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Techniker Krankenkasse

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Techniker Krankenkasse
Logo
Sozialversicherung gesetzliche Krankenversicherung
Kassenart Ersatzkasse
Rechtsform Körperschaft des öffentlichen Rechts
GrĂŒndung 3. August 1884
ZustÀndigkeit Deutschland Deutschland
Sitz Hamburg Hamburg
Vorstand Jens Baas (Vors.)
Thomas Ballast (Stellv.)
Karen Walkenhorst[1]
Verwaltungsrat Dominik Kruchen (Alternierender Vorsitzender)
Dieter F. MĂ€rtens (Alternierender Vorsitzender)
Aufsichtsbehörde Bundesamt fĂŒr Soziale Sicherung
Versicherte 12,5 Mio.
(September 2026)[2]
Haushaltsvolumen 69,2 Mrd. €
(2026)[2]
GeschÀftsstellen 169 Kundenberatungen
(September 2026)[2]
Mitarbeiter 15.802
(September 2026)[2]
Website www.tk.de

Die Techniker Krankenkasse (TK) ist eine deutsche Ersatzkasse und damit TrĂ€ger der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ist bundesweit geöffnet und mit 12,4 Mio. Versicherten[2] die grĂ¶ĂŸte deutsche Krankenkasse.[3][4][5] Die TK ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Sie ist Mitglied im Verband der Ersatzkassen (vdek). Seit September 2016 tritt die Krankenkasse unter der Marke Die Techniker auf.[6]

Logo der Techniker Krankenkasse (1884)

Am 27. Oktober 1884 wurde die Eingeschriebene Hilfskasse fĂŒr Architekten, Ingenieure und Techniker zugelassen. Die GrĂŒndung erfolgte am 3. August 1884 in Leipzig. Der Deutsche Technikerverband rief damit eine eigene Krankenkasse ins Leben, die nach dem Prinzip der Selbstverwaltung organisiert war.[7] Bis zur GrĂŒndung der Eingeschriebenen Hilfskasse fĂŒr Architekten, Ingenieure und Techniker Deutschlands waren alle Standesangehörigen gezwungen, einer „mehr fĂŒr Gesellen und Tagesarbeiter berechneten Kasse angehören zu mĂŒssen“. Oberstes Ziel der Hilfskasse mit damaligem Sitz in Berlin war in den GrĂŒndungsjahren der Aufbau eines sicheren wirtschaftlichen Fundaments. Sie sollte ihre Mitglieder in schwierigen Lebensphasen unterstĂŒtzen. Der Hauptsitz wurde in der Berliner Markgrafenstraße 94 in Berlin-Mitte eingerichtet. Kurz darauf zog die Kasse in die Große PrĂ€sidentenstraße im selben Bezirk um.[7]

Nach der Reichsversicherungsordnung von 1913 konnte der Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit fĂŒr Ingenieure, Architekten und Techniker Deutschlands nicht mehr als Ersatzkasse, sondern nur noch als Zuschusskasse agieren. Von fast 4000 Mitgliedern im Jahr 1913 sank ihre Mitgliederzahl infolge auf nur noch 908 im Jahr 1927.[7] Versuche, die gesetzlichen Vorgaben zu Ă€ndern, scheiterten.

Am 27. Mai 1919 wurde der Bund der technischen Angestellten und Beamten, kurz BUTAB, ins Leben gerufen. Diese Gewerkschaft erreichte, dass BerufsverbÀnde mit mehr als 10.000 Mitgliedern die Möglichkeit hatten, ihren Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in eine Ersatzkasse umwandeln zu lassen. Sie machte dem Krankenversicherungsverein der Techniker ein entsprechendes Angebot; am 17. Oktober entstand die Berufskrankenkasse deutscher Techniker, Ersatzkasse. Bis 1927 stieg die Mitgliederzahl auf 5404 Personen.[7]

Nationalsozialismus

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In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die TK den Interessen der Nationalsozialisten untergeordnet, wobei ihre Selbstverwaltung aufgelöst wurde.[7] FĂŒhrungspositionen wurden mit NS-FunktionĂ€ren besetzt, die in der Regel ĂŒber keinerlei Kenntnisse der KassenfĂŒhrung verfĂŒgten.

