

FĂŒr die SociĂ©tĂ© du chemin de fer Ă©lectrique souterrain Nord-Sud de Paris (Nord-Sud), die zwei Linien der Pariser MĂ©tro baute und betrieb, fertigte Decauville zahlreiche U-Bahn-Fahrzeuge der Bauart Sprague-Thomson. 1919 wurden zehn Triebwagen bestellt, die 1922 als M 91 bis M 100 ausgeliefert wurden. Bereits 1910 hatte die Firma 53 Beiwagen geliefert, denen 1912 47 weitere folgten. Zwischen 1921 und 1925 wurden fĂŒr die Nord-Sud nochmals 24 Beiwagen gebaut.[11]

Decauville betrieb einen scharfen Expansionskurs fĂŒr sein Werk und fĂŒgte weitere Produkte wie Elektromotoren hinzu. 1891 nahm das Unternehmen die Herstellung von FahrrĂ€dern auf, darunter ein Dreirad, in dem der Passagier in einem bequemen Sessel zwischen den VorderrĂ€dern saß. FahrrĂ€der blieben bis 1911 im Sortiment. Die FahrrĂ€der wurden so vermarktet, dass die Kunden dachten, ein Produkt aus Paris zu erwerben, was damals als relevant erschien. Bei den anderen Produkten von Decauville war der Herstellungsort nebensĂ€chlich.

Streiks und Entlassungen

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Am 30. November 1936 wurden die 1.200 streikenden Arbeiter der Eisenbahnmaterialfabrik Decauville in Lille entlassen.[12]

Niedergang und Neufokussierung

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Marrel-Absetzkipper, 2023, hinter dem FĂŒhrerhaus ist ein Ladekran der Mutter Fassi

Im Jahr 1956 wurde die Whittaker-Gruppe MehrheitsaktionĂ€rin der Firma „Decauville S.A.“. Das EisenbahngeschĂ€ft wurde nach und nach zugunsten der Herstellung von AusrĂŒstung fĂŒr Lastkraftwagen und insbesondere fĂŒr Schiffe aufgegeben. In nur sechs Jahren ging die Belegschaft des Unternehmens um die HĂ€lfte zurĂŒck: Rund 1.000 Mitarbeiter waren 1957 beschĂ€ftigt, 689 im Jahr 1960 und 560 im Jahr 1962. Die Aktienanteile wurden 1985 neu verteilt und die „SociĂ©tĂ© Industrielle Decauville“ wurde gegrĂŒndet. Nur die ursprĂŒngliche Fabrik in Corbeil blieb erhalten. In den frĂŒhen 2000er Jahren stellte auch sie den Betrieb vorĂŒbergehend ein.[13]

Seit 2014 war Decauville SAS als Tochtergesellschaft von Marrel ein Teil der CTELM-Gruppe, die seit 2018 zum Ladekranhersteller Fassi gehört.[14] Das in der Rue Decauville von Corbeil-Essonnes ansÀssige Unternehmen hatte sich unter der Marke Decauville auf die Montage von LKW-LadekrÀnen, Abrollkippern und Absetzkippern spezialisiert. Das zuletzt von Decauville gefertigte Produktsortiment wird mittlerweile unter Marrel produziert, Decauville SAS ist nur noch Fassi-HÀndler und gehört zur Fassi-Gruppe.[15][16] Im Januar 2026 Ànderte das Unternehmen seinen Markennamen und sein Logo von Decauville auf Fassi Paris Sud.

Beispiele handbetriebener Bahnen

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KĂŒrzere, meist handbetriebene Bahnen der Firma Decauville und ihrer Lizenznehmer wurden weltweit vielseitig genutzt, wie folgende Beispiele in chronologischer Reihenfolge zeigen:

Ferme Decauville in Petit Bourg

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Loren zum ZuckerrĂŒbentransport
ZuckerrĂŒbenernte, 1878

Paul Decauville verlegte auf seinem eigenen Landgut in Petit Bourg eine 5 Kilometer nach seinem System hergestellte Feldbahn, die dem französischen und internationalem Publikum mit großer Begeisterung vorgefĂŒhrt wurde. Sie hat sich besonders fĂŒr Erdbewegungen, fĂŒr die Verfrachtung von ZuckerrĂŒben und Ă€hnliche Zwecke sehr bewĂ€hrt.

Der „Porteur Decauville“ beruhte auf dem Prinzip der Verteilung der Lasten auf eine möglichst große Anzahl von Achsen. Bei GĂŒtern, die geteilt werden konnten, wie Bergwerksprodukte, Ziegel, landwirtschaftliche Erzeugniesse, wurde die zu transportierende Last auf Partien von 200–500 kg verteilt, die auf kleine Loren mit zwei Achsen verladen wurden. Das war auch im forstwirtschaftlichen Transportwesen ĂŒblich, wenn es sich um den Transport von Lohrinde, Holzkohle, Torf und dergleichen handelte.[17]

Japy FrĂšres & Cie. in Beaucourt

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Langholzwagen
Usines Japy FrĂšres Beaucourt

Die Firma Japy FrĂšres & Cie. in Beaucourt hat zum Transport von 6 bis 18 m langen BaumstĂ€mmen eine 1100 m lange Waldbahn aus Decauville-Gleisjochen erbaut. Wenn unteilbare Frachten, wie große BaumstĂ€mme, fortbewegt werden sollten, wurden diese auf zwei Wagen mit Drehschemeln gelegt, die jeweils 2 oder 3 Achsen hatten.[17][18]

Charente Inférieure

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Die General-Direction der Forstgebiete in der Charente-InfĂ©rieure hat den Transport der Faschinen zur Festigung der DĂŒnen auf einer Decauvillebahn von 1100 m LĂ€nge bewerkstelligt.[17]

Vierachsiger Langholzwagen

Graf von Castex transportierte in Freiburg bereits vor dem April 1879 Telegraphenstangen auf einer 200 m langen Decauvillebahn. Weitere Anwendungen befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in verschiedenen SÀgewerken, Fassfabriken und der holzverarbeitenden Industrie.[17]

Werksbahn von Frank Pearn & Co. in Manchester, England

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Frank Pearn & Co. errichteten 1880 im Stadtteil West Gorton von Manchester eine Fabrik zur Herstellung von Bergbau-Drainagepumpen. Als Werksbahn installierten sie eine Decauville-Bahn mit einer Spurweite von 500 mm, die von John Fowler & Co. aus Leeds geliefert wurde. Die aus Frankreich importierte AusrĂŒstung wurde mit von Fowler hergestellten Produkten ergĂ€nzt. Als die Reste der Werksbahn 1984 abgebaut wurden, erwarb die Ripon & District Light Railway folgende Decauville-Wagen und -Gleise aus dem Baujahr 1880, die dort heute noch erhalten sind: 3 Plattformwagen mit Panama-Achslagern, eine zweifache und eine vierfache Drehscheibe sowie 10 gerade, jeweils 2,5 m lange Gleisabschnitte von Decauville sowie 2 Plattformwagen, eine Weiche und sechs gerade, jeweils 15 Fuß (4,57 m) lange Gleisabschnitte von Fowler.[19]

Wasserballastbahn in Genf

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Genfer Wasserballastbahn

Um 1881 richtete der fĂŒr die Wasserversorgung der Stadt Genf verantwortliche Ingenieur E. Merle d’Aubigne eine Wasserballastbahn zum Bois de la BĂątie von Genf ein. Auf der Hochebene gab es zu dieser Zeit bereits ein Reservoir, das nachts befĂŒllt wurde, um tags die Trinkwasserversorgung von Genf zu gewĂ€hrleisten. Auf den Wagen der Standseilbahn, die keine Antriebsmaschine benötigte, da sie die Schwerkraft eines mit Wasser gefĂŒllten Tanks des bergabfahrenden Wagens als Antriebskraft nutzte, konnten Decauville-Kipploren mit der damals noch ĂŒblichen Spurweite von 400 mm bergauf und bergab befördert werden.

Ferme de Galande bei Réau

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Decauville-Bahn des ZuckerrĂŒbenproduzenten Arthur Brandin in RĂ©au um 1881[20]

Der ZuckerrĂŒben­produzent Arthur Brandin investierte um 1881 in eine Decauville-Bahn mit acht von Pferden gezogenen Kipploren fĂŒr die Ferme de Galande bei RĂ©au, 15 km östlich der Decauville-Fabrik in Petit Bourg. Er war nicht nur ZuckerrĂŒbenbauer, sondern auch BĂŒrgermeister von RĂ©au und von 1895 bis 1912 Republikanischer Konsul des Kantons Brie-Comte-Robert. Der OberflĂ€chenboden seiner ZuckerrĂŒbenfelder bestand aus Ton, in den Fragmente von Kieselsandstein eingebettet waren, die fĂŒr MĂŒhlsteine und bauliche Zwecke verwendet wurden. Der Untergrund war Kalkstein, so dass die Felder zur Erntezeit oft sehr matschig waren, bis Brandin eine innovativ konzipierte Drainage anlegte.[21]

Bau des Panamakanals

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Jamaikanische Kanalbauarbeiter in Panama, 1881–1889. Die Kipploren haben noch keine Verriegelung und viereckige Fahrgestelle statt der spĂ€ter ĂŒblichen aus gebogenen U-Profilen

Nach dem finanziellen Erfolg des 1869 eröffneten Sueskanals in Ägypten gingen die Franzosen davon aus, dass ein Kanal, der Atlantik und Pazifik miteinander verbindet, ebenso einfach zu bauen wĂ€re. Decauville hat unter anderen ĂŒber 4000 Kipploren („Kipplowrys“) fĂŒr den Bau des Panama-Kanals geliefert.[22] WĂ€hrend des von den Franzosen von 1881 bis 1889 unternommenen ersten Versuchs des Kanalbaus starben 22.000 Arbeiter (7,5 Menschenleben pro Tag) in der Sumpflandschaft an Gelbfieber und Malaria, deren Erreger noch unbekannt waren.[23] In den ersten beiden Jahren der von den Amerikanern ab 1894 durchgefĂŒhrten zweiten Bauphase waren nur die alten französischen Lokomotiven verfĂŒgbar. Zum Jahreswechsel 1895/1896 gab es unter anderem 14 Schmalspur-Lokomotiven, 7449 Decauville-Kippwagen und 110 km Decauville-Bahn.[24] Am 30. Juni 1906 waren 106 französische und erst 15 amerikanische Lokomotiven im Einsatz. Das Gleiche gilt fĂŒr die französischen Decauville-Kipploren. Im Jahr 1904 wurden noch 308 davon verwendet und 1905 waren mehr als 2000 repariert und wieder in Betrieb genommen worden sowie 300 in Amerika gebaute Wagen. Im Dezember 1904 arbeiteten im Culebra Cut sechs alte französische Decauville-Eimerkettenbagger, die generalĂŒberholt und wieder in Betrieb genommen wurden.[25]

Zuckerfabrik von Dzoumogné auf Mayotte

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Zuckerfabrik von Dzoumogné

Die Zucker- und Rumfabrik von DzoumognĂ© auf einer etwa 1500 Hektar großen Plantage im französischen Überseegebiet Mayotte gehörte bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Familie Cougnac und wurde 1864 von Duperrier ĂŒbernommen.[26] Sie verfĂŒgte ĂŒber eine vermutlich handbetriebene Decauvillebahn. Diese fĂŒhrte vom Schiffsanleger zu der Fabrik und ihren Lagerhallen.[27] Sie war 1720 m lang und hatte eine Spurweite von 500 mm.[26] Das weist darauf hin, dass sie möglicherweise schon um 1880 von der SociĂ©tĂ© J.F Cail & Cie bei der Errichtung des FabrikgebĂ€udes verlegt wurde, um dessen aus Frankreich importierten StahltrĂ€ger und die Dampfkessel zu transportieren. SpĂ€ter wurde sie genutzt, um den Zucker und Rum zu verschiffen.[27] 1955 wurde die Produktion aufgegeben.[26]

KĂŒhlhaus von San NicolĂĄs, Argentinien

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TerrassĂłn-KĂŒhlhaus in San NicolĂĄs bei Buenos Aires, 1882–1896

Der Franzose Eugenio TerrassĂłn († 29. September 1914 in Paris) grĂŒndete 1882 La Elisa, das erste KĂŒhlhaus SĂŒdamerikas. Es lag am neuen Hafen San NicolĂĄs in der Provinz Buenos Aires und fokussierte sich auf den Export von argentinischem Gefrierfleisch nach Europa. Es konnte mit seiner Linde-KĂ€ltemaschine bis zu 30 Tonnen Fleisch pro Tag einfrieren und in seinen KĂŒhlkammern bis zu 500 Tonnen lagern. Dort arbeiteten zur BlĂŒtezeit etwa 100 Mitarbeiter.[28][29]

TerrassĂłn exportierte mit vier Schiffen seiner eigenen Reederei tĂ€glich bis zu 15.000 gefrorene Schafe. Bis 1893 exportierte er 1,5 Mio. gefrorene Schafe. Nachdem sich die KĂŒhlhĂ€user von englischen und nordamerikanischen Investoren zu The South American Fresh Meat Co. zusammengeschlossen hatten, ĂŒbernahmen sie als Oligopol die Kontrolle ĂŒber den argentinischen Fleischexportmarkt, so dass TerrassĂłns Unternehmen aus dem Markt gedrĂ€ngt wurde.[30] Am 5. November 1896 wurden die KĂŒhlgerĂ€te in einer öffentlichen Auktion an einen Londoner HypothekenglĂ€ubiger verkauft.[28]

Batterie Lessivas

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Decauville-Gleise zur und auf der Batterie Lessivas, um 1883

Nach dem verlorenen Krieg von 1870 beschloss der französische Generalstab aus Angst vor einer neuen Invasion, um Lyon herum einen FestungsgĂŒrtel zu errichten, durch den Bron durch eine 11 km lange Mauer, das Fort de Bron und zwei Festungen, die Batterien Parilly und Lessivas befestigt wurde. Die Batterie von Lessivas wurde zwischen 1878 und 1880 erbaut und bestand aus einer etwa 200 m langen und 100 m breiten Mauer, die halb unterirdische Kasernen fĂŒr 150 Mann und StellplĂ€tze fĂŒr 17 Kanonen enthielt. Sie wurde spĂ€testens 1883 mit einer Decauville-Bahn erschlossen, und auch auf der Mauer der Batterie lagen wohl Decauville-Gleise. Neben der Verteidigung der Straße nach Genas ermöglichte sie auch ein Kreuzfeuer mit den Forts von DĂ©cines und Chassieu. WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs wurde sie als Unterkunft fĂŒr die dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Bron zugeteilten Truppen genutzt und nach dem Zweiten Weltkrieg außer Dienst gestellt. An ihrer Stelle wurden zwischen 1966 und 1970 die vier GebĂ€ude der Eigentumswohnung „Le Lessivas“ an der Rue de la Batterie errichtet. Die unterirdischen RĂ€ume der Festung sind jedoch immer noch unter den GrĂŒnflĂ€chen der Wohnanlage vergraben und sind heute weitgehend unbekannte Zeitzeugen.[31][32][33]

Tatton Hall in England

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Decauville-Kellereisenbahn in Tatton Hall

Im Keller der Tatton Hall, einem Landhaus bei Knutsford, Cheshire, England gibt es eine von Decauville gelieferte Kohlen-Eisenbahn mit 400 mm Spurweite. Das GebÀude steht heute unter Grade-I-Denkmalschutz, und einige seiner RÀume lassen sich besichtigen. Die Bahn stammt möglicherweise aus der Zeit des Umbaus von 1884, bei dem eine Eingangshalle an der Nordseite und ein Raucherzimmer an der Westseite angebaut wurden.[34]

Esposizione Generale Italiana in Turin, 1884

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Decauville-Dampfstraßenbahn in Turin, 1884

Eine Schmalspur-Dampfstraßenbahn mit 600-mm-Spurweite nach dem Decauville-System wurde auf dem GelĂ€nde der Esposizione Generale Italiana in Turin, 1884 verlegt. Die Wagen, die von zwei Miniaturlokomotiven mit einem Gewicht von je 3 Tonnen, der Regina Margherita und der Torino, gezogen wurden, beförderten die FahrgĂ€ste von der Porta Reale zur Porta Isabella.[35]

Schiffswerft in Dumbarton in Schottland

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Tragbare Feldbahngleise der Schiffswerft in Dumbarton

Die Messrs Denny & Brothers’ Shipbuilding Works in Dumbarton in Schottland richteten bereits vor 1884 eine 19 km lange Decauville-Werksbahn fĂŒr den innerbetrieblichen Transport ein.[36] Das Eisenbahnsystem der Werft war ungewöhnlich umfangreich. Der Normalspurgleisanschluss fĂŒhrte von der Hauptstrecke der North British Railway von Norden in die Werft, wo ein etwa zwei Hektar großer Lagerplatz ausreichend Platz zum Zwischenlagern der angelieferten Materialien aus Stahl und Eisen bot. Die Stellen, die mit Normalspurwagen nicht zugĂ€nglich waren, konnten ĂŒber temporĂ€r verlegte Decauville-Gleise erreicht werden. Dabei kamen 4, 6, 8, 12 oder 16 Fuß lange Decauville-Gleisjoche, deren Stahlschienen mit den Schwellen unlösbar vernietet waren, sowie spezielle Wagen und Loren, die von den Herstellern geliefert worden waren, zum Einsatz. In AbhĂ€ngigkeit vom Transportbedarf konnte die Feldbahn schnell neu verlegt werden, wobei auch Bögen, Kreuzungen und leichte aber ausreichend stabile Drehscheiben eingesetzt wurden. Einer der vier Höchstpreise des im August 1880 eingefĂŒhrten betrieblichen Verbesserungsvorschlagswesens bezog sich auf ein verbessertes Verfahren zur Verlegung der Decauville-Eisenbahn ĂŒber die Hauptstrecke hinweg. Im Zusammenhang mit dieser Erfindung verdoppelte der Patentinhaber des Decauville-Eisenbahnsystems den Preis des Ausschusses von 10 £ auf 20 £.[37]

Musée des arts et métiers in Paris

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Decauville-Bahn im Musée des arts et métiers und in der Klosterkirche St-Martin-des-Champs, wo sie in einem Bogen um das Foucault-Pendel verlÀuft

Im MusĂ©e des arts et mĂ©tiers in Paris gibt es eine ungewöhnliche Decauville-Bahn, mit der frĂŒher die AusstellungsstĂŒcke aus den Vitrinen des Ausstellungssaals im ersten Stock des Museums in die VortragssĂ€le transportiert wurden, um sie dort bei Lehrveranstaltungen vorzufĂŒhren. Mit einem Lastenaufzug beim heutigen Automaten-Theater konnten die AusstellungsstĂŒcke ins Erdgeschoss gebracht werden. Er wurde bei der Renovierung des Museums in den 1990er Jahren ausgebaut. Im ersten Stock sind ein gusseiserner Drehgestellwagen mit einer GrĂ¶ĂŸe von 730 × 730 mm und eine Weiche erhalten, und im Steinboden der Kirche sind eine gusseiserne Drehscheibe (N° 77) und eine weitere Weiche eingelassen.[38][39] Die Schienen mit 500 mm Spurweite werden aber heutzutage nicht mehr benutzt, sondern dienen als Zeugnis der Geschichte des Museums. Die Gleise bestehen aus einer mit einer Nut verstehen Broca-Straßenbahnschiene rechts und einer Vignolschiene links, auf der ein spurkranzloses Rad lief. Die Nut der Straßenbahnschiene ist mit Gummi ausgegossen.[40][41]

Jardin des Plantes in Toulouse, Frankreich

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Am 25. August 1883 wurde eine kleine von Eseln gezogene Straßenbahn fĂŒr Kinder im Jardin des Plantes von Toulouse verlegt, die auch von SpaziergĂ€ngern genutzt werden konnte. Die Decauville-Schienen stammten von einer Ausstellung.[42]

Piereisenbahn von Obock im heutigen Dschibuti

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Decauvillebahn am Tour Soleillet nach dem Wirbelsturm vom 1. Juni 1885
Piereisenbahn von Obock um 1890
Zwei Decauville-Bahnen auf einer Karte vom Juni 1889

In der Hafenstadt Obock am Golf von Tadjoura in Französisch-Somaliland im Norden der heutigen Republik Dschibuti gab es um 1883 zwei Decauville-Piereisenbahnen.[43] 1862 hatte Frankreich Obock fĂŒr zehntausend Taler, oder etwa fĂŒnfzigtausend Franc von lokalen Sultanen der Afar erworben, um dort eine Bekohlungsstation fĂŒr Dampfschiffe zu errichten. Damit begann die Kolonisierung der Region Obock, das durch einen schwer zu ĂŒberquerenden Gebirgszug vom Rest des Landes abgetrennt ist.

Jules Mesnier, von der Compagnie des Steamers de l’Ouest, erhielt 1883 das Recht, die französische Flotte mit Kohle zu beliefern und richtete daraufhin 1884 ein nicht ĂŒberdachtes Kohlenlager in Obock ein. Seine Kohlen waren allerdings 20 Franc pro Tonne teurer und ihre Verladung dauerte fĂŒnfmal so lang wie in der britischen Kolonie Aden. DarĂŒber hinaus war das Quellwasser aus Obock so schwefelhaltig, dass es fĂŒr die Kessel der Dampfschiffe destilliert werden musste, was den Selbstkostenpreis um 50 % erhöhte.[44] Daher machte die Kolonialverwaltung 1892 Dschibuti zu ihrem neuen Zentrum.

Hacienda la Reparada, Ponce, Puerto Rico

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Hacienda la Reparada

Auf der Hacienda Reparada in Ponce, Puerto Rico gab es im Mai 1883 bereits 11,25 km (7 Meilen) tragbare Feldbahngleise mit dem Aufdruck Decauville und 84 Waggons desselben Unternehmens fĂŒr den Transport von Zuckerrohr.[45] Sie war im Besitz von Don JosĂ© Gallart Forgas, der auch die 1823 von zwei EnglĂ€ndern gegrĂŒndete Hacienda Fortuna mit 1.300 Hektar Land besaß, von denen 1902 800 mit Zuckerrohr bebaut waren, sowie die Haciendas La Luciana, La Cristina und Serrano. Er hatte eine Konzession zur Wasserentnahme aus den FlĂŒssen InabĂłn und Jacaguas.[46]

Waldbahn im Kottenforst bei Bonn

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Forstmeister Sprengel aus Bonn unterzeichnete im Januar 1886 einen Vertrag fĂŒr die Verlegung einer fast 7,5 km (1 deutsche Meile) langen fest verlegten Waldbahn nebst 2 km langen Wandergleisen mit R. Dolberg aus Rostock und Berlin. Diese wurde bereits 6 Monate spĂ€ter in Betrieb genommen und bewirkte eine völlige Umgestaltung des Holzhandels im Forstrevier Kottenforst zwischen Bonn und der Eifel. Der Forstmeister wies im Juni 1886 in einem Vortrag darauf hin, dass „zwei hervorragende deutsche Fabrikanten wegen Benutzung Decauvill’scher Zeichnungen als eigener Fabrikempfehlungen zu je 5000 Francs Strafe haben verurtheilt werden können.“[47] Die Waldbahn hatte im Bahnhof Kottenforst Anschluss an die Staatsbahn.

