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Teldec

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Logo der TELDEC, um 1990

Die Teldec Schallplatten GmbH war ein Tochterunternehmen des AEG-Konzerns und zĂ€hlte jahrzehntelang zu den grĂ¶ĂŸten und traditionsreichsten deutschen Schallplattenherstellern.

AnfÀnge in der Weimarer Zeit

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Anfang der 1920er Jahre war die Telefunken Gesellschaft fĂŒr drahtlose Telegraphie m.b.H. maßgeblich am Aufbau der ersten deutschen Rundfunksender beteiligt und begann mit der Fertigung von RundfunkgerĂ€ten fĂŒr den Endverbraucher. Im Jahre 1930 prĂ€sentierte das Unternehmen unter dem Namen „Arcofar“ das erste KombinationsgerĂ€t aus RadioempfĂ€nger und elektrischem Plattenspieler; angesichts der Marktchancen dieser neuen Technik reifte bei der Telefunken-Gesellschaft das BedĂŒrfnis nach einem Einstieg in die Schallplattenbranche.

Die entsprechende Chance bot sich, als Anfang 1932 nach kaum dreijĂ€hriger Daseinsfrist die Deutsche Ultraphon AG, ein mittelgroßes Plattenunternehmen mit niederlĂ€ndischer Konzernzugehörigkeit, in Insolvenz geriet und einen KĂ€ufer suchte. Die AEG und Siemens & Halske als Telefunken-Muttergesellschaften ĂŒbernahmen im MĂ€rz 1932 die Deutsche Ultraphon und siedelten die solchermaßen eingekaufte Schallplattenproduktion organisatorisch bei Telefunken an, die ihrerseits im Juli 1932 als Tochterunternehmen die Telefunkenplatte G.m.b.H. grĂŒndete. Die MissstĂ€nde, die Ultraphon in den Konkurs getrieben hatten, insbesondere die Verflechtung mit zahlreichen branchenfremden Unternehmen, wurden beseitigt. Man ĂŒbernahm jedoch den kĂŒnstlerischen Leiter Herbert Grenzebach und unterstĂŒtzte dessen Entwicklungsarbeiten im Bereich der Aufnahmetechnik. Die vielen prominenten KĂŒnstler, die die Deutsche Ultraphon unter Vertrag genommen hatte, setzten grĂ¶ĂŸtenteils ihre TĂ€tigkeit bei Telefunken fort. In einer Zeit, die fĂŒr zahllose kleine und mittlere Plattenunternehmen den wirtschaftlichen Untergang brachte, entwickelte sich Telefunken mit erstaunlicher Geschwindigkeit zu einem der drei fĂŒhrenden deutschen Musikkonzerne; die hohe technische und kĂŒnstlerische QualitĂ€t der Platten verhalfen dem Label zu einem treuen Kundenstamm.

Aufstieg zum fĂŒhrenden Plattenkonzern wĂ€hrend des Nationalsozialismus

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Der politischen Entwicklung zollte man 1933 durch die Aufnahme einiger Propaganda-Titel in das Katalogprogramm Tribut. Unter dem Motto „Deutsche Musik“ erschien die neue Staatshymne, das Horst-Wessel-Lied, ebenso wie Marschlieder aus der „Kampfzeit der Bewegung“. Wirtschaftliche Gesichtspunkte gaben 1934 den Ausschlag fĂŒr die EinfĂŒhrung der mit 1,60 Reichsmark sehr preiswerten Telefunken Musikus-Serie mit volkstĂŒmlichem bis swingendem Repertoire. Damit ĂŒbernahm die Firma als einziges deutsches Plattenlabel die in den 1930er Jahren in den USA zeitgleich weitverbreitete Werbeidee, Platten aus brauner statt schwarzer Pressmasse herzustellen; bei diesen Produkten handelt es sich entgegen landlĂ€ufiger Meinung im Übrigen um normale Schellackplatten und nicht um Pressungen aus Ersatzstoffen. Das bis 1938 verwendete braune Pressmaterial war aber billiger und qualitativ etwas schlechter als die normalen Plattenausgaben, die fĂŒr Preise ab 2,00 RM unter dem Label Telefunken – Die deutsche Weltmarke bis 1943 erschienen. Die Musikus-Serie wurde dagegen bereits 1939 kriegsbedingt eingestellt.