Die alliierten Bombenangriffe wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs setzten der Kasse zu: Im Oktober und November 1943 wurden vier GeschĂ€ftsstellen ausgebombt. Am 22. und 23. November 1943 fiel die Hauptverwaltung in der Alten Jakobstraße 81/82 in Berlin weiteren Bombenangriffen zum Opfer, bevor sie im MĂ€rz 1945 vollends zerstört wurde.[7] Die Berufskrankenkasse der Techniker – so nannte sich die TK in der damaligen Zeit – hatte dieses GebĂ€ude wenige Jahre zuvor, im Jahr 1939, erworben.

Das BĂŒrogebĂ€ude und die meisten GeschĂ€ftsunterlagen waren zerstört, sodass lediglich ein Teil der Mitgliederkartei geborgen werden konnte. Die Kartei wurde nach Deutsch Krone (heute: WaƂcz) ausgelagert, ging jedoch auf der Flucht vor der heranrĂŒckenden Roten Armee verloren.

Nach dem Krieg wurde von den HauptsiegermĂ€chten sowie einigen deutschen Experten favorisiert, das berufsstĂ€ndische Gesundheitssystem durch eine Einheitsversicherung zu ersetzen; nach der GrĂŒndung der Bundesrepublik im Jahr 1949 wurde dieses Vorhaben jedoch fallengelassen.[7] Das Grundgesetz fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland und das Sozialversicherungs-Anpassungsgesetz vom Mai und Juni 1949 gaben den Berufskrankenkassen wieder Rechtssicherheit.

Erst am 17. April 1953 ging die fast 20 Jahre dauernde Zwangspause der Selbstverwaltung bei der TK zu Ende. In Hamburg trat die erste Vertreterversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. „Nach fast 20-jĂ€hriger Bevormundung hatten die Versicherten wieder die Möglichkeit, nach demokratischen GrundsĂ€tzen tĂ€tig zu sein“, schrieb der Vorsitzende der Vertreterversammlung, Heinz von der Lieth, im Jahr 1963 im Mitteilungsblatt der Kasse zum zehnjĂ€hrigen JubilĂ€um der Selbstverwaltung.[8]

Die erste Aufgabe der Selbstverwaltung war es, die Versicherungsbedingungen zu ĂŒberarbeiten.[8] Außerdem musste eine neue Satzung aufgestellt werden, um die TĂ€tigkeit von Vorstand, Vertreterversammlung und GeschĂ€ftsfĂŒhrung voneinander abzugrenzen. Die Vertreterversammlung trat mindestens zweimal im Jahr zusammen. Sie beschloss die Versicherungsbedingungen, stellte den Jahreshaushaltsvoranschlag fest und nahm die Jahresrechnung ab. Die Mitglieder der Vertreterversammlung wurden nach 1953 bei den alle vier Jahre stattfindenden Sozialwahlen gewĂ€hlt. Vertreterversammlung und Vorstand wurden zum Verwaltungsrat verschmolzen. An der Bedeutung der Selbstverwaltung hat sich nichts geĂ€ndert. Der Verwaltungsrat hat eine Ă€hnliche Funktion wie der Aufsichtsrat in einer Aktiengesellschaft. Er beschließt SatzungsĂ€nderungen fĂŒr Kranken- und Pflegeversicherung und den Haushaltsplan. Dieses System ist bis heute in Kraft.