Phosphatwerke in Bach, Frankreich

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Loren der Phosphatiùres du Cloup d’Aural aus der Zeit um 1886

Die PhosphatiĂšres du Cloup d’Aural in der sĂŒdfranzösischen Gemeinde Bach verwendeten vermutlich um 1886 eine handbetriebene Decauvillebahn beim Abbau der als DĂŒnger abgebauten und vermarkteten Phosphatvorkommen. Dort hatte sich vor 170 Millionen Jahren bei der Zersetzung organischer Stoffe in ein phosphathaltiger Karbonatschlamm ablagert, als die Gegend noch von einem tropischen Meer bedeckt war. Die Phosphate haben sich zu einem spĂ€teren Zeitpunkt vor 50 bis 20 Millionen Jahren in ehemaligen Dolinen und Höhlen des Karstgebietes angereichert.[48] Nachdem der Apotheker, Mediziner und Chemiker Jean-AndrĂ© PoumarĂšde dort 1865 Tricalciumphosphat gefunden hatte, kam in Quercy zu einem regelrechten Phosphat-Fieber, so dass 1886 laut einer amtlichen Statistik des Service des Mines 161 SteinbrĂŒche das Phosphorit Quercy abbauten und 30.000 Tonnen Erz im Wert von 1 Million Franken pro Jahr förderten. Doch schon 1887 gingen die LagerstĂ€tten zur Neige, woraufhin 112 der Phosphatwerke geschlossen wurden. Nach der Entdeckung von Phosphaten in Nordafrika (ab 1899 in Tunesien, dann in Algerien und insbesondere in Marokko) verlor der Abbau der Phosphate von Quercy noch mehr an Bedeutung.

Die ehemalige Phosphatmine wurde am 10. Dezember 1998 als historisches Denkmal unter Denkmalschutz gestellt.[49] Das GelĂ€nde kann vom 1. April bis Anfang November im Rahmen von durch einen Verein organisierten FĂŒhrungen besichtigt werden.[50] Zum Schutz der BergbaustĂ€tten, einschließlich derjenigen der Cloup d’Aural, hat der Staat im Juni 2015 das Nationale Naturschutzgebiet von geologischem Interesse des Departements Lot eingerichtet.[51]

Trinkwasserrohrleitungsbau in Yokohama, Japan

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Trinkwasserrohrleitungsbau in Yokohama, 1886–1887

Die gusseiserne Trinkwasserrohrleitung in Yokohama wurde 1886–1887 mithilfe einer von Hand betriebenen Decauville-Bahn verlegt. Sie hatte eine Spurweite von 500 mm. Die Bauarbeiten standen unter der Leitung von Generalmajor Henry Spencer Palmer (* 30. April 1838 in Bangalore; † 10. Februar 1893). UnterstĂŒtzung erhielt er von Hirano Tomiji (1846–1892) von den Ishikawajima-Werften in Tokio, der unter anderem der Generalvertreter fĂŒr Decauville-Bahnen in Japan war. Er hatte erkannt, dass solche Bahnen nicht nur fĂŒr Bauarbeiten dieser Art, sondern auch als VorlĂ€ufer fĂŒr grĂ¶ĂŸere Eisenbahnstrecken und als Hilfsmittel fĂŒr den Binnenverkehr in einem Land wie Japan, in dem es an guten Straßen, KanĂ€len oder anderen Einrichtungen mangelte, sehr geeignet waren. Die Trinkwasserversorgung wurde am 22. Oktober 1887 fertiggestellt. In der aus 12.000 Rohren bestehenden Leitung waren nur sechs Rohre schadhaft und drei Verbindungsstellen undicht.[52][53]

Boulevard du Colombier in Rennes Frankreich

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Boulevard du Colombier, 1861

Der Boulevard du Colombier in Rennes in Frankreich verbindet den Bahnhof mit dem Vorstadt Faubourg de Nantes. Er wurde 1861–1863 mit einer Breite von 15–20 m angelegt. Auf oder neben dem Boulevard wurde 1887 eine Decauville-Bahn verlegt, die das Futterlager und die Kaserne von Guines miteinander verband. Im Jahr darauf, 1868, wurden 222 BĂ€ume gepflanzt. Der Bauunternehmer Simon sanierte 1880 das durch FrostschĂ€den in Mitleidenschaft gezogene Decauville-Gleis. Der Bauunternehmer Boutineaud baute 1897 BĂŒrgersteige und Rinnen. Im Jahr 1911 baten die Einwohner um das FĂ€llen der BĂ€ume. 1918 wurden 67 Pappeln per Gerichtsurteil verkauft. 1948 verkaufte der Staat das an der Straße zwischen der Rue de l’Alma und dem Futterlager gelegene MilitĂ€rgelĂ€nde fĂŒr den Bau von WohngebĂ€uden in Bon MarchĂ©.[54][55]

Transport eines Kanonenboots in Paris

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Das Kanonenboot Farcy am 25. Juli 1888 auf der Pont de l’Alma in Paris

Das Kanonenboot Farcy, das auf der Großen Französischen Ausstellung 1888 in Paris ausgestellt werden sollte, wurde am 25. Juli 1888 mit einer tragbaren Decauville-Bahn innerhalb weniger Stunden an der Pont de l’Alma aus der Seine gezogen, um es zum Palais de l’Industrie zu bringen. Das Boot, das 1886 gebaut wurde, war 19,8 m lang und 4,9 m breit. Es war mit einer 140-mm-(5œ-Zoll-)Kanone mit einem Gewicht von 13.200 Pfund bewaffnet. Sein Tiefgang betrug nur 0,6 m (2 Fuß), was es ihm erlaubte, in Wasser mit geringer Tiefe zu fahren.

Ein Decauvillegleis wurde auf dem Grund der Seine verlegt und bis zum oberen Ende der Rampe an der BrĂŒcke verlĂ€ngert. Nachdem zwei dreiachsige 9-Tonnen-Loren auf dieser Strecke ins Wasser gerollt worden waren, wurde das Kanonenboot direkt ĂŒber ihnen platziert und, sobald es von dem ersten getragen wurde, von drei Pferden aus dem Wasser gezogen. Wenige Minuten spĂ€ter ruhte sein Heck auf der hinteren Lore, woraufhin das Boot die Rampe hinaufgezogen wurde. Oben angekommen, Ă€nderte es auf einer tragbaren Decauville-Drehscheibe seine Fahrtrichtung im rechten Winkel, und in wenigen Minuten ĂŒberquerte es die BrĂŒcke.

Die zurĂŒckzulegende Entfernung zwischen der BrĂŒcke und dem Palais de l’Industrie betrug 2.000 Meter, aber da nur ein einziges Boot zu transportieren war, verwendete Paul Decauville nur Gleisjoche fĂŒr ein tausend Meter langes GleisstĂŒck, die beim VorrĂŒcken hinter dem Boot stĂŒckweise aufgenommen und vor ihm abgelegt wurden. Die Verlegung des Decauville-Gleises erfolgte so schnell, dass es, wenn keine Hindernisse auftauchten, mit einer Kraft von acht Mann mit einer Geschwindigkeit von 1.500 Metern pro Stunde verlegt wurde. Es war jedoch notwendig, hĂ€ufig anzuhalten, um die vielen Straßenbahnwagen auf der Alma-BrĂŒcke nicht zu behindern, sodass die gesamte Operation fĂŒnfzehn Stunden dauerte.

Bei der Ankunft an der TĂŒr VI. des Palais de l’Industrie stellte sich heraus, dass das Boot eineinhalb Zentimeter (sechs Zehntel Zoll) zu breit war, um hineinzufahren. Die Ausstellungsleiter zögerten, das Boot auf die Seite zu legen, um es in das große Becken im Zentrum der Lebensrettungs-Ausstellung zu bringen. Alle AntrĂ€ge an das Kunstministerium, einige Steine einzumeißeln oder fĂŒr einige Tage zu verschieben, blieben erfolglos. Das Kanonenboot musste daher um einige Meter zurĂŒckgezogen werden, um den Verkehr in diesem Teil der Champs ÉlysĂ©es nicht zu behindern, und es wurde außerhalb des Palais auf der Decauvillebahn ausgestellt. Diese Schiffstransporteisenbahn vermittelte den Parisern eine Vorstellung von der amerikanischen Idee, anstelle der von den Franzosen zu dieser Zeit versuchten Grabung eines Panamakanals, eine Schiffsquerung ĂŒber Land etablieren wollen.[56]

Suchscheinwerfer auf dem Eiffelturm in Paris, Frankreich

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Suchscheinwerfer von Sauter & Lemonnier auf dem Eiffelturm, 1889–1890

Eine der kĂŒrzesten ringförmigen Decauville-Bahnen verlief ab 1889 auf der vierten Plattform des Eiffel-Turms. Darauf konnten zwei Scheinwerfer der Bauart Mangin von Sauter & Lemonnier mit einem Durchmesser von 900 mm und einem Strom von jeweils 100 A, die fĂŒr die KĂŒstenwache entwickelt worden waren, hin und her geschoben werden.[57] Im Jahr 1852 hatte sich Louis Sautter (1825–1912) die Werkstatt seines Schwiegervaters Jean-Baptiste Soleil gekauft, eines Optikers und Ingenieurs, der zusammen mit Augustin Jean Fresnel Linsenscheinwerfer fĂŒr LeuchttĂŒrme baute. Zusammen mit Paul Lemonnier baute er den ersten industriellen Gleichstromgenerator fĂŒr Schiffsbeleuchtung und Suchscheinwerfer.[58]

H. Kuppers Baumwollfabrik Helvetia in Ägypten

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Decauville-Bahn
Verpackung und Export
Wohnhaus

Der Schweizer Unternehmer H. Kupper errichtete um 1890 eine Decauville-Bahn bei seiner Baumwollfabrik Helvetia in Ägypten. In seiner am Nil bei Kifta in der NĂ€he von Kairo gelegenen Fabrik trennte er mit Egreniermaschinen die Samenkapseln und Samen von den Baumwollfasern und presste letztere in transportfĂ€hige Ballen.[59] In der Egreniermaschinenhalle gab es ein Dreischienengleis mit 400 und 600 mm Spurweite. Die in Sackleinen verpackten Baumwollballen wurden nach der industriellen Aufarbeitung auf von Zugtieren gezogenen Drehgestell-Flachwagen zur Verschiffung an den Nil transportiert.

Steinschlagschutz am Pic de PéguÚre

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Ein Arbeiter fĂŒhrt eine Decauville-Lore auf der leicht geneigten Decauville-Bahn zur Baustelle
Kurz vor Abschluss der Bauarbeiten gibt ein Bauarbeiter mit einer roten Fahne ein Signal

Nachdem im Mai 1885 ein militĂ€risch genutztes GebĂ€ude durch einen Murgang am Pic de PĂ©guĂšre (Cauterets) zerstört worden war, wurde 1890/1891 das GelĂ€nde oberhalb von La RaillĂšre gegen Muren und Steinschlag befestigt, wobei die obersten StĂŒtzmauern aus SicherheitsgrĂŒnden zuerst gebaut wurden. Dabei wurde eine kleine Decauville-Bahn verlegt, um die Steinblöcke, die in das Mauerwerk eingebracht werden sollten, sowie die Erde fĂŒr das Gras, das auf einem anderen Berg an der Route de Cambasque gepflanzt werden sollte, zu transportieren. Die Bahn war leicht geneigt, damit die voll beladenen Loren von einem Arbeiter bergab gefĂŒhrt werden konnten und nur die leeren Loren bergauf gezogen werden mussten.[60]

Ausgrabung von Deir el-Bahari in Ägypten

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Édouard Naville und Howard Carter haben 1893–1898 den Totentempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari am Westufer des Nil in Theben (Ägypten) ausgegraben. Zur Abraumbewegung nutzten sie von Hand betriebene Decauville-Kipploren, die Naville zusammen mit 460 m Gleis aus dem Service des Antiquities geliehen hatte.[61] Diese wurde im Dezember 2007 nach einigen Tagen der Suche wieder aufgefunden und bei der Wiederausgrabung des 174 m langen Tunnels zum ersten Grab von Seti, KV17, im Ă€gyptischen Luxor wiederverwendet.[62]

In Chile wurden 1894 in Oazy Harbour und 1896 Punta Delgada Decauville-Bahnen verlegt. In den Holzfabriken von Puerto Yartou, Puerto Arturo und La Paciencia auf der Isla Grande de Tierra del Fuego gab es sie ab 1910 und in denen von Puerto Harris (Isla Dawson) und RĂ­o Grande (Isla Riesco) um die gleiche Zeit. Außerdem gab es welche in den KĂŒhlhĂ€usern von RĂ­o Seco (1905) und Puerto Natales (1917), in den Bergbauzentren von Cutter Cove, auf der Halbinsel Brunswick (1907) und in den Minen Josefina und Elena auf der Insel Riesco (1920er Jahre und spĂ€ter). Ebenfalls bei den LeuchttĂŒrmen von Evangelistas und BahĂ­a FĂ©lix (1895 bzw. 1907). Einige große Schafzuchtbetriebe, wie die von Gente Grande, BahĂ­a Felipe und Caleta Josefina in Feuerland, nutzten sie fĂŒr den GĂŒtertransport.[63]

Waldbahn bei Chouani auf den Komoren

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Arbeitersiedlung auf den Komoren, um 1900

Bei Chouani auf der Insel Grande Comore befand sich um 1900 etwa 7 Kilometer nördlich von Nioumbadjou auf einer Höhe von 575 m ĂŒ. M. am Waldrand das DampfsĂ€gewerk Boboni. Da der Holztransport zwischen dem SĂ€gewerk und dem Meer fĂŒr den raschen Holztransport anfangs unzureichend war, hat die SociĂ©tĂ© de la Grande Comore um 1900 eine 5 Meter breite und flach abfallende Straße gebaut, auf der eine Decauvillebahn verlief. Oberhalb des SĂ€gewerks gab es in verschiedenen Höhenlagen zwei ebene Wege, auf denen Decauville-Langholzloren die StĂ€mme von der Rodung zur Pforte des SĂ€gewerks brachten, von wo aus sie ĂŒber ein leichtes GefĂ€lle zum SĂ€gewerk rollten. Dort wurden die BaumstĂ€mme zuerst mit einer senkrechten SĂ€ge in Bretter zersĂ€gt. Danach wurden diese Bretter je nach Verwendungszweck von KreissĂ€gen und BandsĂ€gen besĂ€umt und abgelĂ€ngt.[64]

Baustellenbahn am Fort de Shinkakasa im Kongo-Freistaat

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SS Akassa entlÀdt Schotter
Seilbahn und De­cau­ville­bahn, Bild-Nr. 1871
G. Moulaerts Baustel­len-LeichtbaubrĂŒcke
Bauarbeiten, 1898

Beim Bau des Fort de Shinkakasa im Kongo-Freistaat setzte die belgische Armee 1891–1909 eine Decauville-Baustellenbahn ein. Sie fĂŒhrte von einem Schiffsanleger und von der Endstation einer Luftseilbahn zur Baustelle des Forts. Mit einer von Georges Moulaert entwickelten und standardisierten LeichtbaubrĂŒcke mit aus Belgien importierten Holzbalken und Drahtseilen konnte die Decauvillebahn Spannweiten von 15–20 m ĂŒberbrĂŒcken.[65][66]

Trocknung von Zirbelkieferzapfen in Modane, Frankreich

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Decauvillebahn auf dem Trockenplatz fĂŒr Zirbelkieferzapfen in Modane (SĂ©cherie de Modane), 1892–1893

In Modane im französischen DĂ©partement Savoie gab es einen großen, befestigten Trocknungsplatz fĂŒr Zirbelkieferzapfen, der ĂŒber eine Decauville-Dreiwegweiche erschlossen war.[67] Die umgangssprachlich ZirbelnĂŒsse genannten Samen dienten der Produktion von Lebensmitteln sowie von Spirituosen wie Zirbenlikör und Zirbenschnaps.

Ausgrabungen in Karthago, Tunesien

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Grabung in Karthago, Tunesien, 1896
Colines de Saint-Louis, Blick auf die Ausgrabungen von Karthago

Der französische Missionar und ArchĂ€ologe Alfred Louis Delattre (26. Juni 1850 in DĂ©ville-lĂšs-Rouen; † 12. Januar 1932) fĂŒhrte um 1896 die Decauville-Ausgrabungsmethode (spanisch mĂ©todo de excavaciĂłn llamado Decauville) im tunesischen Karthago ein. Er untersuchte dort ab 1889 punische GrĂ€ber.[68] Zwischen 1899 und 1901 wurden mehr als 1300 GrĂ€ber ausgegraben, vor allem um nach Wertsachen zu suchen und weniger aus wissenschaftlichem Interesse. Dabei wurden die GrĂ€ber kontinuierlich ausgegraben, indem vertikale Schnitte zum BefĂŒllen der Kipploren ausgefĂŒhrt wurden. Diese konnten ĂŒber tragbare Gleise problemlos bis vor die TĂŒren der Grabkammern geschoben werden. Der Sand wurde erst durchsucht und gesiebt, nachdem der Inhalt der Decauville-Kipploren ausgekippt worden war, in einer Art, die eher fĂŒr Schatzsucher als fĂŒr ArchĂ€ologen typisch war. Auf diese Weise war es unmöglich, eine Abfolge von stratigraphischen Ablagerungen in Betracht zu ziehen, wodurch es zu einem enormen Datenverlust kam. Daher kritisieren viele spĂ€tere ArchĂ€ologen die Arbeit von Delattre.[69]

ArchÀologische Ausgrabungen in Susa im Iran

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Ausgrabungen in Susa im Iran, 1897/98

Der Bergbauingenieur Jacques de Morgan, der bereits in Ägypten antike StĂ€tten ausgegraben hatte, hob auf der Akropolis von Susa im Iran in den Jahren 1897–1898 einen 180 Meter langen Graben aus, um Spuren der achĂ€menidischen Perser zu finden. Dabei erstellten Gruppen von lokal angeworbenen Arbeitern jeweils Schnitte von 5 Metern Breite und 5 Metern Tiefe. Der Abtransport des Aushubs erfolgte mit handbetriebenen Decauville-Kipploren.[70]

Wasser- und Salztransport in der Stadt Dschibuti in Französisch-Somaliland

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Kolonialminister Paul Reynaud in der Salzmine, 1931

Die 1888 von den Franzosen gegrĂŒndete Stadt Dschibuti löste 1892 Obock als Hauptstadt von Französisch-Somaliland ab. Im Jahr 1896 wurde dort eine Sommerresidenz fĂŒr den Gouverneur gebaut. Eine 2500 m lange Decauvillebahn wurde verlegt, um dem Verwaltungspersonal frisches Wasser zu bringen. Die 2500 Meter langen Gleise und die Zisternen waren hundert Mal teurer als eine Wasserversorgung, mit auch die einheimischen Bewohner der Siedlung hĂ€tten versorgt werden können, in der es 1893 eine Cholera-Epidemie gegeben hatte. Mohamed Saleh Coubeche eröffnete dort in der Rue d’Éthiopie im Herzen der Handelsstadt ein SchiffsausrĂŒstungsunternehmen, mit dem er die im Dschibuti vor Anker liegenden Dampfschiffe mit GemĂŒse, Obst, lebenden Tieren und frischem Fleisch versorgte.[71]

Im SĂŒdwesten der Stadt Dschibuti wurde das Salz des Roten Meeres in kĂŒnstlichen Becken gewonnen und mit einer seit den 1920er Jahren Diesellokomotiven-betriebenen Decauvillebahn abtransportiert.[72]

Krankenhaus von Mexiko-Stadt

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Decauville-Bahn des Krankenhauses von Mexiko-Stadt, Karte von 1901 und Fotos um 1925

Im Krankenhaus von Mexiko-Stadt (Hospital General de México) wurde um 1895 eine Decauville-Bahn mit vorgefertigten Gleisjochen verlegt, um die WÀsche zwischen den Krankenstationen und der WÀscherei zu transportieren. Ein Plan von 1901 zeigt die Streckenabschnitte, die alle Pavillons und GebÀude miteinander verbanden. In den PlÀnen von 1904 und 1905 ist dieses Schienennetz nicht mehr eingezeichnet, aber auf zwei Fotos um 1925 ist die Bahn gut zu erkennen.[73]

Piereisenbahnen auf der Insel Anticosti in Québec

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Piereisenbahn, Baie-Sainte-Claire, 1898
Baie Ellis, 1900
Baie-Sainte-Claire, 19. April 1907
Baie-Sainte-Claire, 2013

Der Franzose Henri Menier erwarb 1895 die Insel Anticosti in der kanadischen Provinz QuĂ©bec. Er begann im FrĂŒhjahr 1896 an der Baie-Sainte-Claire (ehemals English Bay) am Westende der Insel, wo bereits 6 oder 7 Fischer mit ihren Familien ansĂ€ssig waren, mit dem Bau eines Dorfes. Dort errichtete er ein SĂ€gewerk, sein BĂŒro, mehrere HĂ€user, ein Lagerhaus, eine Farm usw. Ein 100 Meter langer Holzsteg fĂŒhrte als Schiffsanleger in die Bucht, auf dem eine 1896 oder 1897 aus Frankreich importierte Decauvillebahn mit einer GesamtlĂ€nge von 1,6 km (1 Meile) und einer Spurweite von 600 mm verlegt wurde. Von Hauptstrecke zum SĂ€gewerk bog eine Zweigstrecke zum Lagerhaus und zur Farm ab. Die kleinen Flachwagen wurden von Pferden gezogen.[74]

Da die Bucht den Schiffen bei Sturm nur unzureichenden Schutz bot, wurde die Siedlung 1899 an die 13,5 km entfernte Baie Gamache (spĂ€ter Port-Menier) verlegt. Beim Bau der Hafenanlagen wurde eine andere Decauvillebahn mit 600 mm Spurweite eingesetzt. Auch hier wurden die ZĂŒge mit Pferden bespannt. 1904 wurde die zweiachsige, 5 t schwere Decauville-Dampflok N° 416 mit einer Spurweite von 750 mm zusammen mit Loren und neuem Oberbaumaterial geliefert. Die Waldbahn wurde 1910–1911 auf Normalspur umgespurt. Ende 1910 wurde die Schmalspurlokomotive im Keller des Clubraums in Port-Menier eingelagert. 1944 oder 1945 wurden die beiden WasserkĂ€sten der Lok abgebaut und als Dieselöltanks im Kraftwerk eingesetzt. 1949 wurde die Lok zerlegt und Ende desselben Jahres mit dem Boot zur Verschrottung verschifft.[74]

GranitsteinbrĂŒche bei Troesmis in RumĂ€nien

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Die Decauville-Bahn beim Löss-Kliff von Troesmis und der Donau in RumÀnien

Bei der römischen Stadt Troesmis zwischen Măcin und Turcoaia im Kreis Tulcea in RumĂ€nien gab es eine Decauville-Bahn, die den um 1880 eröffneten Steinbruch in Iacob-Deal mit der Donau verband. Die Feldbahn wurde höchstwahrscheinlich nach 1896 gebaut, nachdem Vlase Ștefănescu den Granitsteinbruch in Iacob-Deal ĂŒbernommen hatte und begann, die Infrastruktur fĂŒr den Abbau und seine Arbeiter aufzubauen und zu organisieren. Bis 1940 fĂŒhrte die Feldbahn zum Schiffsanleger Gura Armanului an der Donau, an dem der Granit auf LastkĂ€hne verladen wurde und die heute als Lagerplatz fĂŒr Schotter dient. Um 1960 gab es eine VerlĂ€ngerung der Feldbahn, um weiterhin Material aus dem Steinbruch Iacob-Deal östlich des Dorfes Turcoaia zur Verladestelle zu bringen, sowie aus den SteinbrĂŒchen in bei Piatra RĂąioasă sowie den SteinbrĂŒchen Morsu, Carabalu, Ghiunaltu und Baba Rada in der NĂ€he des Dorfes Greci. Weitere Verladestellen unterhalb der Ostbefestigung von Troesmis sind zu vermuten. Die Feldbahn fĂŒhrte unterhalb des LĂ¶ĂŸfelsens und der Troesmis-StĂ€tte vorbei, um die westliche Befestigung herum und dann auf der anderen Seite, am Ufer des Iglița-Teichs, zur Kreuzung mit der Hauptstraße und von dort direkt zum Dorf Greci.[75][76]

Ackerbau beim Kloster Mont des Cats, Frankreich

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Kloster Mont des Cats: Trappisten verlegen Decauville-Gleise fĂŒr die Erdbewegung in der Landwirtschaft und transportieren Bier auf einem aus Decauville-Schienen gebauten Wagen, 1898

In dem 1826 gegrĂŒndeten Kloster Mont des Cats (französisch: Abbaye Saint-Marie-du-Mont) in Godewaersvelde (Französisch-Flandern) betreiben die Trappisten auf den umliegenden LĂ€ndereien mit modernsten Methoden Landwirtschaft. Sie stellen betrĂ€chtliche Mengen KĂ€se der angesehenen Marke Mont des Cats her, mit dessen Verkauf sich das Kloster finanziert. Das Trappistenbier dieser Marke wird heute nicht mehr auf dem Klosterberg, sondern in der Abtei Scourmont bei Chimay in Belgien gebraut. Bei der Feldarbeit setzten sie um 1898 eine Decauville-Feldbahn ein, deren Gleise in verschiedenen Kupferstichen gezeigt werden. Das Kloster liegt in Frankreich nahe der belgischen Grenze in einem Gebiet und diente wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs in einer stark umkĂ€mpften Zone als Lazarett.