Da Telefunken nicht ĂŒber entsprechende KapazitĂ€ten verfĂŒgte, entstand ein erheblicher Teil der Telefunken-Platten als Lohnpressungen bei der Deutschen Grammophon in Hannover, mit der Telefunken entsprechende Vereinbarungen getroffen hatte; trotz mehrerer entsprechender AnlĂ€ufe scheiterte Mitte der 1930er-Jahre allerdings der Versuch, beide Konzerne zu fusionieren.

Telefunken produzierte in den Jahren der NS-Herrschaft ein im Rahmen des Möglichen relativ liberales Programm an Unterhaltungsmusik: mit Heinz Wehner und seinem „Telefunken-Swing-Orchester“ leistete sich die Firma eine Swing-Band amerikanischer PrĂ€gung; von 1936 bis 1939 hatte sie daneben den Schweizer Swing-Musiker Teddy Stauffer mit seinen „Original Teddies“ unter Vertrag. Durch Matrizenaustausch mit dem französischen und dem tschechischen Ultraphon-Label gelangten unter anderem Titel von Jazz-GrĂ¶ĂŸen wie Django Reinhardt, Jaroslav JeĆŸek, Kamil Běhounek, Fud Candrix, Stan Brenders und Eddie Tower in Deutschland zur Veröffentlichung.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brachte das Unternehmen zunĂ€chst in eine unerwartet gĂŒnstige Position, da die Ultraphon-Niederlassungen in Paris und Prag unter der deutschen Besatzung an Telefunken ĂŒbergeben wurden. Dadurch verfĂŒgte die Firma ĂŒber Presswerke, die vor Bombenangriffen weitgehend sicher und nicht vom Rohstoffnachschub abgeschnitten waren, was gegenĂŒber den anderen deutschen Plattenkonzernen einen großen Vorteil darstellte – ein erheblicher Teil der Telefunken-Platten fĂŒr den deutschen Markt wurde nun im Protektorat Böhmen und MĂ€hren gepresst, und die Produktion konnte noch aufrechterhalten werden, als der Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg an StĂ€rke zunahm: noch im September 1944 lieferte das Prager Werk eine Monatsproduktion von 53.000 Platten. Kurz vor Kriegsende gelang es den Telefunken-Konzernchefs, die BestĂ€nde an Pressmatrizen aus Prag und Berlin in einen Bergwerksstollen bei Dresden auszulagern, wo sie den Zusammenbruch des Regimes unversehrt ĂŒberstanden.

Strukturelle VerÀnderungen nach 1945

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Bereits wenige Monate nach Kriegsende wurden die Matrizen auf Veranlassung von Grenzebach zurĂŒck nach Berlin transportiert, wo Telefunken in einem mit Pressen ausgestatteten Werk der AEG in Hennigsdorf die Plattenherstellung wieder aufnahm. ZunĂ€chst wurden mit alliierter Erlaubnis nur Neuauflagen von Vorkriegstiteln produziert; erst im Juli 1947 wurde die AufnahmetĂ€tigkeit wieder aufgenommen.

1948 eröffnete die Telefunken Schallplatten GmbH in Nortorf eine Plattenfirma in einer ehemaligen Lederfabrik, die mit einer ehemaligen Lederpresse Schallplatten herstellte. Mitte der 1960er Jahre beschĂ€ftigte die Firma rund 1000 Mitarbeiter. Hier wurden unter anderem Goldene Schallplatten fĂŒr Peter Maffay (So bist du, 1979) und Elvis Presley (1958 mit Gravierfehler Presly) hergestellt. Bis zur Schließung 1989 waren in dem Werk rund 850 Millionen Schallplatten gepresst worden. Im gleichen Jahr wurde in Nortorf ein Schallplattenmuseum gegrĂŒndet. Zu sehen sind rund 32.000 Schallplatten und verschiedene AbspielgerĂ€te.[1][2]