1960er-Jahre bis zur Wiedervereinigung

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Im MĂ€rz 1963 rief die GeschĂ€ftsleitung der Berufskrankenkasse fĂŒr Techniker (BdT) die Mitglieder unter dem Motto „Die Kasse selbst verwalten, heißt sie auch selbst gestalten!“ dazu auf, VorschlĂ€ge fĂŒr ein neues Logo einzusenden. Der Ersatz fĂŒr das als nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ geltende Emblem sollte den Begriff „Technik“ mit der AbkĂŒrzung des Kassennamens verbinden sowie problemlos in Leuchtschrift an einer Hausfassade anzubringen sein. Am 1. April 1964 wurde das neue Emblem eingefĂŒhrt:[8] die Buchstaben TK als AbkĂŒrzung fĂŒr den gleichzeitig angenommenen Namen Techniker Krankenkasse ĂŒber einem Zahnrad. Im Juli 1965 erfolgte die Vereinigung mit der Berufskrankenkasse der Werkmeister (Ersatzkasse). Die TK wurde damit zur Ersatzkasse fĂŒr alle technischen Berufe[8] und fĂŒhrte ihren Namen unverĂ€ndert weiter. Der Zusammenschluss der beiden Ersatzkassen fĂŒr die technischen Berufe war nur konsequent: Die beruflichen Aufgaben von Ingenieuren, Technikern und Werkmeistern hatten sich stark angenĂ€hert. Zwischen den beruflichen Krankheitsrisiken der beiden Gruppen gab es kaum Unterschiede. Nach der Fusion betreuten rund 870 Hauptamtliche und fast 8000 Ehrenamtliche die Versicherten der TK. 1989 entfiel der Bindestrich und die neue Schreibweise lautet seitdem Techniker Krankenkasse.

Bei der offiziellen Aufnahme des GeschĂ€ftsbetriebes in den neuen LĂ€ndern zum 1. Januar 1991 verzeichnete die TK 234.795 Mitglieder aus den neuen LĂ€ndern.[9] Da gleichzeitig die Mitgliederzahlen in Westdeutschland gestiegen waren, konnte die TK bald das zweimillionste Mitglied aufnehmen. Im Sommer des Jahres 1991 waren 427 hauptamtliche und ĂŒber 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter in den neuen BundeslĂ€ndern tĂ€tig.

1991 grĂŒndete die TK in allen BundeslĂ€ndern Landesvertretungen.[9] Dies war ein deutliches Zeichen an die Landessozialminister, die im Herbst 1991 die Sozialversicherung regionalisieren wollten, was fast zwangslĂ€ufig zu einer Zerschlagung der bundesweit engagierten Ersatzkassen gefĂŒhrt hĂ€tte. Als im Januar 1993 das Gesundheits-Strukturgesetz in Kraft trat und die Rolle der BundeslĂ€nder innerhalb des Krankenkassenwesens aufwertete, hatte die TK bereits ihre Landesvertretungen aufgebaut.

Pflegeversicherung

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Seit dem 1. Januar 1995 ist die Pflegeversicherung als neuer Zweig der Sozialversicherung unter dem Dach der gesetzlichen Krankenkassen angesiedelt.[10][11] Sie ist als sogenannte Teilleistungsversicherung konzipiert. Das heißt, dass die Leistungen aus der Versicherung lediglich einen Teil der Kosten decken, die fĂŒr die Pflege eines Menschen benötigt werden.[12]

TrĂ€ger der sozialen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, die bei den Krankenkassen eingerichtet sind. Bei der Techniker Krankenkasse ist dies die Techniker Krankenkasse Pflegeversicherung. Ab 1995 wurden zunĂ€chst Leistungen der hĂ€uslichen Pflege eingefĂŒhrt, zu denen auch teilstationĂ€re Angebote wie Tages- oder Nachtpflege zĂ€hlen. Seit Juli 1996 werden zudem Leistungen fĂŒr die vollstationĂ€re Pflege in Pflegeeinrichtungen erbracht.[13]

Mit dem Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes im Jahr 2008 setzte auch die TK die erweiterten gesetzlichen Regelungen um. Unter anderem wurden dadurch Möglichkeiten verbessert, die Pflege von Angehörigen mit der BerufstĂ€tigkeit zu vereinbaren, etwa durch zeitlich begrenzte Freistellungen von der Arbeit. Ein Großteil der PflegebedĂŒrftigen wird weiterhin in der hĂ€uslichen Umgebung versorgt.