Chicle-Feldbahn von Puerto Morelos nach Leona Vicario in Mexiko

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In Bögen lief das Pferd wie hier auf der Seite

Chicle ist ein gummiartiger Stoff aus dem weißen Milchsaft von verschiedenen Manilkara-Arten. Er wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit etwa 2000 Jahre v. Chr. von den Maya und den Azteken genutzt. Ab 1900 stieg der Bedarf fĂŒr dieses Naturprodukt, um daraus Kaugummis herzustellen. Daher wurden mehrere Schmalspurbahnstrecken verlegt, um es zu den HĂ€fen zu bringen und dann zu verschiffen. Eine davon war die etwa 40 km Decauville-Bahn auf einem alten Maya-Damm („Maya Causeway“) vom Hafen bei Puerto Morelos zum Camp Colonia Santa Maria, der heutigen Stadt Leona Vicario im Nordosten von Quintana Roo, Mexiko. Die Bahn begann am Leuchtturm von Morelos, und ersten Kilometer an der KĂŒste verliefen durch einen sumpfigen Mangroven-Wald. Auf der Strecke gab es Stationen bei den Camps von San Juan (km 5), Don Jacinto (km 7), Apolonia (km 8), El Once (km 11), San Salvador (km 14), Santa Angelina (km 22, heute Central Vallarta) und Santa Matilde (km 31). Von der Strecke zweigte eine 28 km lange Zweigstrecke ab.

Die hölzernen Feldbahnloren hatten zwei Achsen und wurden entweder von ein bis zwei Maultieren oder einem Pferd gezogen. Das Ladegewicht betrug 1 Tonne. Die Pferde wurden alle 10 km getauscht. FĂŒr die Gesamtstrecke war ein kompletter Arbeitstag erforderlich. Auf diese Weise konnten drei Fahrten hin und zurĂŒck pro Woche erledigt werden, ohne die Zugtiere zu ĂŒberlasten. Jeweils 8 Tonnen Chicle wurden dann in Morelos auf 8 m lange Segelschiffe verladen, um es fĂŒr den Weitertransport auf die Insel Cozumel zu bringen, von wo es in die Vereinigten Staaten exportiert wurde. Die Hazienda bei Santa Maria, die Feldbahn wurden ĂŒber ein durch die Bank of London and Mexico (spĂ€ter Banco Serfin, heute Grupo Financiero Santander Serfin) vergebenes Darlehen finanziert. Die Cruzoob-Rebellen Chan Santa Cruz und Sprechendes Kreuz leisteten im April 1899 bewaffneten Widerstand gegen den Bau der Feldbahn durch die Companie Colonizadora wurden aber von etwa 1000 Gastarbeitern aus Kuba, Mexiko, Korea und Afrika ĂŒberwĂ€ltigt. Die Beschriftungen auf den Schienen deuten darauf hin, dass sie aus dem Hause Decauville stammen, und auch die Achsen einer noch erhalten Lore in Central Vallarta sind mit Decauville beschriftet.[77]

Kohle-Tagebau in Tonkin im heutigen Vietnam

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Mines d’Hatou, Tonkin, 1901

Die 1899 gegrĂŒndete SociĂ©tĂ© française des charbonnages du Tonkin betrieb im großen Stil Kohle-Tagebau in der Halong-Bucht im Norden des heutigen Vietnams. Die dort gewonnene Kohle wurde vor allem nach Japan exportiert. Nach nur 2.000 t im Jahr 1890 erreichte die jĂ€hrliche Produktion 1913 bereits 0,5 Mio. t, 1929 schon 1,7 Mio. t, 1937 sogar 2,3 Mio. t und 1939 schließlich 2,6 Mio. t.[78] Rund 85.000 Menschen arbeiteten 1939 in Kohlebergwerken, darunter viele Chinesen und Annamiten sowie 271 EuropĂ€er, die als Manager, Ingenieure und Techniker angestellt waren. Die harte Arbeit in den Minen in der Halong-Bucht forderte insgesamt 40 000 Menschenleben.[79] Die Gesellschaft betrieb 1899 außerdem eine Meterspur-Werkbahn mit 6 Lokomotiven fĂŒr den Transport zur Brikettfabrik am Hafen. Im Bergwerk (Mine de CarrĂšre) wurden eine Decauville-Dampflok und 250 Kipploren auf 3.000 Meter Decauville-Gleis mit Kurven und Kreuzungen eingesetzt.[80]

GebÀudeversetzung des Postamts von Papeete auf Tahiti in Französisch-Polynesien

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1902 wurde es in Papeete auf Tahiti in Französisch-Polynesien erforderlich, das Postamt an eine andere Stelle zu verlagern. Anstatt es abzureißen und an der neuen Stelle wieder aufzubauen, wurde es vom Untergrund gelöst und auf einer Decauvillebahn als Ganzes versetzt.

Zuvor wurde bereits beim Bau des Wasserturms von Faaiere mit einem Fassungsvermögen von 150.000 Litern fĂŒr die Trinkwasserversorgung der Stadt Papeete ein Höhenunterschied von 37 Metern mit einer auf einer 220 Meter langen schiefen Ebene verlegten Feldbahn ĂŒberwunden. Dabei beförderte eine von einem 12 PS starken Fowler- oder Decauville-Lokomobil angetriebene Seilwinde jeweils drei Feldbahn-Loren gleichzeitig, wobei fĂŒr etwa sechzig Fahrten bis zu 200 kg Kohle pro Tag verbraucht wurden.[81] In einem Brief vom 18. Juni 1891 an den Gouverneur Theodore Lacascade erwĂ€hnt Paul Decauville einen Auftrag ĂŒber „15 km 60-cm-Straßen­bahn­schienen und rund 12.000 Franc Rollmaterial, zahlbar in drei Jahren,“ vermutlich fĂŒr eine von Hand oder mit Zugtieren betriebene Straßenbahn von Papeete nach Punaauia.[82][83]

Roça Agua Izé in São Tomé und Príncipe

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Roça Agua Izé

Die Companhia da Ilha do Principe hat 1902 auf der ihr gehörenden Pflanzung Roça Agua IzĂ© auf SĂŁo TomĂ© 6.718 m Decauville-Bahn-Gleise verlegt sowie die KaibrĂŒcke in der Bucht von Praia Rei fertiggestellt. Laut dem Jahresbericht von 1902 gab es in ihren Pflanzungen auf der Insel SĂŁo TomĂ© 2.554.640 Kakao- und 1.162.300 KaffeebĂ€ume sowie auf der Insel Principe 1.073.778 Kakao- und 20.300 KaffeebĂ€ume. Die Produktion von 1902 betrug 963,5 t Kakao und Kaffee.

Außer Kakao und Kaffee wurden auf den Pflanzungen der Gesellschaft auch noch andere Pflanzen kultiviert: zum Beispiel Bananen, KokosbĂ€ume, Ölpalmen, KolabĂ€ume, Kautschukpflanzen, Vanille, ChinarindenbĂ€ume und HolzbĂ€ume sowie als Nahrung fĂŒr die Arbeiter auch Mais, Maniok, Bohnen, GemĂŒse etc. Die Gesellschaft beschĂ€ftigte 1703 Mitarbeiter, von denen 50 aus Europa stammten. Die Aktienbesitzer erhielten im ersten und zweiten Halbjahr 1902 insgesamt 14 % Zinsen.[84]

Hacienda El Progreso, San CristĂłbal

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Decauville-Bahn der Zuckerfabrik „El Progreso“ auf San Cristóbal, Galápagos

Die Hacienda El Progreso befand sich im feuchten Hochland der östlichsten Galapagosinsel San CristĂłbal, 6 km östlich der modernen Hafenstadt Puerto. Von 1880 bis 1917 betrieb die Zuckerplantage El Progreso auf der Insel San CristĂłbal im GalĂĄpagos eine dampfbetriebene mechanisierte Zuckerfabrik. Trotz ihrer abgelegenen Lage nutzte sie die neuesten industriellen Technologien. Um 1904 produzierte die Hacienda El Progreso etwa 500 Tonnen Zuckerprodukte pro Jahr und große Mengen an Alkohol fĂŒr die Vermarktung in Ecuador. Es gab dort ĂŒber 100 km Straßen und eine 10 km lange aus Frankreich importierte Decauville-Bahn.[85] Die Kosten fĂŒr den Bau der Eisenbahn betrugen etwa 3.500 ÂŁ.[86] Mit ihr wurden Zuckerprodukte, Kaffee, Schildkrötenöl, Limetten, gesalzener und getrockneter Fisch, Fleisch und Leder zum Tiefwasserhafen der Insel transportiert.[85] Nachdem der Plantagenbesitzer 1904 von seinen Arbeitern getötet worden war, arbeitete die Zuckerfabrik mehr als ein weiteres Jahrzehnt, bevor sie 1917 aufgegeben wurde. Teile der Maschinen wurden auf das ecuadorianische Festland gebracht, aber einige bleiben vor Ort.[87][88][89][90]

Quai d’Orsay in Paris

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Baustelle des Gare d’Orsay

Auf der Baustelle des Gare d’Orsay der Chemin de Fer de Paris Ă  OrlĂ©ans um den 15. Februar 1899 wurde am Quai d’Orsay und Quai Saint-Bernard eine Decauville-Bahn verwendet.[91]

Weltausstellung Paris 1900

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Erd-, Schotter- und Zementtransport beim Bau der Messehallen fĂŒr die Weltausstellung Paris 1900

Beim Bau der Messehallen fĂŒr die Weltausstellung Paris 1900 auf dem Champ de Mars wurde eine Decauville-Bahn fĂŒr die Erdbewegung und zum Zementtransport eingesetzt. Der Bauunternehmer verlegte bereits Mitte April 1897 die ersten Decauville-Gleise auf ebenem GelĂ€nde entlang der Seine, da das Niveau des Untergeschosses des Grand Palais fast auf der gleichen Höhe wie das gepflasterte Ufer des Kais lag. Kurze ZĂŒge mit sechs Kipploren, die von Tieren gezogen werden, förderten den Aushub zu einer Plattform unterhalb des Invalidendoms, von wo aus sie in die KĂ€hne gekippt wurde, wĂ€hrend andere ZĂŒge beladen wurden oder in Bewegung waren.[92][93]

Salins d’Hyùres, Frankreich

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Verladung des Salzes am Hafen
Beladung der Feldbahnloren
Decauville-Gleise bei Le Canet

Auf einer Postkarte von 1901 werden am Hafen der Salinen von HyĂšres die ersten Decauville-Gleise gezeigt und spĂ€testens ab 1912 wurde ein mit Zugtieren betriebenes Decauville-Netz in den Salinen dokumentiert. Der Lagerplatz der Compagnie des Salins befand sich nördlich des Quartier des PĂȘcheurs in der NĂ€he des Zollamts. Ein großes Gebiet, das sich zu beiden Seiten eines Ortes namens Le Canet befand, diente als Sammel- und Lagerplatz fĂŒr das Salz. Diese großen Salzhaufen wurden Camelles genannt. Sie wurden mit Ziegeln abgedeckt, um sie vor Regen zu schĂŒtzen. Das Feldbahn-Netz verschwand in den frĂŒhen 1960er Jahren. 1966 wurde die Cie des Salins du Midi EigentĂŒmerin des Standorts Les Pesquiers. Sie bevorzugte und stellte den Betrieb der Vieux Salins ab 1970 ein. Die endgĂŒltige Einstellung des Betriebs fĂŒr beide Standorte erfolgte 1995 aus wirtschaftlichen GrĂŒnden.[94]

York Water Works in England

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Bau der Rapid Gravity Filters in Acomb, 1902

Die York Water Works in England betrieben eine Decauville-Bahn mit 400 mm Spurweite, bei der die Loren von Hand geschoben wurden.[95] Sie wurde zum Beispiel 1902 bei den Bauarbeiten der ersten Rapid Gravity Filters in den Acomb Landing Treatment Works in einem Vorort von York eingesetzt. Fliegende Gleise wurden wohl vorĂŒbergehend auch in den Yorker Filterbetten der KlĂ€ranlage verlegt.[95]

Vier Decauville-Kipploren dieser Bahn aus der Zeit um 1890 bis 1895 sind heute in der Wortley Top Forge bei Thurgoland zu sehen. Sie wurden bei einer GeneralĂŒberholung durch John Fowler & Co. aus Leeds mit neuen Achslagern versehen, die noch erhalten sind. Sie werden dort gelegentlich noch auf einer permanent verlegten Strecke sowie auf vorĂŒbergehend verlegten Gleisjochen benutzt, um schwere GegenstĂ€nde auf dem GelĂ€nde zu bewegen, und sind besonders nĂŒtzlich in der Schmiede, die mit gummibereiften Fahrzeugen nicht erreichbar ist.[95] Eine ebenfalls von Fowler generalĂŒberholte Kipplore ist bei der Ripon & District Light Railway museal erhalten.[96]

WeingĂŒter in der Camargue in Frankreich

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Prosper Capelles Skizze der De­cau­ville-Bahn der um 1905 bewirt­schafteten WeingĂŒter in der Camargue

Die WeingĂŒter Le Domaine de La PinĂšde und Le Domaine de Pin Fourcat bei Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue in Frankreich betrieben um 1905 ein 20 km langes Decauville-Netzwerk mit 400 Kipploren. Die beiden WeingĂŒter waren durch eine Decauville-Bahn auf einem Damm miteinander verbunden, die fast 6 km lang war und den Transport von Wein nach Pin Fourcat an der Petit RhĂŽne und umgekehrt den Transport von DĂŒnger und anderen GĂŒtern nach La PinĂšde ermöglichte. Die Bahn ĂŒberquerte auf dem Damm die Teiche Fourmeaux und Grande Gaze, an dessen Ufer eine breite BewĂ€sserungsrinne angelegt worden war, um das Wasser der Petit RhĂŽne nach La PinĂšde zu leiten.[97]

Hafenmolenbahn in Franceville auf den Neuen Hebriden

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Die SociĂ©tĂ© française des Nouvelles-HĂ©brides betrieb um 1906 in Franceville im Kondominium Neue Hebriden, dem heutigen Port Vila im Pazifikstaat Vanuatu, eine Decauvillebahn auf der von Steuergeldern aus Steinen errichteten Hafenmole. Diese diente dem GĂŒtertransport, der kleinen Hafenstadt, die ĂŒber LagergebĂ€ude, Magazine, Schuppen und WohnhĂ€user sowie eine KaffeeschĂ€lanlage verfĂŒgte.[98]

Hafenbahn in Grand-Bassam an der ElfenbeinkĂŒste

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Grand-Bassam: Rue de France sowie Post und Zollamt, 1906

Die handbetriebene Hafenbahn von Grand-Bassam an der ElfenbeinkĂŒste spielte zur Zeit des Kolonialismus um 1906 eine große Rolle beim GĂŒterumschlag, insbesondere beim Export von tropischen Hölzern nach Europa. Bereits 1965–1967 rettete eine Gruppe von Eisenbahnfreunden mit einem Unimog unter Leitung von Gervais Robillard eine Decauville-Dampflokomotive (Baujahr 1924/27) der 1891–1893 gegrĂŒndeten Gesellschaft Quiquerez de Segonzac vom Grund des San-Pedro-Flusses. Sie wurde daraufhin wohl in ein „Museum“ von Abidjan oder Grand-Bassam gebracht.[99] Das Ministerium fĂŒr Kultur und Frankophonie stellte 2012 bei der UNESCO einen Antrag, die Altstadt von Basam zum Weltkulturerbe zu erklĂ€ren. Dabei wurden die lose verlegten Feldbahngleise explizit erwĂ€hnt und photographisch dokumentiert.[100][101][102]

KĂŒstensanatorium BarkĂ„kra, Schweden

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KĂŒstensanatorium BarkĂ„kra

Anfang August 1906 wurde vom KĂŒstensanatorium BarkĂ„kra bei Vejbystrand bis zum Strand eine Decauville-Bahn verlegt. Die Bahn war 160 Meter lang und kostete 427 SEK. Es handelte sich um die gleiche Art von Gleis, wie sie zu dieser Zeit in Bergwerken verwendet wurde. Die zum Strand hinunterfĂŒhrende Bahnstrecke wurde benutzt, solange dort ein Wetterschutz-Schuppen stand. Als er 1915 abgerissen wurde, wurde auch die Decauville-Bahn abgebaut.[103]

Ferme-école de Royat in Montaut, Frankreich

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Die Decauvillebahn der Ferme-Ă©cole de Royatist in Montaut im oberen Stockwerk des mehrstöckigen Kellers des ZentralgebĂ€udes installiert. Auf dem Boden platziert und etwa fĂŒnfzehn Meter lang, besteht sie aus zwei Stahlschienen im Abstand von 44 Zentimetern, die durch Stahlschwellen miteinander verbunden sind. Zwei zweiachsige Loren mit SpeichenrĂ€dern haben mit Stahlblechen abgedeckte Rahmen, und eine Griffstange, ĂŒber die sie geschoben werden konnten. Die Beschriftungen „PORTEUR DECAUVILLE TOUT EN FER BREVETE SGDG“ sind auf jedem Rad eingegossen. Aus SicherheitsgrĂŒnden haben beide Fahrzeuge derzeit nur jeweils eine Achse.[104]

Eisenbahnbau der Madeira-Mamoré-Eisenbahn in Brasilien

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Decauville-Bahn beim Bau der Madeira-Mamoré-Eisenbahn, 1907

Bolivien trat 1903 durch den Vertrag von PetrĂłpolis das Acre-Territorium, einen Streifen wertvolles Kautschukland nördlich des Abuna-Flusses unter der Bedingung an Brasilien ab, dass Brasilien eine Eisenbahnlinie um die Stromschnellen im Rio Madeira und RĂ­o MamorĂ© baue. 1906 wurde der Auftrag fĂŒr den Bau der Madeira-MamorĂ©-Eisenbahn an einen brasilianischen Ingenieur namens Catambry vergeben. Die Bauarbeiten begannen am 24. Juni 1907 bei Santo Antonio dem Jaci-ParanĂĄ-Fluss entlang.[105]

Beim Bau des Gleisbetts wurden verschiedene Methoden der Erdbewegung ausprobiert. Zuerst wurden PflĂŒge und Erdschieber verwendet, aber diese Methode wurde kurz darauf aufgegeben, als sich herausstellte, dass die Maultiere diese Art von Arbeit in diesem Klima nicht ertragen konnten. Daraufhin wurde eine große Anzahl von Decauville-Loren und -Schienen zur Baustelle gebracht, was sich als so nĂŒtzlich erwies, dass sie wĂ€hrend des Restes des Gleisbaus fast ausschließlich verwendet wurden. Das Material fĂŒr die Trassierung von Böschungen wurde im Bereich der Einschnitte von Hand von beiden Seiten der Strecke aufgeladen. Wenn das nicht ausreichte oder wenn die Einschnitte weit entfernt lagen, wurden Gruben so nahe wie möglich an der Böschung ausgehoben und mit Decauville-Kipploren oder mit Karren befördert. Die Subunternehmer wurden fĂŒr das tatsĂ€chlich ausgegrabene Material bezahlt. Nachdem die Meter-Spur-Gleise verlegt worden waren, wurden zur Schotterung und stellenweisen Erhöhung des Bahndamms ein Dampfschaufelbagger eingesetzt. Entlang der Eisenbahn wurde sehr wenig Kies oder Gestein gefunden, so dass Cascalhao als Gleisschotter verwendet wurde.[105] Das Material wurde in ZĂŒge von zwanzig Wagen in Rodgers Ballast Cars oder Western Dump Cars geladen, wobei jeder Wagen mit etwa fĂŒnfzehn Kubikmetern beladen war.[106]

Camp du Valdahon (Doubs)

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Feldbahn im Camp du Valdahon (Doubs)

Im Camp du Valdahon (Doubs), einem französischen MilitĂ€rlager in Valdahon im DĂ©partement Doubs in der Region Burgund-Franche-ComtĂ©, wurde nach der GrĂŒndung im Jahr 1905 eine Feldbahn vom Steinbruch in die Kaserne angelegt, um Baumaterial fĂŒr die Errichtung der GebĂ€ude zu transportierten. Im Jahr 1906 vergrĂ¶ĂŸerte sich die FlĂ€che des Lagers auf 2.584 Hektar und der Bau von Baracken und einer Krankenstation begann. Mehr als 70 GebĂ€ude wurden gebaut: Kasinos, BĂŒros, Kantinen, StĂ€lle, Scheunen. Zur gleichen Zeit wurde in der Nachbarschaft ein Zeltlager eingerichtet. Das Lager konnte daraufhin 5000 Soldaten aufnehmen. Es wurde 1907 eingeweiht. Das inzwischen 3500 ha große Lager von 3.500 ha ist auf die Ausbildung von Grundeinheiten (Kompanien, Geschwader, Batterien) spezialisiert, wobei der Einsatz von Mörsern und Ingenieuren Vorrang hat.[107]

Schlachthaus und Gerberei von Alexandria, Ägypten

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Das Schlachthaus von Alexandria an der Slaughterhouse Bay, 1911
Die Decauville-Bahn vor der Gerberei A.Z. Halcoussis Fils & Co in Alexandria

Um 1905 wurde in Alexandria in Ägypten ein neuer, großer Schlachthof gebaut. Der Schlachthof mit Blick auf die Slaughterhouse Bay wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Handelsministerium und dem Landwirtschaftsministerium errichtet. Das IndustriegelĂ€nde war mit benzinbetriebenen Maschinen, elektrischer Beleuchtung und französischen Decauville-Schmalspurbahngleisen ausgestattet.