Telefunken beschrĂ€nkte sich bei der Vermarktung der Platten nicht auf die Westzonen: bis etwa 1949 lieferte ein eigenes Zweigwerk in Erfurt Pressungen fĂŒr die Sowjetische Besatzungszone. 1948 gelang Telefunken der Abschluss eines Matrizenaustausch-Vertrags mit der US-Firma Capitol Records. 1950 vereinbarte das Unternehmen mit dem britischen Traditionsunternehmen Decca Records eine intensive Zusammenarbeit: Telefunken gliederte die Schallplattenproduktion aus dem eigenen Konzernverbund aus und ĂŒberfĂŒhrte sie in die neu gegrĂŒndete TELDEC Telefunken-Decca Schallplatten GmbH mit Sitz in Hamburg. Die britische Decca verfĂŒgte zu fraglicher Zeit ĂŒber eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, die ihrerseits einige Schlagerstars jener Tage unter Vertrag genommen hatte, darunter Hans Albers, Vico Torriani und Lys Assia. Die entsprechenden Aufnahmen gelangten nun in Deutschland auf Telefunken-Platten zur Veröffentlichung und verhalfen dem Unternehmen zu einem rasanten Wiederaufstieg: schon 1950 erreichte der Plattenausstoß wieder das Volumen von 1935, und Telefunken eroberte hinsichtlich des TontrĂ€gerverkaufs den nach Polydor-Grammophon zweiten Platz auf dem deutschen Markt. 1951 etablierte Teldec das Decca-Label zusĂ€tzlich zu Telefunken als zweite deutsche Marke, wobei offenbar keine klare inhaltliche Abgrenzung erfolgte. Interessant ist die bei Telefunken in jenen Jahren besonders umfangreiche Auftragsproduktion von Werbeplatten und anderen Pressungen unter Fremdlabels (z. B. Christophorus fĂŒr sakrale Musik). Unter dem Reihennamen Wort und Stimme unterhielt man zudem ein umfangreiches Sprechplattenprogramm. 1953 brachte Teldec als erstes Unternehmen in Deutschland Vinyl-Singles mit 45 Umdrehungen auf den Markt.[3]

Der Bereich E-Musik

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Seit den 1950er Jahren entstanden zahlreiche Klassikaufnahmen mit deutschen (Bamberger Symphoniker, Berliner Symphoniker, Berliner Philharmoniker, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg u. a.) und internationalen Orchestern (z. B. Orchestre Symphonique de la Radiodiffusion Nationale Belge). Zu den unter Vertrag genommenen Dirigenten gehörten vor allem Joseph Keilberth, Artur Rother und Franz AndrĂ©. Die US-amerikanische Violinistin Joan Field spielte fĂŒr Telefunken die großen Violinkonzerte von Bruch, Dvoƙák, Mendelssohn, Mozart und Spohr ein. Einen Schwerpunkt im E-Musik-Katalog der Teldec nahm der Bereich der Alten Musik in historischer AuffĂŒhrungspraxis ein, die ab 1958 unter dem eigenen Sub-Label Das Alte Werk vermarktet wurde. Ab 1964 entstanden die ersten Aufnahmen mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, der mit dem von ihm gegrĂŒndeten Concentus Musicus Wien und spĂ€ter mit anderen Orchestern zu einem der SchwerpunktkĂŒnstler des Labels wurde. Eines der grĂ¶ĂŸten Projekte dieses Bereichs war die mehrfach mit Schallplattenpreisen ausgezeichnete erste Gesamtaufnahme der Bachkantaten, die von 1970 bis 1989 gemeinsam vom Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt sowie vom Leonhardt-Consort unter Gustav Leonhardt zusammen mit verschiedenen Solisten und Chören eingespielt wurden. In der Reihe Das Alte Werk erschienen zusĂ€tzlich verschiedene Opern, darunter die Ersteinspielungen der rekonstruierten Fassungen von Monteverdis Opern L’Orfeo, Il ritorno d’Ulisse in patria und L’incoronazione di Poppea mit dem Concentus Musicus unter Harnoncourt. Die AuffĂŒhrungen des ZĂŒrcher Monteverdi- und des Mozart-Zyklus unter Harnoncourt erschienen bei Teldec.

Ein Projekt der 1980er Jahre war die Ersteinspielung der Urfassungen der Sinfonien Anton Bruckners mit dem RSO Frankfurt unter der Leitung von Eliahu Inbal als Coproduktion mit dem Hessischen Rundfunk.