Die EinfĂŒhrung des Risikostrukturausgleichs (RSA) 1994 fĂŒhrte dazu, dass die TK neben den Betriebskrankenkassen zum Haupteinzahler in den Finanzausgleich wurde.[9] Als erste Krankenkasse Deutschlands ging die TK 1995 ins Internet.[9] Zu Beginn des Internetzeitalters war die Kommunikation per E-Mail der zentrale Punkt des neuen Angebots.

Die Techniker Krankenkasse war lange Zeit eine Berufskrankenkasse fĂŒr Techniker, Ingenieure und Architekten. Durch eine Gesundheitsreform Ă€nderte sich dies ab 1996 grundlegend. Seit dieser Zeit können Versicherte ihre Krankenkasse frei wĂ€hlen.[14] Der Gesetzgeber wollte damit den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen fördern und auch Arbeitnehmern Wahlmöglichkeiten schaffen. Die Ziele fĂŒr die Versicherten waren besserer Service und eine bessere Versorgung zu geringeren Kosten. Mit der freien Wahl der Krankenkasse öffnete sich die TK fĂŒr alle Berufsgruppen.[9] Die IdentitĂ€t der TK stand dadurch auf dem Spiel. Daher wurde die Entscheidung des Gesetzgebers bei der TK zunĂ€chst nicht nur mit Zustimmung aufgenommen. Zwar war sie gegenĂŒber gesellschaftlichen Neuerungen grundsĂ€tzlich positiv eingestellt, doch fĂŒrchtete sie, unter anderem durch die Aufnahme von Versicherten anderer Berufsgruppen, das eigene Profil als Berufskrankenkasse zu verlieren.

Am 1. Januar 2000 fusionierte sie mit der GĂ€rtner-Krankenkasse (circa 250.000 Mitglieder).[15]

Mitgliederentwicklung der TK

Die BeschĂ€ftigten der TK grĂŒndeten 2005 den Verein FairTK, um sich in Kooperation mit der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) als Tarifvertragspartei eigenstĂ€ndig gewerkschaftlich zu organisieren.

Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Vereinigung mit der damals defizitÀr arbeitenden IKK-Direkt (929.000 Privat- und Firmenkunden) zur Techniker Krankenkasse (TK).[16]

Logo der TK bis 2015

Im September 2016 erneuerte die Krankenkasse die Marke. Dies beinhaltete die EinfĂŒhrung des Markennamens Die Techniker, ein ĂŒberarbeitetes Logo sowie eine Überarbeitung der Website. Im Zuge von Werbekampagnen wurde die neue MarkenidentitĂ€t kommuniziert.

2025 fĂŒhrte die TK erstmals Arzneimittel-RabattvertrĂ€ge mit einem Umweltbonus ein. Unter FederfĂŒhrung der TK schrieben mehrere Ersatzkassen RabattvertrĂ€ge fĂŒr umweltrelevante Wirkstoffe aus, darunter Antibiotika und vom Umweltbundesamt als Spurenstoffe eingestufte Substanzen. FĂŒr 12 von 14 ausgeschriebenen Wirkstoffen wurden ZuschlĂ€ge erteilt; die VertrĂ€ge sollten ab April 2026 mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren gelten.[17]

Ebenfalls 2025 unterstĂŒtzte die TK eine vom GKV-Spitzenverband angestrengte Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen der aus Sicht der Krankenkassen unzureichenden Finanzierung der Gesundheitsversorgung von BĂŒrgergeldbeziehenden. Hintergrund war die Auffassung, dass die aus Steuermitteln geleisteten Zuweisungen an den Gesundheitsfonds die tatsĂ€chlichen Kosten nicht deckten. Die TK unterstĂŒtzte die Klage, um eine aus ihrer Sicht fairere Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu erreichen.[18]

Logo der TKgesundheit GmbH

Die TK mit Hauptsitz in Hamburg hat bundesweit 169 Kundenberatungen, 15 Landesvertretungen und 15.670 Mitarbeiter (davon 654 Auszubildende, davon 38 dual Studierende). Mit 9,7 Millionen zahlenden Mitgliedern und mehr als 2,8 Millionen beitragsfrei Familienversicherten ist sie die grĂ¶ĂŸte Krankenkasse Deutschlands.[2][5] DarĂŒber hinaus beraten 2.789 Ehrenamtliche in Betrieben und Hochschulen. Die VerwaltungsablĂ€ufe der TK wurden in den Jahren 2000 bis 2006 grundlegend umgestaltet. Das GeschĂ€ftsstellenmodell wurde aufgelöst und viele Bereiche zentralisiert.