Neben dem Schlachthof befand sich eine zur gleichen Zeit neu errichtete Gerberei, die Tannerie Moderne, die der griechischen A.Z. Halcoussis Fils and Co. gehörte, einem Pionier bei der EinfĂŒhrung des motorisierten Gerbereibetriebs, als 1905 alle Gerbereien Alexandrias auf eine FlĂ€che von etwa 9000 mÂČ verlegt wurden.[108]

Amphitheater von Saintes

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ArchÀologische Ausgrabungen im gallorömischen Amphitheater von Saintes

Bei der archĂ€ologischen Ausgrabung des gallorömischen Amphitheaters von Saintes wurde 1907 eine provisorische, zweigleisige Schienenseilbahn installiert, um den Abraum in Kipploren ĂŒber eine seilbetriebene Rampe abzutransportieren, wobei die leeren Loren als Gegengewicht dienten. Die fĂŒr den Betrieb erforderliche Dampfseilwinde war am oberen Ende der Steilstrecke aufgestellt.

PalÀontologische Ausgrabungen bei der Trinil-Expedition, Java

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Geologische und palÀontologische Untersuchung der Pithecanthropus-Schichten auf Java wÀhrend der Trinil-Expedition, 1907 und 1908

Die Trinil-Expedition wurde 1907 und 1908 auf Java als geologische und palĂ€ontologische Forschungsreise mit UnterstĂŒtzung der Akademischen JubilĂ€umsstiftung der Stadt Berlin und der Königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften durchgefĂŒhrt. Eine systematische Grabung wurde in Trinil am Solo-Fluss durchgefĂŒhrt, wo der niederlĂ€ndische Anatom EugĂšne Dubois 1891 die ersten vorgeschichtlichen homininen Reste außerhalb von Europa gefunden hatte, die spĂ€ter als Java-Mensch große Bekanntheit errangen und zum Typusexemplar von Homo erectus erklĂ€rt wurden.[109][110][111][112]

Koningk Knyp, der örtliche Leiter des Bergbaus (Chef van Mynwesen) stellte den Wissenschaftlern in freigebiger Weise kostenlos Kipploren und Decauville-Gleise etc. zur VerfĂŒgung, die mehrfach in den wissenschaftlichen Berichten abgebildet sind. Der Transport des Decauvillebahn-Materials hat viel MĂŒhe bereitet. Es konnte mit Wagen bis Soko gebracht werden. Wenn das Wasser hoch genug war, wurden sie in eine Prau (kleines Boot) geladen und so den Soko-Fluss (ein Nebenfluss des Solo) hinab nach Trinil befördert. Die ziemlich schweren Decauville-Wagen wurden dann von ungefĂ€hr 10 Arbeitern nach Trinil gezogen. Öfters sanken die Wagen bis an die Achsen in den nassen Ton, und es dauerte dann viele Stunden, bis sie auf der Arbeitsstelle waren. Die SchienenstĂŒcke von 5 m LĂ€nge konnten von zwei Leuten getragen werden. Um die Deckschicht schneller abgraben zu können, wurde eine Decauville-Bahn zum Flussufer verlegt und das taube Material auf eine Halde am Fluss gestĂŒrzt. Dadurch wurde sehr viel Zeit und MĂŒhe gespart, sonst hĂ€tte nĂ€mlich aller losgemachte Grund mit kleinen Tragkörben fortgebracht werden mĂŒssen. Zu einem spĂ€teren Zeitpunkt wurde die Decauville-Bahn, mit der das Material abtransportiert wurde, in halber Höhe der AusgrabungsstĂ€tte verlegt.[113][114]

Walfangstation in Port-Jeanne-d’Arc, Kerguelen

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Überreste der um 1906 errichteten Piereisenbahn

Die hölzerne Pier von Port-Jeanne-d’Arc (Kerguelen) war 130 Meter lang. Auf ihr verliefen zwei Decauville-Gleise fĂŒr den GĂŒterverkehr.[115] Über sie wurde eine 1906 von norwegischen WalfĂ€ngern errichtete Fang- und Verarbeitungsstation der Aktieselskabet Kerguelen, einem Tochterunternehmen der Storm, Bull & Cie, versorgt. Die hölzernen Loren hatten vierspeichige RĂ€der.[116] Die Gleisjoche und Weichen hatten Stahlschwellen.[117][118]

1977 sowie zwischen 2000 und 2007 wurden die Werkstatt, der Schweinestall und das Wohnhaus unter der Leitung von ArchĂ€ologen und NaturschĂŒtzern restauriert und ein Teil des „nicht-historischen“ Schrotts mit dem französischen Forschungs- und Versorgungsschiff Marion Dufresne zur Verschrottung in RĂ©union abtransportiert.[119]

Kraftwerk Bredene-Slijkens

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Kohle-Entladestation beim Kraftwerk Bredene-Slijkens in Belgien, 1908–1934

Beim Kraftwerk Bredene-Slijkens in Belgien gab es eine Kohle-Entladestation, deren Bau am 25. November 1908 genehmigt wurde. Sie wurde auf flĂ€misch Kolen‘manutention’ genannt, ein flĂ€misch-französisches Kunstwort fĂŒr den „Umgang mit Waren“ und „Bearbeitung per Hand“, das den gesamten Vorgang der Kohlehandhabung beschrieb. Sie bestand aus einer hölzernen Entladeplattform von 70,60 m LĂ€nge und 7,50 m Breite am rechten Ufer des Kanals BrĂŒgge-Ostende, gegenĂŒber dem heutigen VerwaltungsgebĂ€ude. Es gab einen Kran mit einer TragfĂ€higkeit von 1250 kg und einer Ausladung von 8 m sowie eine Schmalspurbahn, die in einer Schleife um die Kranbahn herum angelegt war. Auf ihr verkehrten zwölf Decauville-Kipploren mit abnehmbaren Kippmulden von jeweils 0,5 mÂł Fassungsvermögen. Die Schmalspurbahn fĂŒhrte vom Anlegesteg, ĂŒber die heutige Prinses Elisabethlaan, die damals nur eine 6 m breite Fahrbahn hatte, zum Hof der Zentrale, wo zwei offene Kohlenbunker mit jeweils 350 mÂł Fassungsvermögen errichtet wurden. Die leeren Kippwagen wurden von Hand aus der Zentrale geschoben und ĂŒberquerten die Straße zur Anlegestelle. Dort wurde die Kippmulde mit dem Kran angehoben und in den Kohlekahn gesenkt. Im Rumpf des Kahns wurden die Kippmulden von Hafenarbeitern beladen. Die Kippmulde wurde von Hand mit der Kohlenschaufel gefĂŒllt, vom Kran wieder hochgezogen und auf das Fahrgestell abgesenkt. Jetzt konnten zwei MĂ€nner den Wagen ĂŒber die Prinses Elisabethlaan auf das GelĂ€nde schieben, wo es von einem elektrisch betriebenen Endlos-Schleppkabel auf einer schiefen Ebene ĂŒber die Kohlenhalde gezogen wurde. Ein ausgeklĂŒgeltes Selbstentladesystem sorgte dafĂŒr, dass die Kipploren an der richtigen Stelle kippte, woraufhin die leere Kipplore ihre Abfahrt zurĂŒck zur Entladeplattform begann.[120]

Maulbeerbaumplantagen und Flussbegradigung in der PrĂ€fektur Kyƍto, Japan

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Feldbahnen in Seidenspinnereien, entlang der FlĂŒsse und in Maulbeerbaumplantagen bei Kyƍto

Die landwirtschaftliche Versuchsstation in Ayabe im Norden der PrĂ€fektur Kyƍto befasste sich um 1908 unter anderem mit dem Anbau von MaulbeerbĂ€umen, die fĂŒr die Seidenherstellung benötigt wurden. Die Rohseide konnte mithilfe eines Schmalspurbahnnetzes in die Spinnereien und Webereien gebracht werden, das sowohl mit auf Holzschwellen fest verlegten Gleisen als auch transportablen Gleisjochen entlang der FlĂŒsse errichtet worden war, um diese zu begradigen und die umliegenden Felder vor Hochwasser zu schĂŒtzen.[121]

Ausgrabung der Sonnenpyramide von TeotihuacĂĄn in Mexiko

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Decauville-Bahn
Kipplorenzug
914-mm-Dampfeisenbahn, ab 1908

Bei der Ausgrabung der Sonnenpyramide von TeotihuacĂĄn setzte Leopoldo Batres fĂŒr den Materialtransport vierzig Kipploren und einen Kilometer von Koppel gelieferte Gleisjoche („vĂ­as portĂĄtiles Kepell“) mit einer Spurweite von 600 mm ein. Diese wurden an den Orten verlegt, an denen der Streckenverlauf dem Arbeitsfortschritt angepasst werden musste. Ab 1910 gab es auch eine 600-mm-Bahnstrecke „amerikanischer Bauart“, d. h. mit Stahlschienen auf Holzschwellen, die fĂŒr Schienenfahrzeuge mit bis zu 8 Tonnen Ladung ausgelegt war.[122]

Außerdem setzte Batres ab 1908 eine Dampfeisenbahn mit einer Spurweite von 914 mm (3 Fuß) ein, deren Bau die Ministerien fĂŒr Finanzen und öffentliche Arbeiten Ende 1907 genehmigt hatten, um etwa 800.000 mÂł Abraum abzutransportieren. Auf ihr konnte eine Dampflokomotive mit zehn Flachwagen mit einer KapazitĂ€t von zehn Tonnen pro Flachwagen bis zu hundert Tonnen Abraum pro Stunde transportieren. Neben den Dampflokomotiven, deren Rauchfahnen und heisere Pfeifen ihre Anwesenheit inmitten der alten Tolteken-StĂ€dte ankĂŒndigten, wurden auch Maultier-Tandem-Gespanne eingesetzt, die kurze ZĂŒge mit jeweils vier Loren zogen.[122]

Zink-Bergwerke von HĂČa BĂŹnh, Đồng Há»·, Vietnam

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Feldbahn-Lokomotive und Loren sowie Arbeiter vor den WerkstÀtten
HĂČa BĂŹnh, Vietnam, Anlagen der Zinkmine zur Aufbereitung der Zinkerze
Im Vordergrund eine Decauville-Lore, rechts das Lagerhaus, links das BĂŒrogebĂ€ude

Die Zinkminen von Lang-Hit (LĂ ng HĂ­ch), Mỏ Ba und BáșŻc LĂ o in der ThĂĄi-NguyĂȘn-Provinz von Vietnam lagen etwa 20 km nördlich von ThĂĄi NguyĂȘn. Sie wurden ab 1909 von der SociĂ©tĂ© MiniĂšre du Tonkin (SMT) ausgebeutet. Eine 15 km lange Decauville-Bahn mit 600 mm Spurweite wurde gebaut, um die Minen mit dem Flusshafen von Minh-LĂœ am Ostufer des Cáș§u-Flusses zu verbinden, von wo aus die Zinkerze nach HáșŁi PhĂČng verschifft wurden.[123]

SchrÀgaufzug und Kellerbahn der Abtei von Clerf in Luxemburg

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SchrÀgaufzug vom Bahnhof Clerf ins Untergeschoss der ab 1909 erbauten Abtei von Clerf (Clervaux)

Die Benediktinerabtei Clerf wurde 1909/1910 im neuromanischem Stil, nach dem Vorbild der Abtei von Cluny gebaut. Architekt war der NiederlĂ€nder Johannes Franziskus Klomp (1865–1946), der auch zur selben Zeit die Kirche in Clerf entwarf. Das Baumaterial wurde mit einem SchrĂ€gaufzug von der Lorettokapelle beim Bahnhof von Clerf (lux.: Klierf; franz.: Clervaux) zur Baustelle transportiert. Die Decauville-Bahn verlief spĂ€ter im Untergeschoss des Kreuzgangs, um Brennstoffe und VorrĂ€te in die KellerrĂ€ume zu transportieren. Sie wurde um 1940 abgebaut.[124][125]

Ebenholztransport in Kamerun

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Transport von Ebenholz in Kamerun

Das Kernholz von Ebenholz (Diospyros crassiflora) gehört zu den wertvollsten Holzarten und wurde von Kamerun nach Europa exportiert. Es hat keine sichtbaren Jahresringe und wurde unter anderem zur Herstellung von Klaviertastaturen verwendet. Vor dem Transport wurde das gelb-graue Splintholz bereits am FÀllort durch Abbeilen entfernt und der verbleibende Kernholzbalken wurde mit temporÀr verlegten Decauville-Bahnen von Hand zum SÀgewerk geschoben.

Die Beschaffungskosten fĂŒr die Decauville-Bahn umfassten den Kauf von Schienen, Schwellen, Bolzen fĂŒr die Montage und Lagerbolzen zur Befestigung an Holzrahmen. DarĂŒber wurden pro Bahnstrecke etwa ein Dutzend Achsen fĂŒr den Bau von Waggons und schließlich Schrauben, Muttern und Werkzeuge beschafft. Schienen mit einem Metergewicht von 7–9 kg reichten aus, um darauf 3 t schwere Loren bei niedriger Geschwindigkeit zu bewegen. Stellenweise wurden die stĂ€hlernen Gleisjoche auf Holzrahmen verlegt, damit sie nicht in den Waldboden einsanken.[126]

ZuckerrĂŒben-Straßenbahn der Ferme de la Distillerie in Gouzangrez, Frankreich

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Straßenbahngleise
Ferme de la Distillerie
Straßenbahngleise A & B

Die Ferme de la Distillerie im nordfranzösischen Dorf Gouzangrez baute ZuckerrĂŒben an, um daraus Zucker und Alkohol herzustellen. In Frankreich gab es viele Decauvillebahnen, deren Kipploren auf fliegendem Gleis fĂŒr den Transport der schweren ZuckerrĂŒben ĂŒber die bei der Ernte oft aufgeweichten Felder benutzt wurden. Die gelegentlich mehrere Kilometer langen Hauptstrecken blieben meist fest verlegt das ganze Jahr ĂŒber im GelĂ€nde. In Gouzangrez fĂŒhrte die Decauvillebahn wie eine Straßenbahn von der Destille durch das Dorf zu den Feldern. DafĂŒr gab es von Decauville serienmĂ€ĂŸig gefertigte Straßenbahngleise, bei denen der Zwischenraum zwischen den Schienen gepflastert werden konnte. Das schĂŒtzte die Stahlschwellen der Gleisjoche gegen das Verbiegen durch die Zugpferde, durch das sich die Spurweite bei vielen Pferdebahnen im Laufe der Zeit ungewollt verkleinerte. Seit 2007 wird auf der im Herzen des Regionalen Naturparks Vexin français gelegenen Farm hochwertiger Senf hergestellt sowie Linsen, Echter Buchweizen und Weizen der alten Sorte Apache angebaut.[127]

ZuckerrĂŒbentransport an der Distillerie de Vaulerent in Villeron, Frankreich

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Eingepflasterte Gleisreste vor der Distillerie de Vaulerent in Villeron

Die Familie Plasmans betreibt seit Ende des 19. Jahrhunderts einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Villeron in unmittelbarer Nachbarschaft zum denkmalgeschĂŒtzten Grange de Vaulerent der Zisterzienserabtei Chaalis und in der NĂ€he zu den Start- und Landebahnen des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle. FrĂŒher wurden dort ZuckerrĂŒben angebaut, um daraus Zucker und Alkohol herzustellen. Die ZuckerrĂŒben wurden in Kipploren ĂŒber eine Decauvillebahn in die Destille gebracht, von der heute nur noch wenige Gleisreste erhalten sind.

Im Jahr 1934 hatte das Schmalspurnetz von Villeron eine GesamtlĂ€nge von etwa 40 km. Davon waren 31,285 km Hauptstrecken, 7,502 km Rangier- und Abstellgleise und 4,840 km angeschlossene private Zweigstrecken. Es gab darĂŒber hinaus Verbindungen zum 15 km langen Netz von Goussainville und zum 25 km langen Netz von Gonesse.[128] Daher ist anzunehmen, dass zumindest auf den Hauptstrecken Dampflokomotiven eingesetzt wurden.[129] Der Bahnbetrieb wurde 1958 eingestellt, aber die Alkoholdestillation wurde bis 1979 fortgesetzt.[130] Heute werden dort auf 500 Hektar Getreide, ZuckerrĂŒben, Raps und Kartoffeln in Polykultur angebaut. In einer hofeigenen Kartoffelverpackungsanlage können bis zu 120 Tonnen Kartoffeln pro Tag verpackt werden, die hauptsĂ€chlich ĂŒber lokale EinzelhĂ€ndler vertrieben werden.[129]

Trinkwasserpipelineverlegung von SbeĂŻtla nach Sfax in Tunesien

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Verlegung der 170 km langen Trinkwasserpipeline von Sbeïtla nach Sfax, 1911–1914

Ab etwa 1875 waren die Wasserressourcen fĂŒr die 100.000 Einwohner des Ballungsraums von Sfax in Tunesien quantitativ und qualitativ unzureichend. Am 3. Dezember 1903 entschied die Konsultativkonferenz daher, in eine neue Trinkwasserversorgung zu investieren. Die SociĂ©tĂ© Pont-Ă -Mousson erstellte daraufhin am 28. Mai 1910 ein Angebot fĂŒr die Installation einer 170 km langen Trinkwasserrohrleitung mit einer KapazitĂ€t von 100 l/s. Der Direktor der öffentlichen Arbeiten der Regentschaft EugĂšne Fages de Latour beauftragte das Bauprojekt am 25. Juni 1910.[131] Um die Rohre vom Hafen zur jeweiligen Baustelle zu bringen, wurden diese mit einachsigen Pferdewagen oder in der Ebene mit einer von Dromedaren, Maultieren oder Benzollokomotiven gezogenen Decauvillebahn direkt zur Verlegestelle transportiert.[132]

Eisenerzminen bei Malgrat de Mar, Katalonien

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Kinder sortierten das Erz am Stollenmundloch der Mina Angelita
Minas de Can Plomeres um 1911
Es gab ungefÀhr 40 Kipploren
Beladung der Schmalspurbahn

Am SĂŒdhang des HĂŒgels von Can Palomeres verlief bei der katalanischen Stadt Malgrat de Mar eine Schmalspurbahn der Minas de Can Plomeres im Nordosten Spaniens. 1909 nahm das französische Bergbauunternehmen Societat de Mines de ferro de Malgrat die Ausbeutung auf. Es installierte eine handbetriebene Decauvillebahn in der Mina Angelita und eine 1,5 km lange, von einem 65-PS-Motor angetriebene Luftseilbahn zum Hafen. Am 12. November 1911 wurde das erste Schiff mit Erz beladen. Jede Schiffsladung bestand aus ungefĂ€hr drei- oder viertausend Tonnen, wobei England das Hauptziel war. Im ersten Jahr wurden 34.000 Tonnen Erz abgebaut und verladen. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Bergwerk endgĂŒltig geschlossen. Das Schiff mit der letzten Ladung wurde vor Amsterdam versenkt.[133]

Mechanisches SĂ€ge- und Hobelwerk in Ychoux in Frankreich

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Exploitation Forestiers – Établissements Larche-Dumartin – Ychoux
Simon Dumartin, um 1930

Simon Dumartin betrieb um 1911 in Ychoux ein Transportunternehmen mit einer Decauvillebahn. Er war zudem KonzessionĂ€r der Eisenbahn von Ychoux nach Sainte-Eulalie-en-Born und zu den DĂŒnen an der KĂŒste. Er leitete ab 1880 das unter dem Namen Etablissements Larche-Dumartin gegrĂŒndete große mechanische SĂ€ge- und Hobelwerk in Ychoux, das mit den Chemins de Fer du Midi durch eine Privateisenbahnstrecke verbunden war. In seiner Fabrik stellte er Kisten her und bearbeitete Kiefernholz. Außerdem vermarktete er aus Kiefernharz hergestellte Harze sowie dafĂŒr benötigte Anlagen.[134] Er war um 1930 BĂŒrgermeister von Ychoux, Berater fĂŒr Außenhandel, Mitglied der Handelskammer des DĂ©partements Landes sowie Verwalter des autonomen Hafens von Bordeaux. Er setzte sich um 1930 fĂŒr die Schaffung der École du Pin ein. Diese Fachschule sollte in Theorie und Praxis Kenntnisse ĂŒber Kiefernforst und ĂŒber die Verarbeitung von Kiefernholz vermitteln, da Kiefern den Reichtum der Region von Ychoux ausmachten, und strebte dazu die Beteiligung des Staates an Einrichtung und Betriebskosten an.[135]

Kakaoplantage Rio do Ouro auf São Tomé

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Abholung der reifen Kakaobohnen an den Silos auf der Plantage
Fermentation in mit Bana­nenblÀttern abgedeckten BehÀltern, um 1912
Transport des fermentierten Kakaos zur Lagerhalle
Kakao-Lager und Verpackungshalle auf São Tomé

In der Kakaoplantage Rio do Ouro auf SĂŁo TomĂ© wurden um 1912 die geernteten Kakaobohnen mit hölzernen Loren mit der Feldbahn der Roça Rio do Ouro zum Fermentationsschuppen transportiert. Der Fermentationsschuppen befand sich auf der untersten Ebene der Plantage, so dass die Loren durch die Schwerkraft dorthin rollten. Jede Lore hatte je eine Bremse an jedem Ende, durch die die Geschwindigkeit bei der Bergabfahrt geregelt werden konnte. Das Feldbahn-Streckennetz hatte eine GesamtlĂ€nge von 102 km und die ungewöhnliche Spurweite von 650 mm (26 Zoll) Außerdem gab es eine 10 km lange Schmalspurbahnstrecke mit einer Spurweite von 850 oder 864 mm (33œ oder 34 Zoll), auf der der Kakao zur Lager- und Verpackungshalle und von dort mit einer Dampflokomotive zum Schiffsanleger gebracht wurde. Die ungewöhnlichen Spurweiten weisen auf einen nicht von Decauville lizenzierten Hersteller hin.

Ein Maultier reichte aus, um die leeren Loren vom Fermentationsschuppen zu den Teilen der Plantage zu ziehen, in denen die geernteten Kakaobohnen abgeholt werden sollten. Diese wurden nach dem SchĂ€len auf der Plantage in hölzernen Silos zwischengelagert, die in geeigneten AbstĂ€nden entlang der Strecke standen. Von dort wurden sie durch eine FalltĂŒr ĂŒber eine Rutsche in die Loren verladen.