Entwicklung in der Bundesrepublik

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Ausstellungsraum im Museum Nortorf

TELDEC blieb jahrzehntelang als unabhĂ€ngiger Plattenkonzern bestehen. 1983 zogen sich die Mutterkonzerne Telefunken und Decca-GB aus der Teldec zurĂŒck. Seit 1987 gehörte die Firma zum Medienimperium des Time-Warner-Konzerns, der die Markennamen Teldec und Telefunken vereinzelt noch immer fĂŒr CD-Produktionen verwendete. 1990 wurde die Teldec in den Katalog von East West Records eingegliedert, die zu diesem Zeitpunkt von Time-Warner ĂŒbernommen wurden. Das Werk fĂŒr die Herstellung von CDs und Musikkassetten in Nortorf in Schleswig-Holstein sollte von Time Warner 1997 geschlossen werden. Im Rahmen eines Management-Buy-outs fĂŒhrten die bis dahin tĂ€tigen Betriebsleiter das CD-Werk unter der Firmierung OK Media[4] weiter. Seit 2001 wurden dort DVDs gefertigt sowie seit 2005 Speicherkarten beschrieben, bis das Unternehmen Anfang 2009 fĂŒr den Standort in Nortorf Insolvenz anmeldete[5] und lediglich die Verwaltung und spĂ€ter auch wieder die Logistik am ursprĂŒnglichen Standort verblieben. Zwischenzeitlich sind diese Bereiche nach Hohenwestedt gezogen.[6][7] Am ursprĂŒnglichen Standort steht jetzt ein Einkaufszentrum,[8] und lediglich das ehemalige VerwaltungsgebĂ€ude mit der berĂŒhmten Schallplattenuhr erinnert an die ehemalige Nutzung.

2001 fusionierten die zwei Konzerne AOL und Time Warner. Zum Jahresende 2001 wurde das Label TELDEC vom neu entstandenen Mutterkonzern AOL Time Warner fĂŒr Neuproduktionen geschlossen. Die zunehmend schwierigere wirtschaftliche Lage der Plattenfirmen durch sinkende UmsĂ€tze, das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und verschiedene Sparmaßnahmen des Mutterkonzerns waren vermutlich ausschlaggebende Faktoren fĂŒr diese Entwicklung. Zahlreiche KĂŒnstlervertrĂ€ge wurden aufgelöst. Einige wenige Musiker konnten unter dem Label Warner Music weiterhin Musikproduktionen veröffentlichen. Ältere Aufnahmen aus dem E-Musik-Bereich werden bis heute von Warner Music unter den Labels Teldec und Das Alte Werk vermarktet. Das Teldec-Tonstudio in Berlin wurde in Teldex umbenannt[9] und fĂŒhrt seine GeschĂ€fte seit 2002 als eigenstĂ€ndiges Tonstudio weiter.

Der TELDEC-Vertrieb 1950–1988

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Teldec war besonders in den 1960er-Jahren und in der ersten HĂ€lfte der 1970er-Jahre entscheidend daran beteiligt, vor allem amerikanische KĂŒnstler in Deutschland zu etablieren. Als Vertrieb der US-amerikanischen Plattenlabels RCA und Warner Bros. sowie der britischen Labels Decca und London Records nahm TELDEC in Deutschland eine fĂŒhrende Rolle sowohl als Vertrieb als auch als Hersteller von Schallplatten ein. Im eigenen Presswerk in Nortorf wurden sĂ€mtliche TontrĂ€ger, die TELDEC bis 1988 vertrieb, auch hergestellt.[10]

Telefunken (1950–1988)

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Das deutsche Traditionslabel konnte 1950 mit Lys Assia und Vico Torriani die zwei ersten Schlagerstars in das neu gegrĂŒndete Unternehmen einbringen. In den folgenden 20 Jahren waren jedoch vor allem VolksmusikkĂŒnstler wie Maria Hellwig, Ernst Mosch oder Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer stete Umsatzbringer. Mit Renate Holm, Ronny und Manuela konnte die Telefunken ĂŒber die Jahre immer wieder mit Erfolgen deutschsprachiger KĂŒnstler punkten. Ab 1971 veröffentlichte Peter Maffay seine Schallplatten bei Telefunken.