Ein Teil der Sachbearbeitung von Kundenanliegen, der Erbringung von Telefonieservices sowie der Digitalisierung von Briefpost von TK-Kunden wird durch das Tochterunternehmen TKgesundheit GmbH erledigt.[19][20]

Seit der Gesundheitsreform 2004 erlaubt der Gesetzgeber Kooperationen zwischen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungsunternehmen. Seitdem kooperiert die TK mit der Envivas Krankenversicherung AG.[21]

ZustĂ€ndige Aufsichtsbehörde fĂŒr die Überwachung der TK ist das Bundesamt fĂŒr Soziale Sicherung (BAS) in Bonn.[15]

Der Verwaltungsrat legte ein Haushaltsvolumen von rund 69,2 Milliarden Euro fĂŒr das Kalenderjahr 2026 fest. Davon wurden 53,3 Milliarden Euro fĂŒr die Krankenversicherung eingeplant. Das Volumen der Leistungsausgaben wird voraussichtlich bei 50,9 Milliarden Euro liegen. FĂŒr den Haushalt der Pflegeversicherung werden 12,8 Milliarden Euro aufgewendet. Das Volumen der Arbeitgeber-Umlagen U1 und U2 (Entgeltfortzahlung bei Krankheit bzw. Mutterschaft nach dem sogenannten Aufwendungsausgleichsgesetz) wird rund 2,7 Milliarden Euro betragen.[22]

Von 2021 bis Ende 2024 betrug der Zusatzbeitrag 1,2 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. 2025 erhob die Techniker Krankenkasse einen Zusatzbeitrag von 2,45 Prozent. Im Dezember 2025 gab die Körperschaft öffentlichen Rechts bekannt, dass der Zusatzbeitrag ab Januar 2026 auf 2,69 Prozent angehoben wird, was unter dem amtlich festgelegten Zusatzbeitrag des Bundesgesundheitsministeriums von 2,9 Prozent lag.[22]

Risikostrukturausgleich

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Die TK leistete in den Jahren 1994 bis einschließlich 2008 Ausgleichszahlungen in den Risikostrukturausgleich in Höhe von insgesamt 50,1 Milliarden Euro. Mit EinfĂŒhrung des Gesundheitsfonds Anfang 2009 trat eine Ausweitung des Risikostrukturausgleichs in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt wurde jedoch nicht mehr separat ausgewiesen, welche Kasse wie viel Geld einzahlt oder als StĂŒtzungszahlung erhielt.

Vorstand und Verwaltungsrat

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Ehemaliges Eingangsportal von Margarine-Voss. Im Hintergrund die Unternehmenszentrale der Techniker Krankenkasse

Geleitet wird die TK von einem dreiköpfigen Vorstand: Jens Baas (Vorsitzender des TK-Vorstands), Thomas Ballast (stellvertretender Vorsitzender des TK-Vorstands) und Karen Walkenhorst (Mitglied des TK-Vorstands).[23] Die Amtszeit betrĂ€gt sechs Jahre. Die JahresvergĂŒtung des Vorstandsvorsitzenden belief sich im Jahr 2024 auf 392.700,48 Euro. Die Position des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden wurde mit 342.898,68 Euro und 309.313,08 Euro fĂŒr das Vorstandsmitglied vergĂŒtet. Es bestehen betriebliche Altersversorgungszusagen, deren Versorgungsleistungen in voller Höhe ausfinanziert sind (Werte: 51.349 Euro fĂŒr den Vorsitzenden, 58.373 Euro fĂŒr den Stellvertreter und 32.083 Euro fĂŒr das Vorstandsmitglied). Dem Vorsitzenden und Stellvertreter werden zudem Dienstwagen gestellt, auch zur privaten Nutzung (steuerrechtliche 1-Prozent-Regelung: 7.082,04 Euro fĂŒr den Vorsitzenden; Leasingkosten fĂŒr den Stellvertreter: 12.293,99 Euro).[24]

Der Verwaltungsrat besteht aus 30 ehrenamtlichen Mitgliedern – seit Januar 2009 je zur HĂ€lfte Versicherten- und Arbeitgebervertreter (paritĂ€tische Besetzung). Über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates wird alle sechs Jahre in einer Sozialwahl entschieden.