Im Fermentationsschuppen wurden die Kakaobohnen von Hand aus der durch den Schuppen verlaufenden Feldbahn in die hölzernen FermentationsbehĂ€lter geschaufelt und mit BananenblĂ€ttern abgedeckt. Nach der Fermentation konnten sie fĂŒr den Weitertransport zur Lager- und Verpackungshalle durch das Öffnen eines Schiebers in die außerhalb des Schuppens verlaufende Schmalspurbahn verladen werden.[136]

Combes-Staudamm in Creuse

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Decauville-Bahn beim Bau Combes-Staudamms im Département Creuse

Beim Bau des Combes-Staudamms, der von 1913 bis 1918 zwischen den Gemeinden Felletin und Saint-Quentin-la-Chabanne (DĂ©partement Creuse) errichtet wurde, wurde eine handbediente Decauville-Bahn fĂŒr den Transport des Baumaterials eingesetzt. Das Kraftwerk befindet sich in Confolent (oder Confolant), in der NĂ€he des Steinbruchs CarriĂšre du Thym. Der Damm hatte nach seiner Fertigstellung eine Höhe von 17 m.[137]

Schmalspurbahnnetz im FestungsgĂŒrtel der BarriĂšre de Fer um Paris, Frankreich

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Schmalspurbahnweiche mit 600 mm Spurweite an der Pforte der Batterie Nr. 113 bei Montigny-lÚs-Cormeilles, August 1915
Decauvillebahnstrecken-Attrappe aus bemalten Sackleinen ĂŒber einem mit einem Tarnnetz abgedeckten ArtilleriegeschĂŒtz

Im Ersten Weltkrieg ließ General Joseph Gallieni ab 26. August 1914 durch 210.000 in der Territorialarmee mobilisierte Soldaten und 46.000 Zivilisten den FestungsgĂŒrtel der BarriĂšre de fer um die Hauptstadt Paris ausbauen. Dazu errichtete er bis 1915 ein riesiges Netz von 350 km SchĂŒtzengrĂ€ben und Stacheldraht mit Hunderten von Infanterie-Stellungen, Batterien mit jeweils vier bis sechs Kanonen und Munitionsdepots, die alle durch Schmalspurbahnstrecken verbunden waren. Zur TĂ€uschung feindlicher Flieger wurden auch Attrappen installiert, um diese in die Irre zu fĂŒhren, wie zum Beispiel „Faux Paris“, das 1917 in der Seine-Schleife zwischen Maisons-Laffitte und Conflans-Sainte-Honorine errichtet wurde. In Herblay im DĂ©partement Val-d’Oise wurde bei L’Orme de Morlu ein lebensgroßes Modell des Gare de l’Est gebaut.[138] Pseudo-Schmalspurbahnen aus bemaltem Sackleinen lenkten feindliche Flugzeuge von darunter befindlichen ArtilleriegeschĂŒtzen ab.[139]

Um das archĂ€ologische Erbe der staatlichen WĂ€lder der Île-de-France zu inventarisieren, das Bewusstsein der Förster zu schĂ€rfen und ausgewĂ€hlte Überreste auszugraben, fĂŒhrte das Office National des ForĂȘts (ONF) 1999–2007 ein archĂ€ologisches Projekt durch. Dabei wurden die Überreste der SchĂŒtzengrĂ€ben um Paris im Wald von SĂ©nart auch mithilfe des luftgestĂŒtzten Prozesses Lidar (Light Detection und Ranging) topographisch vermessen. Die Lidar-Laservermessung ermöglichte eine hochprĂ€zise dreidimensionale Vermessung und Modellierung des Bodenprofils durch die Baumkronen hindurch. ArchĂ€ologen ĂŒberprĂŒften daraufhin einige Bereiche am und im Boden.[138]

Trocknung von Kaffee in Araras, Brasilien

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Manuelle Trocknung von Kaffee auf der Fazenda Santo Antonio in Araras

Auf der Fazenda Santo Antonio der Familie Penteado im brasilianischen Araras, die 1890 von Ignacio Penteado gegrĂŒndet worden war, wurde Kaffee von zwei bis drei Arbeitern geschobenen Loren von der Kaffeeplantage zu den Waschbecken gebracht, in der der Kaffee nach dem Waschen manuell getrocknet wurde. Hier wurde der Kaffee in große gemauerte Waschbecken gekippt, wo er mit Wasser gewaschen wurde. Heute sind noch vier dieser Waschbecken, die sogenannten Waschanlagen (portugiesisch Lavadores), erhalten.

Ein großer englischer Dampfkessel, Modell „20 ATM Tipton Staffs“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Lee Wowel & Co. Ltda importiert. Er wurde neben dem See installiert, um Wasser in einer 275 Meter langen Rohrleitung mit 6 Zoll (152 mm) zu den Kaffeewaschanlagen zu pumpen. Der eindrucksvolle Kessel ist noch erhalten aber nicht betriebsfĂ€hig. Von den Waschbecken aus wurde der im Wasser treibende Kaffee durch gemauerte KanĂ€le, zu den TrocknungsplĂ€tzen geschwemmt. Durch leicht bedienbare eiserne Luken konnte er bequem in die jeweiligen Becken manövriert werden. Das verwendete Wasser wurde durch unterirdische KanĂ€le abgeleitet, die sich ĂŒber die gesamte LĂ€nge des Hofes verzweigten.

Die ca. 28.000 mÂČ (140 m × 200 m) FlĂ€che war in mit rustikalen Fliesen belegte Becken unterteilt, die meist 22 m × 22 m groß waren. Auf den Trennmauern der Becken gab es vier ĂŒber Weichen erreichbare Bahngleise, die das Kommen und Gehen der Wagen ermöglichten. Die Decauvillebahn wurde unter anderem dafĂŒr verwendet, um den getrockneten Kaffee von den TrocknungsflĂ€chen zum Lager zu transportieren. Die GrĂ¶ĂŸe einiger Kaffeeplantagen erforderte einen aufwendigen Streckenverlauf mit mehreren Weichen, Bögen, Drehscheiben, BrĂŒcken oder Viadukten. Bei der Companhia AgrĂ­cola do RibeirĂŁo Preto verband die Decauville-Bahn die Plantagen mehrerer Kaffeebauern.

Mit dem Ende der Kaffeeanbaus wurden die Waschanlagen der Fazenda Santo Antonio stillgelegt. Um 2006 wurde der grĂ¶ĂŸte Teil davon durch eine große RasenflĂ€che ersetzt. Von der Waschanlage sind aber einige Becken erhalten worden, nicht nur als Erinnerung an eine berĂŒhmte Vergangenheit, sondern auch fĂŒr die routinemĂ€ĂŸige Reinigung und Trocknung von Reis, Bohnen und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.[140]

Feldbahn im Totengang von Diksmuide, Belgien

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Decauvillebahn im Dodengang, 1915–1916
Rekonstruktion des Dodengang durch die belgische Armee 1923–1924
Kipplore im Dodengang, 2007

Die Feldbahn (englisch Trench Railway) im Totengang (flĂ€misch Dodengang) von Diksmuide, einem SchĂŒtzengraben in der belgischen Provinz Westflandern erinnert an die GrabenkĂ€mpfe an der Yser-Front des Ersten Weltkriegs. An Ruiter-Schanze hat die belgische Armee 1915 eine Feldbahnstrecke fĂŒr den Munitionstransport verlegt. Der belgische und der deutsche SchĂŒtzengraben waren dort nur wenige Meter voneinander entfernt. Um ÜberfĂ€lle zu vermeiden, bauten die Belgier am Ende des Totengangs mit Stacheldraht, Spanneisen und einem mit Schießscharten ausgestatteten Bunker die sogenannte „Mausefalle“. Aufgrund des zunehmenden Katastrophentourismus beschloss die belgische Regierung, den SchĂŒtzengraben 1923 bis 1924 zu konservieren. Dazu wurden die SandsĂ€cke ĂŒber die gesamte LĂ€nge von 380 Metern durch mit Beton gefĂŒllte SĂ€cke ersetzt. Die WĂ€lle, Bombenkrater und SchutzrĂ€ume wurden restauriert und die DurchgĂ€nge gepflastert.[141]

Pilgereisenbahn in La Floresta, Uruguay

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Marien­bild

In Uruguay gab es eine insbesondere von Pilgern und StrandausflĂŒglern gerne genutzte Ferrocarril La Floresta vom Heilbad in La Floresta zum Bahnhof EstaciĂłn La Floresta.[142] Seit dem 17. Dezember 1916 wird dort ein Marienbild verehrt.[143] Francisco Piria, der 1890 die Stadt PiriĂĄpolis gegrĂŒndet hatte, half Miguel Perea, dem Besitzer des 600 Hektar großen Landguts, das Marienbild zu beschaffen und die Decauville-Bahn zu verlegen. Es handelte sich um eine Lore, die auf Feldbahnschienen von einem Pferd gezogen wurde. Die Pferde wurden spĂ€ter durch einen Traktor und schließlich durch eine Lokomotive, die Waggons zog, ersetzt. In den 1940er Jahren wurde der Bahnbetrieb eingestellt und durch einen Kleinbus ersetzt.[144]

Torfbahnen bei Bavois in der Schweiz

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Torfstechmaschine mit Handbetrieb auf Torffeld im Kanton Waadt, 1917
Torftransport auf dem Torffeld Bavois der S.T.G.
Torfgewinnung im Marais de Orbe de 1917–1921[145]

Im und nach dem Ersten Weltkrieg setzte die S.A. de Laminoirs et Cablerie Cossonay zwei umfangreiche Decauville-Torfbahnen mit den Spurweiten 500 und 600 mm im Marais des Puits bei Bavois in der Orbe-Ebene im schweizerischen Kanton Waadt ein. Ihre Torfpressen waren unbeweglich an einem geeigneten Standort aufgestellt, und der Nasstorf wurde von den mobilen Stechmaschinen ĂŒber innovative Endlosdrahtseil-Sodenförderer zu feststehenden Transporteurs und von dort mit Kipploren auf Decauvillegleisen zu den Torfpressen transportiert.

Torffelder der oberen Orbe-Ebene bei Bavois, 1918

Die LĂ€nge der „Auslegegleise“ und der fliegenden Sammelgleise fĂŒr die acht Torfmaschinen war wegen frĂŒhere Torfausbeutungsgruben und KanĂ€len sehr unterschiedlich. Sie bestanden aus etwa 6358 m Decauvillegleisen mit 600 mm Spurweite mit 50 bis 70 mm hohen Schienen und aus etwa 636  m grĂ¶ĂŸtenteils gemieteten Decauvillegleisen mit 500 mm Spurweite mit 45 bis 60 mm hohen Schienen. Das Rollmaterial fĂŒr die Torfausbeutung bestand aus 80 Etagenwagen von 60 cm. Spurweite und aus 10 Etagenwagen von 50 cm Spurweite; somit standen bei jeder Torfmaschine im Mittel 11 Etagenwagen zur VerfĂŒgung. Wegen des großen Bedarfs an Gleisen und Rollmaterial gab es bei der Beschaffung Lieferschwierigkeiten, so dass die Torfsaison des Jahres 1918 weitgehend verstrich, bevor das erforderliche Material geliefert worden war. Da die Nachfrage nach Gleisen 1918 infolge der großen Anzahl von auszubeutenden Torffeldern und wegen vieler, gleichzeitig ausgefĂŒhrter Bodenverbesserungsarbeiten sehr groß war, konnte man trotz hoher Ankaufspreise in der Anschaffung des Gleismaterials nicht wĂ€hlerisch sein, sondern musste nehmen, was man bekommen konnte.

MaterialWert 
29.429 m Schienen fĂŒr 600 mm Spur
mit Zubehör (Laschen, Bolzen etc.)
342.533,77 SFR
Legen und Beschottern des Gleises41.063,10 SFR
Erstellung von 2 BrĂŒcken fĂŒr die Transportgleise5.351,77 SFR
27.652 StĂŒck Holzschwellen11.7422,68 SFR
6.358 m komplette Decauvillegleise, 600 mm Spur113.500,75 SFR
336 m komplette Decauvillegleise, 500 mm Spur
400 m Decauvillegleise, 600 mm Spur in Miete
28 Weichen, komplett3.474,90 SFR
6 Drehscheiben
104 Kipploren, 600 mm Spur, 750 l49.289,30 SFR
80 Etagenwagen, 600 mm Spur
10 Etagenwagen, 500 mm Spur41.200,70 SFR
16 Plattformwagen
1 Baulokomotive, 12–15 PS
1 Baulokomotive, 15 PS
1 Baulokomotive, 30 PS
1 Baulokomotive, 15 PS
2 Draisinen fĂŒr Decauvillegleise1.656,05 SFR
Total715.493.02 SFR

FĂŒr die Transportgleise wurde einheitlich eine Spurweite von 600 mm gewĂ€hlt. Sie wurden aus 65 bis 110 mm, meist 90 mm, hohen losen Schienen von 10 bis 18 kg Metergewicht auf Holzschwellen verlegt. Die meistbefahrenen Strecken wurden mit einem Schotterbett aus Grubenkies oder Schlacken unterbaut. Ihre GesamtlĂ€nge betrug etwa 13 km. Das Rollmaterial bestand aus vier Feldbahnlokomotiven, 104 Kipploren von 750 l Inhalt und 16 Plattformwagen. In den Transportgleisen gab es fĂŒr die „Auslegegeleise“ 39 Weichen, teils auf Holzschwellen, teils auf Stahlschwellen. Außerdem gab es eine grĂ¶ĂŸere Anzahl von Drehscheiben und Kletterdrehscheiben. Letztere fanden insbesondere zur Verbindung der fliegenden Sammelgleise mit den Transportgleisen Verwendung.[146][147]

Torfbahn bei Les Ponts-de-Martel in der Schweiz

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Torffeld Les Ponts-de-Martel der S. T. G.
Am 25. Juli 1923 publizierte Karte

Die Schweizerische Torfgenossenschaft (S. T. G.) beutete ab 1917 das von der SociĂ©tĂ© Anonyme des Marais des Ponts gepachtete 50 ha große Torfgebiet bei Les Ponts-de-Martel Kantons im schweizerischen Neuenburg aus. Die Abtransportgeleise auf den Trockenfeldern waren, mit 60 cm Spurweite, teils aus Decauvillegeleisen, teils aus Schienen auf Holzschwellen erstellt. Ihre LĂ€nge betrug ca. 3000 m, wozu noch ca. 650 m feste Gleise am Bahnhof, in den Schuppen und auf der Verladerampe kamen. Die Transporte von den Trockenfeldern zur Verladerampe und zu den Torfschuppen wurden 1918–1919 von Hand bewerkstelligt. Im Jahr 1920 wurde zur Erhöhung der LeistungsfĂ€higkeit ein Traktor mit 600 mm Spurweite mit Austro-Daimler Benzinmotor angeschafft, fĂŒr den auf dem Torffeld eine kleine Remise errichtet wurde. Außerdem gab es dort eine Torfbahn mit 1000 mm Spurweite mit 110 mm hohen Schienen auf Holzschwellen. Sie hatte eine Maximalsteigung von 15 ‰ und Minimalradien von 70 m. Ihre LĂ€nge betrug, inklusive einem 50 m langen Abstellgleis bei der Verladerampe 750 m.[146]

Torfbahn bei Zuzwil SG in der Schweiz

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Torffeld Zuzwil: Abladen der Sodenbretter und Auslegen des Torfes
MaterialWert 
3.205 m lose Schienen mit Laschen und Laschenbolzen von 42.050 kg a 0,65 SFR27.332,50 SFR
9.000 SchienennÀgel von 1.085 kg a 1,50 SFR1.552,50 SFR
Verpackung (schweizerisch Emballage), Fracht, Transport und Regiestunden fĂŒr Gleisverlegung etc.4.719,05 SFR
638 StĂŒck Holzschwellen a 120,00 SFR und 670 StĂŒck = 22,19 mÂł a 77,00 SFR oder 78.00 SFR per mÂł inkl. Fracht und Transport2.803,90 SFR
Zwischensumme Transportgleise36.407.95 SFR
1944,4 m Decauvillegeleise 600 mm Spurweite inkl. Laschen und Laschenbolzen, 33.557 kg a 0,95 SFR oder 0,85 SFR per kg30.601,15 SFR
503,9 m Decauvillegeleise 600 mm Spur komplett a 24,00 SFR per Laufmeter12.093,00 SFR
Fracht & Regiestunden fĂŒr Transport & Verlegung1,368.90 SFR
Zwischensumme fĂŒr 2.448,3 m Auslegegeleise44.063,05 SFR
8 Weichen 5 m lang 600 mm Spur a 1.60 SFR per kg resp. a 335,00 SFR per StĂŒck inkl. Fracht etc.2.458,40 SFR
19 Drehscheiben 600 mm Spur komplett a 255,00 SFR oder 280,00 SFR per StĂŒck inkl. Fracht etc.5.346,15 SFR
Zwischensumme fĂŒr Weichen und Drehscheiben7.804,55 SFR
29 Torfetagenwagen 600 mm Spur a 247,00 SFR oder 280,00 SFR per StĂŒck inkl. Fracht8.348,30 SFR
15 Kipploren 600 mm Spur a 250,00 SFR, 320,00 SFR oder 350,00 SFR inkl. UmÀnderungen etc.5.050,00 SFR
Zwischensumme fĂŒr Rollmaterial13.398,30 SFR
Total fĂŒr Gleis- und Rollmaterial101.673,85 SFR

Im Torffeld Zuzwil im schweizerischen Kanton St. Gallen wurde eine handbetriebene Decauvillebahn eingesetzt. Diese war fĂŒr den Abtransport des Torfes sehr geeignet, weil das Torffeld ein ziemlich gleichmĂ€ĂŸiges GefĂ€lle von ca. 1 % zur Verladerampe hin aufwies, so dass die Loren von selbst bis zur VerladebĂŒhne rollten. Der Torfbetrieb wurde vom Unternehmer August Josef, einem Torffachmann, geleitet. Den Abtransport des Torfes mit einem LKW oder Fuhrwerk zur Bahn und an andere Abgabestellen leitete Unternehmer Joh. Josef. Die 6,5 km lange Transportstrecke wies lĂ€ngere Steigungen von 4 und 8 % auf. Am Bahnhof Wil wurde der Torf vom Motorlastwagen oder Fuhrwerk direkt in die Bahnwagen geschaufelt. Eine besondere Verladevorrichtung gab es dort nicht. Die gute Überwachung und rationelle DurchfĂŒhrung der ganzen Torfausbeutung, die Verwendung billiger ArbeitskrĂ€fte und die Leitung des Betriebes durch die Unternehmer selbst sind, neben anderen gĂŒnstigen Bedingungen, die Hauptursache davon, dass der Gestehungspreis des Torfes auf Torffeld Zuzwil niedriger als auf den anderen Torffeldern der Schweizerischen Torfgenossenschaft ausfiel.[146]

Torfbahn bei Rechthalten in der Schweiz

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Decauville-Bahn im Rotmoos
Torfstechmaschine im Entenmoos

Der Schweizer Kanton Freiburg erwarb Anfang 1918 fĂŒr ca. 90.000 Franken zwei Torfmoore bei Rechthalten in der Schweiz, die ĂŒber eine Decauville-Bahn erschlossen waren. Das Rotmoos hatte eine FlĂ€che von etwa 12 Hektar und das Entenmoos eine FlĂ€che von etwa 6 Hektar. Im Rotmoos betrug die maximale Tiefe des Torfes 10,5 m und im Entenmoos 9 m. Das ungefĂ€hre Volumen der betrug also insgesamt 850.000 mÂł Torf. Der Wert der Anlagen, Rohrleitungen, Mischer, Schuppen und Decauville-AusrĂŒstung sowie der Reparatur der Zufahrtsstraßen usw. belief sich auf 275.000 Franken.[148]

Kaiserbahn bei Jalhay und Spa in Belgien

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Feldbahn beim Manoir de Lébioles

Anfang 1918, bevor das deutsche Hauptquartier nach Spa kam, wurde beim belgischen Dorf NivezĂ© zwischen Spa und Jalhay im Wallonischen Teil der Provinz LĂŒttich eine Decauville-Bahn von der Eisenbahnlinie Spa-Stavelot zum Schloss Neubois verlegt. Diese Feldbahn, die von den Dorfbewohnern Kaiserbahn (la voie ferrĂ©e du Kaiser) genannt wurde, diente dazu, die Materialien fĂŒr den Bau eines betonierten Schutzraums heranzuschaffen, der in der NĂ€he des Schlosses eingerichtet wurde, um die Familie des nach Belgien emigrierten deutschen Kaisers Wilhelm II. im Falle eines Luftangriffs zu schĂŒtzen. Der Antrieb erfolgte mithilfe von Pferden und einer kleinen Dampflokomotive.[149]

Schlacht bei Amiens, Frankreich

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Bei der Schlacht bei Amiens setzte der australische General John Monash am 8. August 1918 die bereits in der Schlacht von Hamel erfolgreich erprobte Taktik des ĂŒberraschenden und koordinierten Vorgehens von Infanterie, Feldbahn und etwa 580 Panzern ein. An nur einem Tag, dem 8. August 1918, stieß er mit australischen Truppen 16 Kilometer hinter die deutsche Frontlinie vor, mit der UnterstĂŒtzung durch die Kanadier an der rechten Flanke. Er ließ die schmalspurigen Decauville-Gleise mit einer Spurweite von 600 mm auf Normalspur-Schwellen verlegen, wodurch die Bahnstrecke zu gegebener Zeit fĂŒr den effektiveren Nachschubtransport leicht auf Normalspur umgespurt werden konnte. Dadurch errichtete er die nahtlose Anbindung an das französische SNCF-Netz, insbesondere am wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt Amiens. Auf den tragbaren Decauville-Gleisen setzte er Hunslet-Dampflokomotiven ein, die vor und wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges bei der Hunslet Engine Company in Leeds hergestellt worden waren. Eine davon ist heute in der Sammlung des Australian War Memorial in Canberra erhalten, aber nicht ausgestellt.[150]

Waldbahn der Domaine de Mambaye bei Spa, Belgien

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Waldbahn der Domaine de Mambaye bei Spa mit Kipploren von Arthur Koppel

WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs verlegte der Bauunternehmer Jean Denis PaĂ«s eine Waldbahn in den WĂ€ldern der Domaine de Mambaye bei Spa, Belgien. Um seine Arbeiter vor der Zwangsarbeit in Deutschland zu bewahren, setzte er sie auf eigene Kosten ein, um eine befestigte Brandschneise von Mambaye zur AndrĂ©-Guillaume-Promenade zu schottern. Er weigerte sich, fĂŒr die deutschen Besatzer zu arbeiten, obwohl diese ihm gesagt hatten: „Es wĂ€re kein Geld, das Sie bei uns verdienen wĂŒrden, sondern Gold!“[149]

MilitÀreisenbahn in Waziristan

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WĂ€hrend der Waziristan-Campagne betrieben Britische und Britisch-Indische Truppen in Wasiristan 1919–1920 eine Decauvillebahn von Dera Ismail Khan nach Tank, die vorĂŒbergehend am Straßenrand verlegt worden war. Rinderpest und Maul- und Klauenseuche hatten die verfĂŒgbaren Pack- und Zugtiere stark reduziert, so dass der Einsatz von 6 Ford-Kleinlastwagen und der Decauvillebahn erforderlich wurde, was auch den Verschleiß der Hauptstraße minimierte.[151]

Die Pioniere und Mineure des 26. Kompaniebataillons verlegten die Strecke zusammen mit der 122., 127. und 131. und einem Zug der 126. Eisenbahnbau-Kompanie. Die in Indien gekauften Gleisjoche mit 600 mm Spurweite wurden ab November 1919 nach Dera Ismail Khan geliefert. Bis Februar 1920 wurde die Strecke mit Pferden und ab Juni 1920 mit Dampflokomotiven betrieben.[152][153] Die Strecke wurde spÀter von der North Western Railway betrieben.[154] Vermutlich wurde sie 1825 demontiert und eingemottet.[152][153]

Die Decauville-Loren wurden fĂŒr den Transport von Futtermittel adaptiert. DarĂŒber hinaus wurde ein Teil der Decauville-Loren fĂŒr die Evakuierung der Kranken und Verwundeten, fĂŒr die Beförderung von Schafen und auch fĂŒr den Truppentransport umgebaut. Jeder Zug konnte außer den Tieren jeweils 100 Soldaten transportieren, um diesen den Fußmarsch nach Tank zu ersparen. Die Decauville-Bahn transportierte im Durchschnitt 160 Tonnen Nachschub, 1.600 Schafe und 100 Soldaten pro Tag.[151]

Kathedrale von Noyon

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Decauville-Bahn in der zweiten Etage des Westwerks der Kathedrale von Noyon

In der zweiten Etage des Westwerks der Kathedrale von Noyon im nordfranzösischen DĂ©partement Oise (Region Hauts-de-France) wurde eine Decauville-Bahn beim Wiederaufbau des im Ersten Weltkrieg zerstörten Dachstuhls aus Stahlbeton eingesetzt, die heute(2019) noch erhalten ist. Nach einer Bombardierung riss am 1. April 1918 der Einsturz des brennenden Dachstuhls aus dem 14. Jahrhundert Gewölbe und Teile der oberen Mauerbereiche mit in die Tiefe. Die in den Jahren von 1918 bis 1938 vorgenommenen Restaurierungsarbeiten vermochten die Bausubstanz der Kathedrale zu retten und sie so weit wie möglich in ihren Originalzustand zurĂŒckzuversetzen. Die Feldbahn hat eine Spurweite von weniger als 600 mm. Die Baumaterialien kamen wohl per Aufzug an einem der Fenster an und wurden dann mit der Feldbahn weiterverteilt.