Weitere Musiker waren u. a. Gitta Lind, Erich Kleiber, Max Rostal, BĂ©la Sanders, Sylvia Dahl, Evelyn KĂŒnneke, Nicolaus Harnoncourt, Ulrich Roski, Truck Stop, JĂŒrgen Marcus, UKW und Frank Duval.

Capitol Records (1950–1956)

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Telefunken vertrieb das noch junge US-Label bereits seit Ende 1948 in Deutschland. Mit der GrĂŒndung der TELDEC ging Capitol Records in deren Vertrieb ĂŒber. DarĂŒber hinaus konnte man sich die Label-Lizenz fĂŒr die AbsatzmĂ€rkte Österreich, Schweiz, Skandinavien, Holland und Frankreich sichern. ZusĂ€tzlich war es möglich auf das Capitol-Repertoire der Decca, die das Label in Großbritannien vertrieb, zugreifen. Die TELDEC veröffentlichte somit eine ganze Reihe Musiker aus den Genres Jazz, Blues und Country erstmals in Europa. Neben dem ganz frĂŒhen Miles Davis befanden sich Musiker wie Benny Goodman, Stan Kenton und Nat King Cole, aber auch Leadbelly, Peggy Lee, Johnny Mercer, Mel TormĂ© und auch Frank Sinatra sowie das Ehepaar Les Paul und Mary Ford im Portfolio von Capitol. 1956 kaufte die britische EMI Capitol Records, wodurch der Vertriebsvertrag mit TELDEC beendet und in Deutschland ab 1957 von der Carl Lindström GmbH und deren Label Electrola ĂŒbernommen wurde.

Decca (1951–1980)

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Der englische Teil des Joint Ventures mit Telefunken konnte zunĂ€chst vor allem mit KĂŒnstlern aus dem Bereich Klassik punkten. Neben Mantovani muss man hier Wilhelm Backhaus, Georg Solti, Karl Böhm und Friedrich Gulda erwĂ€hnen. Aus dem Unterhaltungsbereich brachte das Label Vera Lynn und spĂ€ter auch Tom Jones und Lulu ĂŒber den Kanal nach Deutschland. Deutsche Musiker, die unter dem Decca-Label veröffentlichten, waren neben Hans Albers und Will GlahĂ© vor allem Caterina Valente, Hildegard Knef, die Les Humphries Singers und Drafi Deutscher.

In den 1960ern waren es aber vor allem die Rolling Stones, die der TELDEC bis 1970, als die Band das Label verließ, in Deutschland gute UmsĂ€tze bescherten. Zudem durfte TELDEC deren Decca-Repertoire noch bis in die 1980er Jahre hinein weiter vermarkten und so z. B. Lizenzen an das staatliche DDR-Label Amiga vergeben. Dazu kamen ab Mitte der 1960er-Jahre Rockbands wie The Small Faces, The Moody Blues, The Alan Price Set, The Animals, John Mayall, Ten Years After und auch The Zombies. Außerdem begann 1971 eine zehnjĂ€hrige Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg.

Decca wurde im Januar 1980 an PolyGram verkauft, womit das Joint Venture mit Telefunken beendet wurde. Trotzdem durfte TELDEC aufgrund einer Sonderregelung das Repertoire noch eine Zeit lang weiter auswerten.

London Records (1951–1980)

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London Records kam als Sublabel der Decca in den Vertrieb der TELDEC. Das Label wurde ursprĂŒnglich als US-Zweig der britischen Firma gegrĂŒndet, um in Amerika ihr Programm zu veröffentlichen. Gleichzeitig verpflichtete das Label aber auch US-Musiker, die somit erstmals in Europa einen Absatzmarkt fanden. Hier taten sich die Labelmacher mit Blues und Jazz hervor, brachten aber auch den Rock'n'Roll nach Europa. Mit Bill Haley, Jerry Lee Lewis, Chuck Berry und Little Richard wurden in Deutschland zunĂ€chst aber nur geringe UmsĂ€tze erzielt. In den 1960er-Jahren waren es neben Billy Vaughn vor allem die verschiedenen Phil-Spector-Produktionen (The Ronettes, The Crystals) und Roy Orbison, die das Label auch in Deutschland zum Erfolg fĂŒhrten.