Digitalisierung

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Die Techniker Krankenkasse bietet fĂŒr ihre Versicherten seit 2017 die App „TK-App“ an. Sie ist eine Anwendung fĂŒr Versicherte, um digitale Services der Krankenkasse zu nutzen sowie der Zugang zur elektronischen Patientenakte.[25]

In der TK-App werden verschiedene digitale Service- und Gesundheitsangebote gebĂŒndelt, es können unter anderem Bescheinigungen angefordert, persönliche Daten und E-Rezepte verwaltet[26] und Kontakt zur Krankenkasse aufgenommen werden.[27]

DarĂŒber hinaus bietet die TK weitere Apps unter anderem zur Bewegungsförderung, StressbewĂ€ltigung und UnterstĂŒtzung der psychischen Gesundheit oder zur Begleitung der Schwangerschaft. So etwa die Allergie-App „TK-Husteblume“, die Schwangerschafts-App „TK-BabyZeit“ oder die App „TK-Coach“ mit Empfehlungen zu ErnĂ€hrung und Fitness. Die App „TK-Doc“ ermöglicht rund um die Uhr Ă€rztliche Beratung, Videosprechstunde, Live-Chat und Telefon.[27][28]

Seit 2018 bietet die TK mit „TK-Safe“ eine elektronische Gesundheitsakte (eGA) fĂŒr ihre Versicherten an.[29] Mit der bundesweiten EinfĂŒhrung der elektronischen Patientenakte (ePA) fĂŒr alle gesetzlich Versicherten wurde TK-Safe die ePA der TK.[30][31] Die Akte ermöglicht ihren Nutzern, ihre Gesundheitsdaten digital zu verwalten und per Smartphone einzusehen.[29] Dazu gehören zum Beispiel Arztbriefe, Befunde, Diagnosen, Impfungen und weitere medizinische Dokumente. Die Nutzung ist freiwillig und Nutzer können selbst entscheiden, wem sie Einsicht in die Akte gewĂ€hren.[30] 2026 nutzen rund eine Million Versicherte die Akte.[32]

2009 war die TK die erste Krankenkasse, die alternativmedizinische Behandlungsmethoden wie Homöopathie in ihren Leistungskatalog aufgenommen hat.[33] Deren Wirksamkeit konnte in Studien nicht nachgewiesen werden.[34]

Die TK argumentierte, dass Homöopathie insgesamt ein positives Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis aufweise.[33] Eine im Jahr 2015 veröffentlichte Studie, die 45.000 TK-Mitglieder untersuchte, kam jedoch zu dem Ergebnis, dass Patienten, die homöopathische Mittel nutzen, in einem Zeitraum von 18 Monaten deutlich mehr Kosten verursachten als eine vergleichbare Gruppe von Patienten, die dies nicht tat. Dies lag neben den Mehrkosten fĂŒr Therapie und Medikamenten auch daran, dass homöopathisch behandelte Patienten lĂ€nger krankgeschrieben waren.[35] Eine Langzeitauswertung, die im Jahr 2017 veröffentlicht wurde, ergab 20 Prozent höhere Kosten ĂŒber einen Zeitraum von 33 Monaten.[36]

Im Jahr 2022 wies der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas, darauf hin, dass die Ausgaben fĂŒr Homöopathie insgesamt gering seien und er zugleich keine EinwĂ€nde hĂ€tte, die Leistungen zu streichen, sofern dies einheitlich fĂŒr alle Krankenversicherungen gelte.[37]

Auszeichnungen (Auswahl)