Palmölplantage in Westafrika

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Palmölplantage in Westafrika mit der HĂŒtte eines Aufsehers an der Decauville-Bahn in einem Ölpalmenbestand

Die Societe francaise des houileries et plantations de la Cote d’Ivorie transportierte in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs um 1920 ihre PalmfrĂŒchte aus einem Palmenhain an der WestkĂŒste Afrikas mit einer Decauville-Bahn zur Fabrik, um daraus Palmöl zu gewinnen.[155] Die in Afrika beheimateten, bis zu 30 Meter hohen Ölpalmen (Elaeis guineensis) produzierten FruchtstĂ€nde mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm. Die Palmen trugen jeweils etwa 3000 bis 6000 FrĂŒchte, die nach der Ernte unverzĂŒglich verarbeitet werden mussten, da sie schnell verderblich waren.

Decauville-Bahn Osmanlar–Urchanlar im Osmanischen Reich

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Société Anonyme Ottomane des Mines de Balia-Karaïdin, 1920

Die Decauville-Bahn Osmanlar–Urchanlar wurde am 10. August 1920 im Vertrag von SĂšvres erwĂ€hnt, weil die Stelle, an der sie den Diermen Dere ĂŒberquerte, ein Punkt auf der Grenzlinie der entmilitarisierten Zone war.[156] Ihre etwa 55 km lange Strecke verlief in der Provinz Balıkesir in Nordwest-Anatolien von Osmanlar ⊙ nach Urchanlar, dem heutigen Orhanlar ⊙. Die Strecke fĂŒhrte von den Bergwerken bei Balya nach SĂŒden zu der Straße, die von Balıkesir zum Hafen von Akçay am Golf von Edremit fĂŒhrt. Die 1920 von der Ottomanischen Bank in Konstantinopel gegrĂŒndete SociĂ©tĂ© Anonyme Ottomane des Mines de Balia-KaraĂŻdin baute dort 4 Mio. t Erz ab, aus dem 400.000 t Blei, 400.000 t Zink, 1.000 t Silber und 3 t Gold gewonnen wurden. Das mit einem Humboldt-Wetherill-Separator aufbereitete Erz wurde anfangs hauptsĂ€chlich nach Frankreich exportiert, bis 1901–1913 das gesamte Blei an die deutsche Metallgesellschaft verkauft wurde.[157]

1924, nach dem Fall des Osmanischen Reiches, wurde die Gesellschaft in eine tĂŒrkische Aktiengesellschaft umgewandelt. Die HaupteigentĂŒmer und Manager waren Franzosen, 40 % der Angestellten waren Griechen und es gab etwa 4.500 tĂŒrkische Arbeiter.[157] Um 1924 wurde mit der tĂŒrkischen Regierung eine Einigung bezĂŒglich KriegsschĂ€den des Ersten Weltkriegs erzielt. Die tĂŒrkische Regierung soll daraufhin wichtige Decauville-AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde an das Unternehmen ĂŒbertragen haben.[158] Die SickerwĂ€sser der alten Abraumhalden fĂŒhren zu einer Arsen- und Cadmium-Verschmutzung des fĂŒr die Ackerbau-BewĂ€sserung genutzten Manyas-Stausees und Kocaçay-Flusses.[159] Heute ist das private tĂŒrkische Unternehmen Dedeman Madencilik San ve Tic. A.S. fĂŒr den Bergbau im Hastanetepe-Gebiet und in der sĂŒdlichen Zone des Bergbaugebiets lizenziert, wĂ€hrend Esan die Lizenz fĂŒr den sĂŒdwestlichen Teil des Bergbaugebiets hĂ€lt.[160]

Baustellenbahn bei Crimdon Dene in Durham

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Baustellenbahn bei Crimdon Dene
DĂŒker-Baustelle, 1922
Bau des DĂŒkers, Blick nach Westen

Beim Bau der KĂŒstenstraße von West Hartlepool nach Easington in England musste 1922 eine von mehreren Beton-DĂŒkern durchbrochene Böschung aufgeschĂŒttet werden. Es wurde berechnet, dass der fĂŒr den Straßenbau erforderliche Aushub von etwa 130.000 mÂł ausreichte, um die bis zu 17 m hohe Böschung aufzuschĂŒtten.

FĂŒr den Materialtransport und die Erdbewegung wurde bei Crimdon Dene im County Durham eine Decauville-Bahn mit einer Spurweite von 2 Fuß (610 mm) von einem zuvor landwirtschaftlich genutzten Gleisanschluss der normalspurigen North Eastern Railway zu den Baustellen verlegt, auf der ein Kipplorenzug mit seitwĂ€rts kippende Kipploren mit einem Volumen von jeweils 1 Kubikyard (0,75 mÂł) fuhr. Auf kurzen Strecken wurden die Kipploren von Hand geschoben, auf lĂ€ngeren Strecken wurden sie von Pferden oder kleinen Benzinlokomotiven gezogen.[161]

Transport der Funde aus dem Tutanchamun-Grab nach Kairo in Ägypten

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Transport der Funde aus dem Tutanchamun-Grab zur Verschiffung ins Ägyptische Museum Kairo, 1922

Am Ende der Ausgrabung und der Dokumentation des Grabes von Tutanchamun brachte Harry Burton die Funde 1922 in maßgefertigten Holzkisten mit einer temporĂ€r verlegten Decauvillebahn zu einem Dampfschiff zur Verschiffung ins Ägyptischen Museum in Kairo. WĂ€hrend die beladenen Loren einzeln vorwĂ€rts geschoben wurden, wurden die Gleise der zurĂŒckgelegten Strecke abgebaut und vor der Bahn neu verlegt. Dabei waren die durch die Sonne extrem erhitzten Gleise schwierig zu verlegen. Der Transport ĂŒber die 10 km lange Strecke dauerte 15 Stunden. Er wurde mit mehr als 10 Fotos dokumentiert.[162]

Kokieou-Pitchetchai

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Trotz der Unruhen in den ersten Monaten des Jahres 1922 war die französische HandelstĂ€tigkeit in Yunnan relativ erfolgreich. Die chinesische Gejiu-Bizezhai Railway Company (Kokieou-Pitchetchai) kaufte fĂŒnfzehn Wagen und vier Lokomotiven und erteilte drei AuftrĂ€ge fĂŒr Decauville-AusrĂŒstungen (achtzehn Kilometer Schienen und zwanzig Waggons) fĂŒr den Betrieb von Kohlebergwerken.[163]

Société Française Graigola Merthyr in La Pallice und Saint-Malo

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Feldbahn zur Eierkohlen-Fabrik der Société Française Graigola Merthyr in La Pallice
Schiffsanleger im Hafen von Saint-Malo
Der Hafen von Saint-Malo, 325 km sĂŒdlich von La Pallice, um 1922

Die 1875 gegrĂŒndete SociĂ©tĂ© Française Graigola Merthyr fĂŒhrte um 1922 in den HĂ€fen von La Pallice und Saint-Malo walisische Kohle ein.[164] In La Pallice betrieb sie eine Fabrik zur Herstellung von Eierkohlen sowie zum mechanischen Sortieren von Kohle.[165] Die Zeche Graig Merthyr befand sich in der NĂ€he von Pontarddulais bei Swansea. Ab 1917 firmierte sie als Graigola Merthyr Co. Ltd.[166] Um 1923 hatte das Unternehmen in Wales 556 Arbeiter im Graigola Seam angestellt.[167]

Erdbau an der Porte de Versailles in Paris

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Decauville-Lokomotive Type 17 in Paris, 1924
Girafe-Kipper mit Beschriftung J. Ossude
Erdbewegung an der Porte de Versailles in Paris

Die Mitte des 19. Jahrhunderts von J. Ossude gegrĂŒndete SociĂ©tĂ© Anonyme Ossude wurde in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs unter anderem im Erdbau beauftragt. In Paris setzte sie im Februar 1924 vermutlich aus MilitĂ€rbestĂ€nden ĂŒbernommene Feldbahnlokomotiven an der Großbaustelle an Porte de Versailles ein, um großangelegte Erdarbeiten durchzufĂŒhren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fĂŒhrte J. Ossude eine systematische Studie ĂŒber den Plan zur NeuausrĂŒstung des Unternehmens durch. Zu diesem Zweck unternahmen seine Ingenieure und FĂŒhrungskrĂ€fte Studienreisen in die USA, wo sie Kontakte zu spezialisierten Herstellern knĂŒpften. Dank seiner hochmodernen AusrĂŒstung konnte das Unternehmen große AuftrĂ€ge an Land ziehen, fĂŒr die es als erste in Europa die neuesten amerikanischen Bohr- und Materialabfuhrverfahren einsetzte. Es begann frĂŒhzeitig mit der Diversifizierung in Richtung Industriebau und weitete seine AktivitĂ€ten in Afrika stark aus. Anfang der 1950er Jahre war es in Frankreich die Nummer eins im Bereich Erdbau.[168]

HafengelÀnde in Saint-Pierre und Miquelon

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Im Rahmen eines Verbesserungsprogramms fĂŒr den Hafen von Saint-Pierre auf den Inseln von Saint-Pierre und Miquelon wurde ab 1924 ein 1,10 m hohes und 40 × 60 m großes HafengelĂ€nde eingeebnet, das ĂŒber eine mehr als 210 m lange Decauville-Bahn fĂŒr den GĂŒterverkehr erschlossen wurde.[169]

Sărata-Monteoru

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Der Transport im Ölbergwerk von Sărata-Monteoru erfolgte in den Stollen mit Waggons von etwa 0,3 mÂł Inhalt auf Decauville-Gleisen mit einer Spurweite von 500 mm, ĂŒber SchĂ€chte mit AufzĂŒgen

Das Ölbergwerk von Sărata-Monteoru bei Buzău in RumĂ€nien wurde in zwei Etappen gebaut, beginnend 1925 mit der Vertiefung der SchĂ€chte Puit 42 und Puit 50 auf etwa 230 m Tiefe und dem Graben eines Stollenkomplexes am „Horizont +44 m“, von dem 85 Horizontalbohrungen und 16 AbwĂ€rtsbohrungen niedergebracht wurden. Der Transport des Materials erfolgte in den Stollen mit Waggons von etwa 0,3 mÂł Inhalt auf Decauville-Gleisen mit einer Spurweite von 500 mm, ĂŒber SchĂ€chte mit AufzĂŒgen. Am Schacht 42 war seit der Eröffnung der SĂŒdbaustelle die alte Dampfwinde mit Holzbechern in Betrieb, da der Materialtransport zum Hauptschacht von hier aus wegen der Neigung des Stollens schwierig war. Eine 65 PS starke elektrische Winde bediente den Hauptförderschacht Nr. 50.[170]

Keramikfabriken von Laveno-Mombello

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Elektrolok am Nordbahnhof
Gleise bei Ceramica Ponte
Auf der Boesio-ÜberfĂŒhrung

Ab 1925 expandierten die Keramikfabriken von Laveno-Mombello und errichteten eine elektrisch betriebene Decauville-Bahn um die Fabriken am See (Lago Maggiore) an der BrĂŒcke (Ceramica Ponte) und am Boesio sowie die LagerhĂ€user und den Nordbahnhof an den Staatsbahnen miteinander zu verbinden. In den 1970er Jahren wurde am See SanitĂ€rkeramik hergestellt (Pozzi-Ginori Industrie Ceramiche Spa), an der BrĂŒcke Tischporzellan (Porzellan Richard-Ginori Spa) und in Verbano Isolatoren und Industrieprodukte (Ceramiche Industriali Spa). Die verschiedenen Standorte wurden schrittweise außer Betrieb genommen, und 1997 wurde schließlich das letzte Werk endgĂŒltig geschlossen.[171][172][173]

SteinbrĂŒche am Ibn-Tulun-AquĂ€dukt in Kairo

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Ibn-Tulun-AquÀdukt in Kairo, ca. 1920

Das Kairoer Bergbauamt genehmigte durch ein Schreiben vom 24. Oktober 1927, ohne RĂŒcksprache mit dem Ausschuss zur Erhaltung der Monumente arabischer Kunst oder dem Arabischen Museum, die Errichtung von zwei mit Dampflokomotiven betriebenen Decauville-Bahnen zur Ausbeutung der SandsteinbrĂŒche am Ibn-Tulun-AquĂ€dukt ⊙.[174][175] Diese Decauville-Bahnen unterquerten den AquĂ€dukt durch eine 9 m breite Öffnung, die durch zwei Mauern begrenzt wurde.[176] Das Arabische Museum hatte, nachdem es am 3. Februar 1927 ĂŒber die Angelegenheit informiert worden war, den Bau einer dritten Decauvillebahn abgelehnt und das Bergbauamt gebeten, die beiden bereits bestehende Bahnen zu entfernen. Das AquĂ€dukt wurde 876–879 gebaut.[177] Es ist heute vom weiteren Verfall und Abriss bedroht.[178]

Torfbahn in Liesse-Notre-Dame

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Decauville-Torfbahn in Liesse-Notre-Dame

In Liesse-Notre-Dame wurde 1928 eine Fabrik zur Destillation und Verkohlung von Torf eingeweiht. Der Transport vom Moor zur Fabrik wurde mit einer Decauville-Bahn durchgefĂŒhrt. WĂ€hrend des Torfkongresses in Laon beförderte die Decauville-Bahn die Kongressteilnehmer von Liesse-Notre-Dame in das Moor von La Souche.[179][180] 1943 gab es drei mit Alkohol betriebene Feldbahntraktoren, die Ähnlichkeiten mit denen von Petolat und Weitz haben.

Ausgrabungen von Herculaneum in Italien

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Aus­grabung von Herculaneum

Bei der Ausgrabung von Herculaneum wurden grĂ¶ĂŸtenteils die bereits zuvor durch den ArchĂ€ologen Vittorio Spinazzola in Pompeji entwickelten Ausgrabungsmethoden eingesetzt. Der ArchĂ€ologe Amedeo Maiuri setzte um 1927–1929 die auf den Fotos gezeigten Decauville-Kipploren ein. Im Vordergrund des linken Fotos erhebt sich rechts von den Gleisen ein HĂŒgel aus amorphem, verdichtetem Tuffstein. Er wird von vier AusgrĂ€bern mit Spitzhacken abgebaut. Auf der Spitze des HĂŒgels steht ein weiterer AusgrĂ€ber, der einen Pressluftbohrer benutzt. Etwas weiter rechts sehen wir die ersten Umrisse eines GebĂ€udes, das aus dem aufgebrochenen Tuffstein herausragt. Man sieht die StĂŒtzstreben, die bei der Ausgrabung im Tuffstein zurĂŒckgelassen wurden. In der Ferne, jenseits der hier gezeigten Ausgrabungsarbeiten, stehen römische HĂ€user, die bereits ausgegraben und restauriert worden sind. In der Ferne sind die RĂ€nder der Ausgrabungsgrube zu erkennen.[181] Es gab wĂ€hrend der Belle Epoque ein regelrechtes Feldbahn-Gleisnetz fĂŒr die mit Aushub gefĂŒllten Kipploren, mit denen der Aushub von Pompeji in Richtung der Gemarkung Schito in Torre Annunziata oder von Herculaneum in Richtung Portici gebracht wurde und auf weitlĂ€ufigen Halden im Meer entsorgt wurde.[182]

Compañía Cementera Asland–CĂłrdoba

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Casita Blanca (Kalkmergel aus dem Silur)
Feldbahn im Steinbruch der FĂĄbrica de Asland
Valdeazores (Kalkstein aus dem MiozÀn)

Die Zementfabrik der Compañía Cementera Asland–CĂłrdoba wurde 1931 bei CĂłrdoba in Spanien in Betrieb genommen. In den ersten Jahren wurde das Gestein mit Eselgespannen und Lastwagen transportiert, aber ab 1934 wurde der Transport von Valdeazores zur Fabrik mit einer Decauville-Bahn und einer 1.800 Meter langen Seilbahn durchgefĂŒhrt. Deren riesiger Turm liegt an der Straße nach AlmadĂ©n und ĂŒberragt das Tal des Pedroches-Baches. Er war lange ein markantes Symbol dieser Zementfabrik. Über die SteinbrĂŒche, die die Fabrik belieferten, berichtet El Libro del Cincuentenario, dass die Fabrik ihr erstes Rohmaterial aus zwei SteinbrĂŒchen bezog: La Cantera de Valdeazores (Kalkstein aus dem MiozĂ€n) und Casita Blanca (Kalkmergel aus dem Silur). Auf der Feldbahn wurde unter anderem die noch erhaltene Deutz-Lok Nr. 4121/1921 eingesetzt.[183]

Kohlebergbau in Sakoa, Madagaskar

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Kohlebergbau in Sakoa, Madagas­kar, 1930er Jahre

In Sakoa ⊙ im SĂŒdwesten Madagaskars fĂŒhrte in den 1930er Jahren die Decauville-Bahn eines Braunkohle-Tagebau-Bergwerks durch den trockenen Stachelwald, um Kohle der Sakoa-LagerstĂ€tte, die fĂŒr die hohe QualitĂ€t ihrer Kohle bekannt wurde, abzubauen. Es gab dort mehrere Lizenznehmer. Die ĂŒberwiegende Mehrheit der Lizenzen mit kommerziellem Wert wird heutzutage von Madagascar Consolidated Mining, einer Tochtergesellschaft von Red Island Minerals, gehalten, die von Sam Malin gegrĂŒndet wurde, der die Ressourcen des Feldes bewertete und entwickelte. Pan African Mining verfĂŒgt ebenfalls ĂŒber eine betrĂ€chtliche Anzahl von Lizenzen an der Peripherie der LagerstĂ€tte. Weitere KohlelagerstĂ€tten, die an die Region Sakoa angrenzen, sind die LagerstĂ€tten Ianapera, Imaloto, Sakamena und Vohibory.[184][185]

Piereisenbahn bei Jidda, Saudi-Arabien

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Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg errichtete das Saudi Arabian Mining Syndicate 2,4 km nördlich von Jidda in Saudi-Arabien eine 1.372 m lange Pier zu einem durch ein Korallenriff geschĂŒtzten Ankerplatz. Sie verband diesen ĂŒber eine Decauville-Piereisenbahn, zwei KrĂ€ne (5 und 15 t), eine LKW-Fahrspur sowie eine Pipeline mit den am Ufer gelegenen Einrichtungen des Syndikats.[186]

Orangenhain in Tel Aviv, PalÀstina

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Durch den Orangenhain von Itzhak Machnis in Tel Aviv verlief um 1940 eine 320 m lange Decauville-Bahn, die verschiedene Teile der Plantage mit dem VerpackungsgebÀude verband. Es gab dort etwa 200 Grapefruit-BÀume und 2200 Shamouti-OrangenbÀume, die zum Teil auf Wurzeln von ZitronenbÀumen und zum Teil auf PomeranzenbÀumen aufgepfropft waren.[187]

Standseilbahn am alten Stauwehr bei AsniĂšres-sur-Oise, Frankreich

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Gleise am Wehr
Lore am Stauwehr
Strecke (rot gestrichelt)

Auf der Île de Boran-sur-Oise genannten Insel des Flusses Oise gibt es zwischen den beiden Stauwehren bei Boran-sur-Oise und AsniĂšres-sur-Oise eine 175 m lange Decauville-Standseilbahn, um Material vom tieferliegenden Kanal zum höherliegenden Fluss zu transportieren. Die Strecke war stellenweise zweigleisig, so dass die bergabfahrende Lore eine andere Lore ĂŒber ein Drahtseil bergauf ziehen konnte. Die Strecke wurde beim Bau und der Wartung des Stauwehrs im alten Flussarm genutzt, bevor ein Feldweg dorthin verlegt wurde. Als 2009 bis 2011 das neue Stauwehr von AsniĂšres, das dem Schutz vor Überschwemmungen dient, gebaut wurde, blieb die historische Feldbahn weitgehend erhalten.[188][189]

La Guardia, Santa Fe, Argentinien

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In La Guardia bei Santa Fe (Argentinien) in Argentinien gab es bei der Keramikfabrik von Florencio und Federico Alassio eine 150 Meter lange Decauville-Bahn, mit der an beiden Ufern des Baches Santa Fe gewonnener Ton mit Hilfe von Kipploren zu einem Tonhaufen zu transportiert wurde, wo er bis zur Verarbeitung gelagert wurde. Insgesamt befanden sich vier, in die gleiche Himmelsrichtung ausgerichtete Fabriken in der NĂ€he des Tonlagers und der Haltestelle der Decauvillebahn.[190]

ArchĂ€ologische Ausgrabung in Deir el-Medina, Ägypten

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Ausgrabung der Nord-Nekropole, 1924
AufrÀumarbeiten in den Ruinen, 1935