In den 1970er-Jahren verlor das Label jedoch stark an Bedeutung und wurde 1980 gemeinsam mit der Mutterfirma an die PolyGram verkauft. Weitere Musiker waren u. a. Ma Rainey, Ida Cox, Blind Lemon Jefferson, Louis Armstrong, Fats Waller, Floyd Cramer, Carl Perkins, Pat Boone, Fats Domino, Ray Charles, Ike & Tina Turner, Herb Alpert und Al Green.

Deram (1967–1980)

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Das Decca-Sublabel fĂŒr progressive Rockmusik fĂŒgte dem Repertoire der TELDEC eine ganze Reihe neuer und populĂ€rer Musiker hinzu. Mit Procol Harums DebĂŒtalbum, dem frĂŒhen Material von Cat Stevens, den Moody Blues, Amen Corner, The Move, Keef Hartley oder East Of Eden konnte man erfolgreich eine ganz neue KĂ€uferschicht ansprechen.

RCA Victor (1956–1977)

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Mit RCA konnten die Hamburger ein bereits damals traditionsreiches US-Label in ihr Portfolio aufnehmen. RCA war bis dahin am Markt in Europa kaum vertreten. Man grĂŒndete die TELDEC-RCA-Group, die neben Deutschland auch fĂŒr die AbsatzmĂ€rkte Österreich, Schweiz, Schweden, Norwegen, Finnland, Holland, Belgien und Luxemburg verantwortlich war. TELDEC versorgte all diese MĂ€rkte und veröffentlichte die Schallplatten zunĂ€chst unter dem Labelnamen RCA, ab 1963 unter RCA Victor.

Mit RCA kam auch Elvis Presley nach Deutschland. Auch wenn die TELDEC-Verantwortlichen mit seiner Musik zunÀchst wenig anfangen konnten, wurde er neben den Rolling Stones zum umsatzstÀrksten Musiker des Unternehmens. Doch RCA konnte den deutschen Musikmarkt auch mit einem breiten Spektrum an Klassikaufnahmen bereichern. Musiker wie Arturo Toscanini, Jascha Heifetz, Artur Rubinstein und Leopold Stokowski ergÀnzten das schon recht gute Klassikprogramm der TELDEC. Das Repertoire an Country-Musik fand in Deutschland zunÀchst kaum Beachtung. Erst in den 1960er-Jahren konnte die TELDEC Musiker wie Waylon Jennings, Willie Nelson, Don Gibson, Hank Snow oder Jim Reeves etablieren, wÀhrend sich Popmusiker wie Paul Anka, Neil Sedaka, Duane Eddy, Rita Pavone oder Peggy March bereits in den deutschen Hitparaden festgesetzt hatten.

In dem immer populĂ€rer werdenden Bereich der Rockmusik trat RCA schließlich mit Bands und Musikern wie Jefferson Airplane, The Youngbloods, Lou Reed, David Bowie oder The Sweet erfolgreich auf. Weitere Verkaufserfolge erzielte man mit JosĂ© Feliciano, John Denver, George McCrae oder der dĂ€nischen SĂ€ngerin Gitte.

1977 wurde die RCA Schallplatten GmbH mit Sitz in Hamburg gegrĂŒndet und TELDEC verlor den Vertrieb des Labels, konnte die RCA-Produkte zunĂ€chst jedoch weiter in Nortorf fertigen.

Warner Bros. Records (1960–1971)

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Außer den Everly Brothers hatte das zwei Jahre zuvor gegrĂŒndete US-Label 1960 noch nicht viel an erfolgreichem Material zu bieten. Mit Musikern wie Bill Haley, Bob Luman, Connie Stevens, John Buck And His Blazers, Peter, Paul & Mary, Buddy Cole oder auch Van Morrison konnte man in Deutschland nur beschrĂ€nkt Fuß fassen.

1963 kaufte Warner Bros. das von Frank Sinatra 1960 gegrĂŒndete Label Reprise Records, was TELDEC nicht nur den amerikanischen SĂ€nger zurĂŒck ins Repertoire brachte, sondern auch mit Musikern wie Dean Martin, Sammy Davis, Jr., Trini Lopez, Nancy Sinatra, Lee Hazlewood und spĂ€ter auch Neil Young, Frank Zappas Mothers of Invention oder, aus England, Family gute UmsĂ€tze in Deutschland bescherte.