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Die TK wurde mehrfach vom Handelsblatt als beste Krankenkasse eingestuft,[38] zuletzt 2025.[39] Seit 2015 wird sie zudem jĂ€hrlich von Focus Money als beste Krankenkasse Deutschlands gefĂŒhrt.[40][41]

2025 erhielt die TK den Deutschen Nachhaltigkeitspreis verliehen.[42]

  • Sven Tode, Fabian MĂŒller-Lutz, Sandra Engel: Techniker Krankenkasse; 125 Jahre Innovation und Sicherheit. Verlag Hanseatischer Merkur, Hamburg 2009, ISBN 978-3-922857-42-6.
Commons: Techniker Krankenkasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Vorstand der TK. In: Tk.de. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 Unternehmensdaten der Techniker Krankenkasse. In: tk.de. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  3. ↑ TK-Unternehmensdaten. Techniker Krankenkasse, abgerufen am 22. Juli 2026.
  4. ↑ Gesetzliche Krankenversicherung: Techniker Kasse ist erstmals grĂ¶ĂŸer als die Barmer. In: Spiegel Online. 14. Januar 2014, abgerufen am 9. Juni 2018.
  5. 1 2 Amy Walker: Deutschlands grĂ¶ĂŸte Krankenkasse kĂŒndigt weitere Beitragserhöhungen an: Das sind die Auswirkungen. In: MĂŒnchner Merkur. 22. Januar 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  6. ↑ Die Techniker. Techniker Krankenkasse, 24. November 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 24. November 2016; abgerufen am 22. Juli 2026.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 Krankenversicherung wird Pflicht – die Geburtsstunde der TK. Techniker Krankenkasse, abgerufen am 22. Juli 2026.
  8. 1 2 3 4 Neuanfang nach dem Krieg. Techniker Krankenkasse, abgerufen am 22. Juli 2026.
  9. 1 2 3 4 5 Die TK nach der Wiedervereinigung. Techniker Krankenkasse, abgerufen am 22. Juli 2026.
  10. ↑ Die Pflegeversicherung. Bundesministerium fĂŒr Gesundheit, abgerufen am 22. Juli 2026.
  11. ↑ Kurt Kieselbach: Freie Kassenwahl kann teuer werden. In: Die Welt. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  12. ↑ Die TK nach der Wiedervereinigung. In: Tk.de. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  13. ↑ StationĂ€re Pflegeversicherungsleistungen ab dem 1. 7. 1996. In: NWB. 5. August 1996, abgerufen am 22. Juli 2026.
  14. ↑ Wie und wann die Krankenkasse wechseln. In: taz. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  15. 1 2 Satzung der Techniker Krankenkasse. Stand: Januar 2026. In: Tk.de. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  16. ↑ Artikel ĂŒber die Fusion der IKK-Direkt mit der TK. In: Reuters. 17. September 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 13. Dezember 2015; abgerufen am 21. Dezember 2011.
  17. ↑ ZuschlĂ€ge fĂŒr 12 Wirkstoffe: Erstmals TK-RabattvertrĂ€ge mit Umweltbonus. In: Pharmazeutische Zeitung. 14. Oktober 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  18. ↑ Krankenkassen reichen erste Klagen gegen Bund ein. In: Deutsches Ärzteblatt. 1. Dezember 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  19. ↑ Über uns. In: TK Gesundheit. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  20. ↑ Unsere Leistungen. In: TK Gesundheit. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  21. ↑ Sabine Rieser: PKV-Zusatzversicherungen fĂŒr GKV-Mitglieder: Ein gutes GeschĂ€ft. In: Deutsches Ärzteblatt. 8. Februar 2007, abgerufen am 22. Juli 2026.
  22. 1 2 TK: Zusatzbeitrag fĂŒr 2026 festgelegt. In: Tk.de. 19. Dezember 2025, abgerufen am 22. Juli 2026 (deutsch).
  23. ↑ Petra Spielberg: Karen Walkenhorst: Frauenpower im Vorstand der TK. In: Deutsches Ärzteblatt. 6. August 2017, abgerufen am 22. Juli 2026.