In Deir el-Medina, den Ruinen der Arbeitersiedlung des antiken Theben in Ägypten, betrieb das Institut français d’archĂ©ologie orientale mindestens von 1924 bis 1935 eine handbetriebene Decauvillebahn. Bernard BruyĂšre (1979–1950) veranlasste, dass Decauvillegleise auf vorgegebenen Routen durch das AusgrabungsgelĂ€nde verlegt wurden, damit der Bodenaushub nicht stĂ€ndig von einem Ort auf der Ausgrabung zu einem anderen bewegt wurde, sondern das AusgrabungsgelĂ€nde systematisch gerĂ€umt werden konnte. Um das GelĂ€nde zu stabilisieren und Trassen fĂŒr die Decauvillebahn zu schaffen, terrassierte BruyĂšre den westlichen HĂŒgel, was noch heute sichtbar ist. Die Ă€gyptischen Arbeiter, die fĂŒr die Ausgrabung angeheuert wurden, setzten bereits 1924 Kipploren bei der Ausgrabung der Nord-Nekropole ein. Die Ruinen der Wohnsiedlung von Deir el-Medina wurde 1935 von einer großen Gruppe von Ă€gyptischen Arbeitern mit Hilfe der Kipploren freigelegt. Die große Zahl von ArbeitskrĂ€ften in Verbindung mit einer starken Arbeitsteilung und dem effektiven Abtransport des Aushubs bildete die Grundlage fĂŒr die archĂ€ologisch-wissenschaftliche Untersuchung und Dokumentation der Grabung.[191]

Der tschechische Ägyptologieprofessor Jaroslav ČernĂœ (1898–1970) berichtete 1932, dass die beiden Decauville-Bahnstrecken nach denen der Metro von Paris benannt waren: Die Nord-Sud verlief rechtwinklig zu einer West-Ost-Strecke. Der Schutt wurde damit aus dem Tal an einem großen HĂŒgel transportiert, der zuvor sorgfĂ€ltig untersucht worden war, um sicherzustellen, dass sich keine AntiquitĂ€ten unter der OberflĂ€che befanden. Der Schuttberg wurde französisch Cavalier de dĂ©blais und arabisch Magleb genannt. In der Regel wurden die Wagen paarweise eingesetzt: zwei wurden befĂŒllt und zwei weitere gleichzeitig von den Arbeitern entleert, die den Aushub auf dem Schuttberg verteilten.[192]

SĂ€gewerk aus Anspach im Hessenpark

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Gleisjoche
Loren
Schnittholztransport

Das SĂ€gewerk aus Anspach stand ursprĂŒnglich in Anspach und wurde 1982–1983 in den Hessenpark bei Neu-Anspach transloziert. Es verfĂŒgt ĂŒber eine Feldbahn mit Gleismaterial und Loren verschiedener Hersteller. Mit ihr werden bei VorfĂŒhrungen sowohl das Langholz als auch das Schnittholz im Handbetrieb befördert. Neben dem wiederaufgebauten historischen GebĂ€ude wird ein Stapel tragbarer Gleisjoche aus Vignolschienen auf Metallschwellen gelagert, mit dem sich die Bahn falls erforderlich vorĂŒbergehend verlĂ€ngern lĂ€sst.[193]

Diamantenabbau in Angola

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Sogenannte „Vagonetas“ der Companhia de Diamantes de Angola, um 1930

Ende der 1920er Jahre fĂŒhrte die Companhia de Diamantes de Angola (Diamang) fĂŒr den Diamantenabbau in Angola handbetriebene Decauville-Loren (portugiesisch Vagonetas) ein, die gegenĂŒber Schubkarren den großen Vorteil hatten, dass sie auch bei Starkregen betrieben werden konnten.[194] Aufgrund von kolonialpolitischen VertrĂ€gen wurden die von den Franzosen gelieferten Gleisjoche aus deutschem Stahl hergestellt.[195] WĂ€hrend der portugiesischen Kolonialzeit implementierten das Bergbauunternehmen und die Kolonialverwaltung eine Reihe von sich ergĂ€nzenden Initiativen, um die afrikanischen Zwangsarbeiter zumindest insoweit ernĂ€hren zu können, dass durch deren Handarbeit nur minimale Investitionen fĂŒr BergbauausrĂŒstung und -technologie erforderlich waren.[196]

Brauerei in Issy-les-Moulineaux, Frankreich

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Brasserie de Moulineaux in Issy-les-Moulineaux

Die unterirdischen Kreidegruben bei Meudon werden industriell mit einem Netzwerk von mehr als 8 km Galerien auf vier Ebenen erschlossen. Unter Tage wurden die Schmalspur-Kipploren anfangs von Pferden und spĂ€ter von Diesellokomotiven gezogen, woher die heute noch sichtbaren schwarzen Rußablagerungen an den WĂ€nden einiger Galerien stammen. Um 1900 wurden aufgrund fehlender AckerflĂ€chen auch landwirtschaftliche Betriebe unterirdisch angelegt, zum Beispiel zur Champignonzucht. In Issy-les-Moulineaux gab es unter Tage zwei Kreidebergwerke Bilbille et Fayard (1826–1930) und Demarne (1840–1930). Deren Kavernen wurden von der Brasserie de Moulineaux als Bierkeller genutzt. Die aus der Zeit des Bergbaus vorhandenen Decauville-Gleise wurden zum Biertransport genutzt. Die Bergwerke in der Rue du Docteur Arnaudet wurden 1986 im Inventar der Wissenschaftlichen und KĂŒnstlerischen StĂ€tten als schĂŒtzenswert gelistet.[197]

Ausgrabungen von Ugarit, Syrien

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Decauville-Bahndamm bei den Ausgrabungen von Ugarit, Syrien

Bei den Ausgrabungen des Tells von Ugarit am Kap von Ras Shamra bei Latakia in Syrien haben syrische AusgrĂ€ber im Auftrag von französischen ArchĂ€ologen mithilfe einer Decauvillebahn große Erdbewegungen durchgefĂŒhrt. Mit Schubkarren und der Decauvillebahn wurde der Aushub am Rand des GrabungsgelĂ€ndes abgeschĂŒttet. Vor 1935 wurde die Decauvillebahn nach Westen verlegt, um die Baustelle G zu bedienen. Dadurch konnte der Bahndamm östlich von Tempel I (bekannt als Ba’al) zu entfernen und die mĂ€chtige Umfassungsmauer dieses Heiligtums vollstĂ€ndig freizulegen.[198]

Bau des Murenschutzkanals bei Pontamafrey, Frankreich

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Bau des Murenschutzkanals bei Pontamafrey, 1936–1938

Bei Pontamafrey in der französischen Region Auvergne-RhĂŽne-Alpes wurde 1936–1938 eine ĂŒber Drahtseilwinden bewegte Decauvillebahn beim Bau des Murenschutzkanals Torrent de Pontamafrey eingesetzt. Dort kam es insbesondere am 2. Juli 1924 und im FrĂŒhsommer 1965 zu schweren MurgĂ€ngen, nachdem wasserĂŒbersĂ€ttigtes Gesteinsmaterial ins Rutschen geraten war.[199][200]

Lager Crique Anguille in Französisch-Guayana

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Decauvillebahn zum Lager Crique Anguille (Bagne des Annamites), die 1930–1945 betrieben wurde

Die etwa 3,75 km lange Decauvillebahn zum Lager Crique Anguille ⊙ bei MontsinĂ©ry-Tonnegrande in Französisch-Guayana fĂŒhrte vom Fluss Tonnegrande zu einem GefĂ€ngnis fĂŒr 330 Annamiten (Bagne des Annamites), die beschuldigt wurden, sich der französischen Besetzung ihres Heimatlandes, des heutigen Vietnam, widersetzt zu haben. Das Lager wurde im Juni 1930 gleichzeitig mit den Lagern La ForestiĂšre und Saut du Tigre errichtet und war dem Gouverneur von Französisch-Guayana direkt unterstellt. UrsprĂŒnglich bestand es aus sieben Holzbaracken, dem Haus des Lagerchefs, Verliesen und einem Refektorium, die alle von den ersten HĂ€ftlingen gebaut wurden. Als Zwangsarbeiter errichteten sie unter anderem befestigte Wege in dem bis dahin unerschlossenen tropischen Regenwald, bis das Lager 1945 endgĂŒltig geschlossen wurde. Einige Schienen und Wagen der damaligen Zeit können an einem schlecht instand gehaltenen Waldlehrpfad besichtigt werden.[201][202]

Bananenplantage, Companhia Agricola Bom Retiro, Brasilien

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Companhia Agricola Bom Retiro, 1931

Die Companhia Agricola Bom Retiro verfĂŒgte ĂŒber eine 4 km lange Decauville-Strecke mit 600 mm Spurweite, die von Decauville de Omet geliefert worden war und ĂŒber 10 Wagen fĂŒr je 100 Bananen-BĂŒschel verfĂŒgte.

Das Unternehmen wurde im Januar 1929 von der Familie Martins Ferreira mit einem Kapital von 200.000 US-Dollar in Anteilen von je 100 US-Dollar gegrĂŒndet. Es wurde von Dr. Oswaldo Martins Ferreira und Laffaite Martins Ferreira geleitet. Die Plantage lag im 2. Bezirk der Gemeinde von SĂŁo Gonçalo im Bundesstaat Rio de Janeiro, 1800 m vom Bahnhof Guaxindiba der Estrada de Ferro Leopoldina.

Der technische Leiter der Plantage sprach 1931 mit Vertretern von Ford und Fiat ĂŒber den Kauf einer Lokomotive mit durch Alkohol angetriebenem Verbrennungsmotor, die eine Zugkraft von vierzig Tonnen haben sollte, um den sparsamen und schnellen Transport der Bananen zu gewĂ€hrleisten.[203]

Silberminen von El Ahouli in Marokko

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Aus Hunten errichtete StĂŒtzmauer
BahnbrĂŒcke
Silberminen von El Ahouli
Das stillgelegte Bergwerk

In El Ahouli ⊙, 20 km nordöstlich von Midelt, gibt es seit 1929 eine Werksbahn mit 600 mm Spurweite.[204] Dort betrieb die französische Bergbaugesellschaft Peñarroya in den 1950er und 60er Jahren eines der grĂ¶ĂŸten Blei-, Kupfer- und Silberbergwerke in Marokko, das 1975 offiziell außer Betrieb genommen wurde. Es gibt aber noch Dutzende illegaler Bergleute, die dort unter Lebensgefahr nach Erzen und Mineralien suchen, indem sie unter anderem die StĂŒtzpfeiler der alten Stollen abbauen.[205][206] Die Trassen mehrerer SchrĂ€gaufzĂŒge sind noch erhalten. Von der Schmalspurbahnstrecke nach Midelt sind noch eine historische BetonbogenbrĂŒcke ĂŒber den Fluss Oued Mouloula und dahinter ein kurzer Tunnel erhalten. Die meisten Stahlschienen wurden inzwischen verschrottet. Bei Midelt sind noch die BrĂŒckenwiderlager und Pfeiler zweier SchmalspurbahnbrĂŒcken erhalten.

Straßenbau im Toskanisch-Emilianischen Apennin, Italien

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Handbetriebene Decauvillebahn beim Straßenbau im Toskanisch-Emilianischen Apennin um 1930

Beim Straßenbau im Toskanisch-Emilianischen Apennin setzte der Bolgneseser Rechtsanwalt und Landbesitzer Giuseppe Michelini (1873–1951) eine Decauvillebahn ein. Er hatte von seinem Vater in der Gegend von Crevalcore große LĂ€ndereien geerbt, die er verwaltete. SpĂ€ter versuchte er sich ohne finanziellen Erfolg als Investor und Unternehmer, indem er sich am Bau der Rolo–Mirandola-Bahn beteiligte. Trotz des Scheiterns dieses Unternehmens beteiligte er sich an weiteren Bauarbeiten, zum Beispiel 1928–1932 beim Bau des Suviana-Stausees, der Triebwasserleitung und des Wasserkraftwerks Ligonchio-Ozola, das die elektrifizierte Bahnstrecke Bologna–Florenz mit Strom versorgt. Er begeisterte sich fĂŒr moderne Maschinen und dokumentierte deren Einsatz auf einem Teil seiner 2540 Fotos, die im Museum der Stadt Bologna archiviert werden.[207]

Etsch-Tal, Italien

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Anguillara Veneta: Verlegung einer wasserundurchlÀssigen Schicht aus Trachytgestein am linken Etschufer bei Volta Anguillara durch die Firma Impresa S.A.C.A.A.I.M., MÀrz 1931
Anguillara Veneta. Deichbauarbeiten am linken Etsch-Ufer. SteinbrĂŒche in der Aue von Fiumicello bei L’Albera. Im Hintergrund die Kirche San Martino di Venezze, 16. Februar 1933
Barbona: Deichbauarbeiten der Firma Biscaro Pietro di Mestre am linken Etsch-Ufer bei Drizzagno Girardini mit Erde aus flussaufwÀrts gelegenem Schwemmland, 2. Februar 1933

Im Februar 1933 erhöhte und verstĂ€rkte die Firma Biscaro Pietro aus Mestre mithilfe einer von Pferden gezogenen Decauville-Bahn und mit Pferdefuhrwerken die Deiche am linken Etsch-Ufer bei Anguillara Veneta und bei Drizzagno Girardini. DafĂŒr wurden große Mengen von Steinen aus den SteinbrĂŒchen in der Aue von Fiumicello bei L’Albera und Erde aus dem flussaufwĂ€rts gelegenem Schwemmland herantransportiert.[208]

ArchÀologische Ausgrabung des Tells von Lachisch in Israel

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Die Schienen lagen möglichst nah an den AusgrabungsstĂ€tten, 1933–1938
Strecke von der SĂŒdwestecke des Tells zum Camp
Hudsons-Kipp­lore aus Leeds

Bei der archĂ€ologischen Ausgrabung des Tells von Lachisch in Israel wurde 1933–1938 eine von Hudsons in Leeds gelieferte, handbetriebene Feldbahn mit belgischen oder französischen Decauville-Schienen eingesetzt. Es gab insgesamt 29 Kipploren, 6 Flachwagen zum Transport von Steinen und etwa 1,5 km fliegendes Gleis mit 9 Weichen und einer Drehscheibe. Als besonders vorteilhaft erwies sich dabei eine improvisierte, zweigleisige Standseilbahn, bei der die mit schweren Steinen beladenen Loren die leeren Loren bergauf zogen. Die Kippachse der Kipploren war zum Teil um 90° gegen die Fahrtrichtung gedreht, damit der Abraum am Gleisende nach vorne ausgekippt werden konnte.[209]

Ausgrabungen von Gizeh

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ArchÀologische Ausgrabungen am Sphinxtempel von Gizeh, 1936

Gaston Maspero konnte zu einem sehr gĂŒnstigen Preis Feld­bahn­loren und etwa 800 Meter Schienen im Landkreis el-DaĂŻra el-Santa erwerben, die er fĂŒr archĂ€ologische Ausgrabungen in Ägypten einsetzte. Anstatt diese nach Luxor zu transportieren, wie er ursprĂŒnglich geplant hatte, brachte er sie in den letzten Dezembertagen 1885 nach Gizeh, wo daraufhin in der zweiten Januarwoche 1886 die erste Grabung durchgefĂŒhrt wurde, die in einer Entfernung von etwa 60 Metern von der Brust der Sphinx begann. Bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, dass die Wagen und das Schienensystem der anfĂ€nglich eingesetzten Feldbahn unzureichend waren. Gaston Maspero kaufte daher Mitte Mai 1886 mehrere Decauville-Kipploren, die grĂ¶ĂŸer und stabiler waren als die, die er zuvor verwendet hatte, und er bedauerte zutiefst, dass er diese Kipploren nicht von Anfang an eingesetzt hatte. Ihr Kauf war der letzte Akt seiner ersten Amtszeit, und er war der Meinung, dass er viele der Ausgrabungen, die er hatte ablehnen mĂŒssen, hĂ€tte durchfĂŒhren können, wenn er sie frĂŒher besessen hĂ€tte. Selim Hassan von der UniversitĂ€t Kairo nutzte ab dem 4. Oktober 1936 eine Decauville-Bahn, um den Sphinxtempel von Gizeh auszugraben. fĂŒr das ehrgeizige Projekt mussten zunĂ€chst die von Émile Baraize errichteten StĂŒtzmauern abgerissen werden, die noch nicht einmal ein Jahrzehnt alt waren.[210]

Pionier-Depot in Liphook, Großbritannien

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Planierraupen, 4 h nach 8 h Regen
Depot und dahinter WerkstÀtten
Engineer Stores Depot Liphook

Von 1943 bis 1968 wurde im No. 2 Engineer Stores Depot der Royal Engineers im britischen Liphook eine Decauvillebahn betrieben, um den Transport von den Anschlussgleisen der Normalspurbahn zu den LagerflÀchen und von dort zu den WerkstÀtten zu erleichtern.

Nachdem dort elf Ruston-Bucyrus-KrĂ€ne in Betrieb genommen worden waren, wurde festgestellt, dass das Handling immer noch zu zeitaufwendig war. Daher wurden Gabelstapler beantragt, die in Amerika entwickelt worden waren. Das Depot war das erste Depot in Großbritannien, das sie einsetzte. FĂŒr Lasten bis zu sechs Tonnen erwiesen sich diese auf befestigtem Grund im Vergleich zu der Kran- und Decauville-Kombination als vorteilhaft. Im Depot von Liphook hat ein 7,25 t schwerer Ross-Gabelstapler mit einer bei der Schulung achtzehnjĂ€hrigen Bedienerin in drei Jahren ĂŒber 30.000 Tonnen bewegt und ĂŒber 8.000 Kilometer zurĂŒckgelegt. Dabei wurde fĂŒr den Gabelstapler nur ein Assistent eingesetzt, wĂ€hrend ein Kranteam neben dem KranfĂŒhrer fĂŒnf Mann umfasste.[211]

TrĂŒmmerbahnen in Leipzig

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TrĂŒmmerbahn, Leipzig, 1945–1955

Bei den TrĂŒmmerbahnen in Leipzig wurden 1945–1955 Kipploren und tragbare Gleisjoche mit Stahlschwellen französischer Bauart eingesetzt, wĂ€hrend bei den meisten anderen TrĂŒmmerbahnen vor allem auf Holzschwellen verlegte Vignolschienen aus deutschen Stahlwerken ĂŒblich waren. Weichen waren in der Nachkriegszeit Mangelware. Stattdessen wurden Kletterweichen genutzt.

Bauxit-Export in Griechenland

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Bauxit-Export in Griechen­land, wohl um 1948–1955

In Griechenland gibt es große BauxitlagerstĂ€tten im Helikon und im Parnass. Die grĂ¶ĂŸten Bauxitbergwerke wurden von Delphi Bauxites und Greek Distomon Bauxites betrieben, bis diese 1975 in einem Merger zu Delphi-Distomon vereint wurden.

Das Bauxit wurde in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs mit einer handbetriebenen Decauvillebahn zum Schiffsanleger gebracht und von dort zum Export verschifft, bis 1960 die Aluminium de Grece gegrĂŒndet wurde. Deren Fabrik liegt bei Medeon sĂŒdlich von Distomo in Böotien an der NordkĂŒste des Golfes von Korinth. Sie wurde am 11. Februar 1966 in Betrieb genommen. Sie war zu dieser Zeit die modernste Aluminiumfabrik Europas. Die jĂ€hrliche ProduktionskapazitĂ€t der Fabrik betrug 200.000 t Aluminiumoxid und 72.000 t Aluminium. Griechenland rĂŒckte damit auf Rang 6 der europĂ€ischen Aluminiumhersteller auf.

Clipperton Island

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Auf Befehl von Captain RamĂłn Arnaud verlegten Soldaten von Acapulco mitgebrachte Decauville-Gleise auf Clipperton Island. Zusammen mit Gustav Schultz und seinen Arbeitern verlegten sie die Schienen, auf denen weicher Guano von den HĂŒgeln im Norden zu einem Lagerhaus an der Pier am Ostufer der Insel, wo er neben dem Dock getrocknet und verarbeitet wurde.[212]

Guanotransport auf den Îles Éparses

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Auf der Insel Juan de Nova der Îles Éparses, 175 Kilometer von Madagaskar und 280 Kilometer von Mosambik entfernt, hat Hector Patureau mit seychellischen und mauritischen Arbeitern Guano abgebaut und mit einer Decauville-Bahn zum Ponton des Schiffsanlegers gebracht.[213] 1952 erhielt Hector Patureau von der französischen Regierung die Konzession zur Gewinnung von Guano in Juan de Nova, der als DĂŒngemittel vermarktet wurde. Die Ausbeutung war erfolgreich und beschĂ€ftigte mehrere Mitarbeiter. Als die Phosphatpreise zusammenbrachen, schloss das Werk Ende der 1960er Jahre. Die letzten Arbeiter verließen die Insel 1975. Heute sind nur noch Ruinen des kurz genutzten Bergbaubetriebes erhalten und diese werden langsam von der Vegetation ĂŒberwuchert. Es gibt noch Streckenabschnitte, die zum Transport der mit Phosphat gefĂŒllten Decauville-Loren verwendet wurden. Der alte Ponton, der frĂŒher in die Lagune fĂŒhrte, ist teilweise eingestĂŒrzt. Dort wurde der Guano auf Schiffe verladen, bevor er nach Europa transportiert wurde.[214][215][216]

Bauxit-Bergbau in Le Thoronet, Frankreich

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Kipplore, 1953
Mundloch, 1953
Mundloch-Reproduktion, 2012
Musée des Gueules Rouges, 2012

Im Untertage-Bergwerk von Le Thoronet im französischen DĂ©partement Var in der Region Provence-Alpes-CĂŽte d’Azur wurde bis 1993 fĂŒr mehr als 200 Jahre Bauxit abgebaut. Bis in die 1930er Jahre zogen Esel und Maultiere die beladenen ZĂŒge von den Bergwerken zum Bahnhof. SpĂ€ter wurden Diesellokomo­tiven eingesetzt. Im nahegelegenen MusĂ©e des Gueules Rouges in Tourves wurde 2008 von pensionierten Bergleuten ein Bergwerk in einer mehr als 900 mÂČ großen unterirdischen Galerie rekonstruiert, in der eine der Lokomotiven ausgestellt ist.[217]

Waldbahn in Gabun

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Waldbahn der Société du Haut-Ogooué am Ogooué-Fluss in Gabun um 1955

MĂ©dard BĂ©raud (* 13. Oktober 1837 in Marseille) und Paul BĂ©raud (* 5. September 1841 in Marseille) grĂŒndeten am 14. Dezember 1894 die SociĂ©tĂ© Commerciale, Industrielle und Agricole du Haut-Ogooue (SHO).[218] Diese betrieb um 1955 am Oberlauf des OgoouĂ©-Flusses in Gabun eine 14 km lange Decauville-Waldbahn mit 7 Weichen zum Transport von Langholz zum SĂ€gewerk. Es gab 12 gekuppelte Paare von Langholztransportloren der Bauart Brigade, einen GĂŒterwagen und 2 Renault-Lokomotiven mit jeweils 10 PS. Außerdem verfĂŒgte die Gesellschaft ĂŒber eine Planierraupe mit 60 PS, eine Pinasse mit 3 PS und eine Werkstatt fĂŒr erforderliche Reparaturen. Dadurch konnte die Anzahl der einheimischen Arbeiter, die das Holz zuvor nach der Mirombo-Methode mit Brechstangen rĂŒckten, deutlich reduziert werden. Die Bahn wurde auch zum Personentransport der Arbeiter eingesetzt, da deren Camp 4 km entfernt von ihrem Arbeitsplatz in der Abanga-Werft lag. 1963 wurde das Unternehmen nach einer Reihe von strukturellen VerĂ€nderungen von dem multinationalen Unternehmen Optorg ĂŒbernommen.[219]