  24. ↑ Transparenz. Die JahresvergĂŒtungen 2024. In: Die Techniker – Das Magazin. Hamburg, FrĂŒhjahr 2025, S. 28.
  25. ↑ Mehr Sicherheit fĂŒr App der Techniker Krankenkasse. In: IT-Zoom. 6. Oktober 2017, abgerufen am 22. Juli 2026.
  26. ↑ E-Rezept: TK erhĂ€lt Zulassung fĂŒr Einbindung in Patientenakte. In: Deutsches Ärzteblatt. 30. Mai 2024, abgerufen am 22. Juli 2026.
  27. 1 2 Von HusteBlume bis Diagnoseauskunft: Apps der TK im Überblick. In: Krankenkasseninfo. 20. Mai 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  28. ↑ VerlĂ€ssliche Begleiterin: die App TK-BabyZeit. In: inpactmedia.com. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  29. 1 2 Heike E. KrĂŒger-Brand: Elektronische Gesundheitsakte: Mehr Patient Empowerment. In: Deutsches Ärzteblatt. 3. Mai 2018, abgerufen am 22. Juli 2026.
  30. 1 2 TK will mit einfacher Identifizierung E-Akte zum Erfolg verhelfen. In: N-tv. 4. August 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  31. ↑ Marie-Claire Koch: Elektronische Patientenakte: Techniker Krankenkasse will Videoident zurĂŒck. In: Heise online. 4. August 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  32. ↑ TK: Eine Million Versicherte nutzen elektronische Patientenakte. In: Die Techniker. 9. April 2026, abgerufen am 22. Juli 2026.
  33. 1 2 Michael Kröger: Kosten-Nutzen-Rechnung: Krankenkassen kĂ€mpfen fĂŒr Homöopathie. In: Der Spiegel. 13. Juli 2010, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Juli 2026]).
  34. ↑ Katrin Elger: Aufgepumptes Angebot. In: Der Spiegel. 29. Juli 2012, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Juli 2026]).
  35. ↑ Julia K. Ostermann, Thomas Reinhold, Claudia M. Witt: Can Additional Homeopathic Treatment Save Costs? A Retrospective Cost-Analysis Based on 44500 Insured Persons. In: PLoS ONE. Band 10, Nr. 7, 31. Juli 2015, ISSN 1932-6203, S. e0134657, doi:10.1371/journal.pone.0134657, PMID 26230412, PMC 4521756 (freier Volltext) – (plos.org [abgerufen am 22. Juli 2026]).
  36. ↑ Satzungsleistung der TK: Studie: Höhere Kassen-Ausgaben bei Homöopathie. In: daz.de. 22. September 2017, abgerufen am 18. Mai 2021: „Nach einer neuen Langzeit-Auswertung von Daten der Techniker Krankenkasse verursachen homöopathisch behandelte Versicherte ĂŒberdurchschnittlich hohe Kosten: In einem Zeitraum von 33 Monaten lagen diese rund 20 Prozent ĂŒber denen einer Vergleichsgruppe.“
  37. ↑ Milena Hassenkamp, Martin U. MĂŒller: Eine Krankenhausreform umzusetzen, ist politisch – Verzeihung – scheiße – Interview mit TK-Chef Jens Baas. In: Der Spiegel. 21. Mai 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. Juli 2026]).
  38. ↑ Peter Thelen: Techniker Krankenkasse am besten bewertet. In: Handelsblatt. 27. Oktober 2014, abgerufen am 22. Juli 2026.
  39. ↑ Jörg Stroisch: Diese gesetzlichen Krankenkassen haben das beste Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis. In: Handelsblatt. 13. November 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  40. ↑ Test: Beste Krankenkassen in der Gesamtbewertung. In: Krankenkassen. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  41. ↑ Jana Resner: Bei diesen Krankenkassen bekommst du mehr Leistung fĂŒr deine BeitrĂ€ge. In: SĂŒdwest24. 22. November 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  42. ↑ Deutscher Nachhaltigkeitspreis: 100 Vorreiter zeigen, wie Transformation gelingt. In: Industrieanzeiger. 2. Oktober 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.

Koordinaten: 53° 35â€Č 30″ N, 10° 3â€Č 23″ O