Funkstation auf Terre Adélie

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Im Vorfeld des Internationalen Geophysikalischen Jahres vom 1. Juli 1957 bis zum 31. Dezember 1958 errichteten Paul-Emile Victor, Leutnant Robert Guillard und 12 Mitarbeiter im Dezember 1956 auf Terre AdĂ©lie eine 100 Meter lange Decauville-Bahn bei der bereits bestehenden Basisstation am Pointe-GĂ©ologie, die 1953 aufgegeben worden war, sowie MetallgebĂ€ude fĂŒr den Betrieb einer Funkstation fĂŒr die ionosphĂ€rische Forschung, deren Inbetriebnahme fĂŒr den 1. Juli 1957, den Beginn des Internationalen Geophysikalischen Jahres, geplant war.[220][221][222]

ArchÀologische Ausgrabungen in Sabratha und Leptis Magna, Libyen

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ArchÀologische Ausgrabungen in Lep­tis Magna bei al-Chums in Libyen (1960)

Der Wiederaufbau des römischen Theaters von Sabratha, der von Giacomo Guidi (1934–1936) konzipiert und geplant und nach seinem frĂŒhen Tod von Giacomo Caputo (1936–1937) mithilfe einer Decauville-Bahn vollendet wurde, ist einer der meist diskutierten der italienischen Restaurierungsarbeiten in Libyen.[223] SpĂ€ter fĂŒhrten Brandon Barringer und Richard Goodchild mithilfe einer Decauville-Bahn ab 30. MĂ€rz 1960 archĂ€ologische Ausgrabungen in dem nach letzterem benannten Goodhill Trench im 200 km weiter westlich gelegenen Leptis Magna durch. FrĂŒher galten die Decauville-Bahnen als großer archĂ€ologischer Luxus, haben sich aber in Leptis Magna sehr bewĂ€hrt. Bei Beginn der Grabung wurde am Morgen des ersten Grabungstags alle fĂŒnf Minuten eine Kipplore befĂŒllt und im Meer abgeladen, aber das Tempo verlangsamte sich allmĂ€hlich auf eine alle zehn Minuten und dann alle fĂŒnfzehn Minuten, als die Begeisterung nachließ und der ins Meer hinausfĂŒhrende Damm immer lĂ€nger wurde.[224] Einige Mauerreste, die unter dem Bahndamm der Decauville-Bahn lagen, wurden von Giacomo Caputos Nachfolgern lange Zeit nicht ausgegraben.[225]

Bau von U-Boot-StĂŒtzpunkten an der französischen AtlantikkĂŒste

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Baustellenbahn beim Bunkerbau

Die Organisation Todt verwendete um 1943 Decauville-Bahnen zum Bau von U-Boot-StĂŒtzpunkten an der französischen AtlantikkĂŒste. In dem Maß, wie sich diese Flotte vervielfachte, musste auch die Zahl der U-Boot-StĂŒtzpunkte und -Bunker erhöht werden. Der Bau dieser Bunker und die Erdarbeiten fĂŒr ihre Hafenbecken erforderten die vorĂŒbergehende Einrichtung von Baustellen am Ufer, wo das Wasser mehrere Meter tief war. Das GelĂ€nde dieser Baustellen wurde mit MetallspundwĂ€nden abgegrenzt, die mit einer Ramme in den Meeresboden gerammt wurden. Das Wasser wurde dann fĂŒr die Dauer der Bauarbeiten mit leistungsstarken Motorpumpen abgepumpt. Das Gestein wurde mit Dynamit oder pneumatischen Bohrern zerkleinert. Dampfbagger spĂŒlten den Schlamm oder Sand ab. Eine erste RĂ€umung erfolgte mit Lastwagen, bis eine Decauville-Bahn auf dem geebneten Boden verlegt werden konnte. Nach der Beseitigung des Schutts wurde der Boden zementiert und die fĂŒr das Lagern, die Wartung und die Reparatur der U-Boote erforderlichen Gestelle, Docks und Becken wurden gebaut.[226]

Garten des Bahnhofs von Villeneuve-la-Comtesse in Frankreich

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Feldbahn im Garten des Bahnhofs von Villeneuve-la-Comtesse

Der Bahnhof von Villeneuve-la-Comtesse ⊙ liegt an der Normalspur-Bahnstrecke Chartres–Bordeaux. Von ihm sind noch das historische EmpfangsgebĂ€ude und Reste anderer GebĂ€ude einschließlich der Fundamente des alten Wasserturms erhalten. In den 1950er Jahren verlegte der Bahnhofsvorsteher dort ein 60 Meter langes Decauville-Gleisnetz, das heute(2016) noch erhalten ist. Auf ihm stehen zwei historische Lokomotiven sowie mehrere Schmalspurloren.

Werkbahnen, Dampf- und Pferdebahnen

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Die wichtigsten von Decauville und seinen Handelsvertretern oder Lizenznehmern gelieferten Werkbahnen, Dampf- und Pferdebahnen sind in folgender Tabelle aufgelistet:

JahrBahnStaat
1879Straßenbahn Cap-FerretFrankreich
Um 1880Erste Decauville-Bahn in RoumaziĂšres-LoubertFrankreich
1881Decauville-Bahn Sousse–KairouanTunesien
1881Decauville-Bahn der Homebush MillAustralien
1881Decauville-Bahn der Hacienda HumayaPeru
1882Werkbahn der Glacerie de CireyFrankreich
1884Decauville-Bahn von ViviKongo
1884Feldbahn von Changa MangaBritisch-Indien
1885Decauville-Pferdebahn am NaphthabergTurkmenistan
1885Decauville-Bahn der MarĂ©chaux-SteinbrĂŒcheFrankreich
1885Tramway de Deauville de la CĂŽte FleurieFrankreich
1886Tien-Tsin – Tshing-YangChina
1886Feldbahn der DomÀne von CobazetFrankreich
1886Feldbahn von Saint-ÉlieFranzösisch-Guayana
Um 1886Decauville-Bahn von Tchardjouï zum Fluss Amou-Daria (bei Boukhara)[227]Usbekistan
1887Decauville-Bahn der Ausstellung in Hanoi (1887)Tonkin (Vietnam)
1887Dampfstraßenbahn von La Baule[228]Frankreich
1888Tramway de Laon[228]Frankreich
1888Decauville-Bahn Massaua–SaatiEritrea
1888Parkeisenbahn in den kaiserlichen GĂ€rten von PekingChina
1888Teheran-Abd-al-Azim-EisenbahnIran
1889Decauville-Bahn der Pariser Weltausstellung (1889)Frankreich
1989Ferrocarril Decauville Molino BancalariArgentinien
1890Tramway de Royan[228]Frankreich
1890Decauville-Bahn der Zuckerfabrik von LĂĄcharSpanien
1890Decauville-Bahn von Zipperlen & CieItalien
1890Feldbahn Les BormettesFrankreich
1891Bahnstrecke Helsingborg–RÄÄ–RamlösaSchweden
Um 1891Feldbahn der Zuckerfabriken Luz MarĂ­a und ChoboEcuador
1892Tramway de Chambery[228]Frankreich
1892Decauville-Bahn in DelphiGriechenland
1892Tramway d’Aigues Vives – Bourg-Gare PLM[228]Frankreich
1892Chemins de fer du Calvados[228]Frankreich
1892Tramway de Pithiviers Ă  Toury[228]Frankreich
Um 1893Feldbahn der Sandgruben von DarvaultFrankreich
1894Artikutza-Bahn (Spurweite: 500 mm)Spanien
1895Tramways du Tarn[228]Frankreich
Um 1895Decauville-Bahn der Phosphatminen von TébessaAlgerien
1896Decauville-Bahn von SuberbievilleMadagaskar
1896Tramway de Rothéneuf[228]Frankreich
1896Zubringerbahnen der Ferrocarril Puerto – Los TalasArgentinien
1896Parc agricole d’AchùresFrankreich
1897Decauville-Bahn Saint-Laurent-du-MaroniFranzösisch-Guayana
Um 1897Werkbahn der Fåbrica de Pólvora de Vale de MilhaçosPortugal
1899Tramway de Quend a la Plage[228]Frankreich
1899Decauville-Bahn in Guatemala-StadtGuatemala
Um 1899Feldbahn von Guadalajara, JaliscoMexiko
Um 1899Mona Island TramwayPuerto Rico
Um 1899Feldbahn der Bergwerke von Noyant-d’AllierFrankreich
1900Decauville-Bahn Diego Suarez – Camp d’AmbreMadagaskar
1900Feldbahnen von Vernet-les-BainsFrankreich
1901Tramway de Monchaux-Fort Mahon[228]Frankreich
1901TrĂąmuei in BeiraMosambik
1901Decauville-Bahn der Zuckerfabrik San IsidroSpanien
1902Decauville-Bahn im SonienwaldBelgien
1902Decauville-Bahn im VallĂ©e d’OrleFrankreich
Um 1902Decauville-Bahn ConakryGuinea
Um 1902Feldbahn der Établissements Julien LĂ©vy in Juvisy-sur-OrgeFrankreich
1904Decauville-Bahn Sapucaia – Benjamin ConstantBrasilien
Um 1904Empresa de Transportes y Iquitos UrbanoPeru
1905Decauville-Bahn Vigía Chico–Santa CruzMexiko
1905Werkbahn der Firma Mundet Portugal
Um 1905Straßenbahn RufisqueSenegal
1906Tramway de Rouen–Trianon[228]Frankreich
1906Feldbahn der Zuckerfabrik von GoussainvilleFrankreich
1906Decauville-Bahn Poenari – Schitu-GoleßtiRumĂ€nien
1906Tramway de Hendaye Ville – Hendaye Plage[228]Frankreich
1906Feldbahn zum Kamp van Zeist (Geniespoor)Niederlande
1907Decauville-Straßenbahn von BathurstGambia
Um 1907Morro da MinaBrasilien
Um 1908Josse-ParkettsÀgemaschine der stÀdtischen WerkstÀtten von ParisFrankreich
Um 1909Ferrocarril Colonia Ganadera – Resistencia[229]Argentinien
Um 1909Werksbahn der CarriĂšres WatissartFrankreich
Um 1909Feldbahnen bei ThĂĄi NguyĂȘnVietnam
Um 1910Feldbahn der Salinen von FoçaTĂŒrkei
1911Decauville-Bahn des Grande-Goutte-SteinbruchsFrankreich
Um 1911Feldbahn der Sandgruben von BourronFrankreich
1912Decauville-Bahn des Bergwerks von Pont-PéanFrankreich
1913Decauville-Bahn der Genter Weltausstellung 1913Belgien
1913Decauville-Bahn von OuidahBenin
Um 1913Embalse Katiri Decauville-BahnBolivien
1914Decauville-Bahn der Internationalen Ausstellung in Lyon 1914Frankreich
1915Feldbahn der Crystal Salt Company in Port AugustaAustralien
1915Feldbahn im ForĂȘt de HesseFrankreich
1916Karatzova-Decauville-BahnGriechenland
1916Decauville-Bahn Narùs–Inglis–Topçin–VatilukGriechenland
1916Feldbahn beim Bahnhof Le QuesnelFrankreich
1916Tramway de la Poudrerie de Bergerac[228]Frankreich
1916Decauville-Bahnen von BaghdadIrak
Um 1916Decauville-Bahn der Bergwerke von LaluqueFrankreich
1917Kodza-Déré-DecauvilleGriechenland
1918Ferrovia Decauville Revine–VergomanItalien
Um 1918Sandsteinbruch MatringhemFrankreich
1920Waldbahn Haute-SouleFrankreich
1920Consortium Forestier des Grands Réseaux Français au GabonGabun
Um 1920Schmalspurbahnen bei Corgnac-sur-l’IsleFrankreich
Um 1920Lincolnshire Potato RailwaysGroßbritannien
1921Praya East Reclamation ProjectHongkong
Um 1923Société Coloniale des Chaux et Ciments de Portland de MarseilleFrankreich
Um 1924Georges Lachmanns SĂ€gewerk in AbidjanElfenbeinkĂŒste
1925Ferrocarril Elétrico de la Sierra NevadaSpanien
Um 1925Comboio da Praia do BarrilPortugal
1926Decauville-Bahn Charlesville–MakumbiBelgisch-Kongo
1926Abomey–Bohicon–Zagnando[230][231]Benin
1927Decauville-Bahn Issé–AbbaretzFrankreich
1928Decauville-Waldbahn Gariglione–DifferenzeItalien
1930Bahnbetriebswerk Laroche-MigennesFrankreich
1931Pariser KolonialausstellungFrankreich
1960Minicomboio da CaparicaPortugal
1970Chemin de Fer du Val de PasseyFrankreich

Anzahl der installierten Bahnen nach Gebieten

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Decauville-Bahn Massaua–Saati (1886)
Kaserne der Wache des Sultans, Rabat
Gebiet1878[232]1953[43]
Frankreich2023939
Italien0253
Österreich2201
Algerien296
Puerto Rico083
Spanien282
Großbritannien870
NiederlÀndisch-Indien061
Brasilien459
Belgien956
Russland337
Schweiz537
Elsass632
Mexiko127
Britisch-Indien024
Ägypten, Portugaljeweils 2jeweils 21
Argentinien, Australien0jeweils 20
Niederlande116
Peru012
La Réunion112
Cochinchina111
Deutschland, Kuba, Tunesien0jeweils 11
TĂŒrkei, Guadeloupe, Senegal, Haiti, Japan, Schweden, Kongo, DĂ€nemark,
Griechenland, Französisch-Guyana, RumÀnien, Siam
0jeweils 6–10
Mauritius, Martiniquejeweils 2jeweils 6
Kolumbien, Chile, Britisch-Guyana, Guatemala, Neukaledonien, China0jeweils 3–5
Monaco13
Costa Rica, Bolivien, Gabun, Philippinen, Mayotte, Sahara, Venezuela, St. Lucia0jeweils 2
SĂŒdafrika, Griechenland, Seychellen, Jamaika, Norwegenjeweils 1jeweils 1–2
Kanada, Ecuador, Ceylon, Französisch-Indien, Trinidad, Obock, Madagaskar,
Mosambik, Natal, Nosy Be, Persien,[233][234] Uruguay, Arabien, USA
0jeweils 1
Summe2625100

Decauville-Lokomotiven

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zum Industriebetrieb:

  • Roger Bailly: Decauville, ce nom qui fit le tour du monde. Le Éd. AmattĂ©is, Le MĂ©e-sur-Seine, 1989, ISBN 2-86849-076-X.
  • Decauville, l’album du centenaire. Hrsg. von Decauville (JubilĂ€umsalbum zum hundertjĂ€hrigen Bestehen der Firma)
  • Revue: Voie FerrĂ©es. In: Les autorails Decauville (X 52000 et X 52100). Editions Presse et Editions Ferroviaires Ă  Grenoble, Centre Autorails de Grenoble, Band 1, Okt./Nov. 1980.
  • L’Etoile de Veynes. Editions Presse et Editions Ferroviaires Ă  Grenoble, 2002.

speziell zum Schienenfahrzeugbau:

Katalog:

  • SociĂ©tĂ© Nouvelle des Établissements Decauville AinĂ© (Hrsg.): Catalogue illustrĂ© des chemins de fer „Decauville“. 1897 (issuu.com).
Commons: Decauville – Sammlung von Bildern
  • Dominique Gamache, Mireille Grais, Claudine Michaud, Odile Nave, Lisbeth Porcher: Decauville une entreprise de renommĂ©e mondiale. (PDF; 7,4 MB) In: Les Archives de l’Essonne. 10. April 2008; (französisch).
  • Per Englund: Decauvillesystemet – frĂ„n Paris till mörkaste SmĂ„land. (PDF; 211 kB) KUNGLIGA TEKNISKA HÖGSKOLAN, Avdelningen för teknik- och vetenskapshistoria, 27. Mai 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 4. Februar 2016; abgerufen am 25. April 2019 (schwedisch).
  • Eric Favre: Decauville, de la betterave Ă  la voiturette. In: gazoline.net. 25. November 2015; (französisch).
  • FahrrĂ€der von Decauville
  • Eisenbahnmuseum Decauville in den Niederlanden (niederlĂ€ndisch)
  • FrĂŒhe Dokumente und Zeitungsartikel zur Decauville in den Historischen Pressearchiven der ZBW
  • Tragbare Strassenbahn. In: Polytechnisches Journal. Band 227, 1878, S. 310;.
  • SociĂ©tĂ© Anonyme DĂ©cauville (deutsch)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Société Anonyme Décauville. albert-gieseler.de; abgerufen am 30. April 2019.
  2. ↑ The Decauville Light Railway Works. The Engineer, 26. Juli 1889, S. 80–81.
  3. ↑ Emil Perels: Tafel VII in der Darstellung des 'Transporteur Decauville' sowohl der mit ihrem Zubehör als auch der fĂŒr landwirthschaftliche Zwecke angewendeten Fahrzeuge. Costenoble, Jena, 1880 S. 280 ff und Tafel VII.
  4. ↑ Neue patentierte transportable Hilfsbahn. Construiert und ausgefĂŒhrt von Herrn Decauville ainĂ© in Petit-Bourg, Frankreich. In: Stummer’s Ingenieur, 5. Fromme, Wien, 1877, S. 241.
  5. ↑ M. Decauville: Portable Railways. Paper read before the Institution of Mechanical Engineers. In: Scientific American Supplement, Nr. 446, 19. Juli 1884.
  6. ↑ Über transportable Eisenbahnen (System Decauville) Nach dem Englischen. In: Mitteilungen ĂŒber GegenstĂ€nde des Artillerie- und Genie-Wesens. Hrsg.: K.K. Technisches & Administratives MilitĂ€r-ComitĂ©. 1885. Abteilung Notizen, S. 5; Textarchiv – Internet Archive.
  7. ↑ Dingler’s Polytechnisches Journal. Herausgegeben von Prof. Joh. Zeman und Dr. Ferdinand Fischer in Stuttgart und Hannover. Sechste Reihe. Zehnter Band. Jahrgang 1886. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive) (Vgl. Freudenberg 1879 231 89. Brunon 1879 232 * 197.)
  8. ↑ Autorails et rames automotrices. In: ec64.pagesperso-orange.fr. 11. Oktober 2009, abgerufen am 29. Dezember 2018 (französisch).
  9. ↑ Roger Pichon: Les Autorails Standard. In: Haxo Modele. Abgerufen am 30. Dezember 2018 (französisch).
  10. ↑ Peter Bauer: Lastautomobile im Pariser Salon 1906. In: Zeitschrift des MitteleuropĂ€ischen Motorwagen-Vereins. 1907, Heft 3, S. 56–57.
  11. ↑ François Simon: MatĂ©riel roulant. In: reseau.nord-sud.pagesperso-orange.fr. 10. Januar 2005, abgerufen am 30. Dezember 2018 (französisch).
  12. ↑ 1200 Arbeiter der Eisenbahnmaterialfabrik Decauville entlassen – Die sozialen Konflikte. In: Gebweiler Neueste Nachrichten, 1. Dezember 1936; numistral.fr, abgerufen am 19. April
  13. ↑ Guide de visite de la rĂ©gion Corbeil-Évry. (PDF; 2,2 MB) maisondebanlieue.fr, S. 18
  14. ↑ Fassi ĂŒbernimmt alle Unternehmensanteile des schwedischen Kranherstellers Cranab. baumagazin-online.de, 16. Januar 2018, abgerufen am 4. Juli 2024.
  15. ↑ Die Gruppe Fassi ĂŒbernimmt Forez-Bennes ĂŒber ihre französische Holding CTELM. fassi.com, 14. September 2023, abgerufen am 4. Juli 2024.
  16. ↑ Firmengeschichte. marrel.com, abgerufen am 4. Juli 2024.
  17. 1 2 3 4 Prof. Dr. W. F. Egner in Wien: Der „Porteur Decauville“. Ein neues Eisenbahnsystem fĂŒr Rohproductenverkehr. In: Gustav Hempel: Centralblatt fĂŒr das Gesammte ForĆżtwesen. 1879.
  18. ↑ Materiel Articule. Systeme Pechot, Type Pechot n° 2 (Decauville cataglogue 1897–1900)
  19. ↑ Ripon & District Light Railway: Pearn. Archiviert am 20. Juni 2019.
  20. ↑ Jaques Longuet: L’histoire de la famille Decauville. YouTube-Video, 4. September 2017.
  21. ↑ G. Wery, E. Risler: page Irrigations et drainages: l’eau dans les amĂ©liorations agricoles. S. 106 und 409.
  22. ↑ Die Weltausstelluug in Antwerpen. (PDF; 30 MB) In: Wochenblatt fĂŒr Baukunde, Nr. 49, 19. Juni 1885, S. 241.
  23. ↑ Rolt Hammond, C. J. Lewin: The Panama Canal. S. 54–55.
  24. ↑ Das Schiff, Nr. 824, 17. Januar 1896, S. 22.
  25. ↑ PDH-Handout. (PDF)
  26. 1 2 3 Pierre-François Puech und Bernard Puech: A Sugar Factory at Mayotte: a chimney at Dzoumogné traces the history of the production by French engineers. doi:10.13140/RG.2.1.3993.5440.
  27. 1 2 Jean-RenĂ© Nace: Mayotte entre hĂ©ritage colonial et futurs incertains, ou la difficile Ă©mergence d’un patrimoine industriel. (PDF; 9,3 MB) S. 103.
  28. 1 2 Joe Art: San Nicolás Antiguo – Un Viaje al Pasado.
  29. ↑ MiĂ©rcoles: Saladeros vs frigorĂ­ficos: los inicios de la industria cĂĄrnica rioplatense. 6. April 2016.
  30. ↑ Miguel Krebs: Historia del granado vacuno y los frigorificos en la Argentina.
  31. ↑ Bron en Guerre – Etape 3 – La Guerre de 1870.
  32. ↑ Maryannick Lavigne-Louis: PrĂ©inventaire des Monuments et Richesses Artistiques. Lyon, Conseil gĂ©nĂ©ral du RhĂŽne, 2006, S. 55.
  33. ↑ La batterie de Parilly et la batterie de Lessivas : deux batteries en appui du Fort de Bron.
  34. ↑ Historic England: Tatton Hall (1329670), National Heritage List for England.
  35. ↑ Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce: Journal of the Royal Society of Arts. 20. August 1884, S. 989.
  36. ↑ Zeitung des Vereins MitteleuropĂ€ischer Eisenbahnverwaltungen. 29. Jahrgang, 18. September 1889, S. 724; Textarchiv – Internet Archive.
  37. ↑ David H. Pollock: Modern shipbuilding and the men engaged in it: a review of recent progress in steamship design and construction, together with descriptions of notable shipyards, statistics of work done in the principal building districts. E. & F. N. Spon, London / New York 1884, S. 149. 160 und 164; Textarchiv – Internet Archive.
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