Als Warner Bros. 1967 das Label Atlantic Records ĂŒbernahm, blieb der bestehende Vertriebsvertrag mit der Metronome fĂŒr Deutschland zwar bestehen, die Fertigung wurde jedoch fortan von TELDEC ĂŒbernommen.

1971 verlor TELDEC den Vertriebsvertrag mit Warner Bros., die TontrÀger wurden jedoch bis in die zweite HÀlfte der 1970er-Jahre weiterhin bei TELDEC in Nortorf gefertigt.

MCA Records (1965–1969 / 1970–1976)

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1962 hatte die amerikanische Firma MCA den US-Zweig der britischen Decca ĂŒbernommen und dessen Repertoire in Europa unter dem Namen Coral Records vertrieben. Mit diesem Label kamen nun auch Musiker wie Xavier Cougat oder Rick Nelson in die deutschen PlattenlĂ€den. Über das Label UNI konnte Neil Diamond in Deutschland seine Musik anbieten und ĂŒber MCA selbst hatten sich Bands wie Wishbone Ash oder auch Matthews’ Southern Comfort in Deutschland einen Markt erobern können.

MCA Records hatte durch seine Konzernverflechtung mit Universal Pictures aber auch eine große Auswahl an Filmsoundtracks im Programm. In den 70er-Jahren muss man neben American Graffiti, Der Clou und Der weiße Hai hier vor allem die Ă€ußerst populĂ€ren Doppelalben zum Musical Jesus Christ Superstar, sowohl der regulĂ€ren Veröffentlichung 1970 als auch dessen Verfilmung drei Jahre spĂ€ter, hervorheben.

MCA Records verließ zum Ende des Jahres 1969 den TELDEC-Vertrieb, um ihre Produkte fortan durch die Firma Miller International in Deutschland vertreiben zu lassen. Doch das Billiglabel konnte die Erwartungen der Amerikaner nicht erfĂŒllen und bereits am 1. Oktober 1970 hatte die TELDEC MCA erneut unter ihrem Dach. Ab Januar 1977 ĂŒbernahm den MCA-Vertrieb schließlich die Hamburger Metronome.

Weitere Labels im TELDEC-Vertrieb

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Den Verlust der großen Labels wie RCA und MCA in der zweiten HĂ€lfte der 1970er-Jahre versuchte man bei TELDEC durch VertrĂ€ge mit kleinen, z. T. unabhĂ€ngigen Labels zu kompensieren. So sicherte man sich z. B. die Vertriebsrechte des Ahorn-Labels von Achim Reichel (Novalis, Stefan Waggershausen), veröffentlichte auf Pool DDR-Bands wie die Puhdys, City oder Karat und prĂ€sentierte dem deutschen SchallplattenkĂ€ufer ĂŒber das britische Stiff-Label recht erfolgreich Musiker wie Elvis Costello oder Ian Dury. DarĂŒber hinaus schloss man VertrĂ€ge mit den französischen Labels Vogue und Aquarius (Patrick Hernandez).

Weitere Labels waren u. a. Storyville, CNR, Creole Records (Peter Green), Pinnacle (Nick Straker), Rialto, Yep, Gryphon, Beserkley Records, H&L, Jupiter von Ralph Siegel, Ariston, Attic, Magnet (Chris Rea), Buddah, Uwe Tessnows Line Records, Repertoire und Zomba.

Dies alles brachte der TELDEC jedoch die frĂŒheren Erfolge nicht zurĂŒck. Allein mit dem österreichischen Label GIG, das die TontrĂ€ger von Falco veröffentlichte, stellte sich der Erfolg noch einmal kurzfristig ein.

Nach dem Ausstieg der Decca firmierte TELDEC ab 1980 auch als Label. Die TELDEC nahm SĂ€ngerinnen wie StĂ©phanie von Monaco, Sabrina, Brigitte Nielsen, La Toya Jackson oder auch Samantha Fox unter Vertrag, wĂ€hrend das frĂŒhere Repertoire von Ernst Mosch, Heino oder Gotthilf Fischer nun gewinnbringend auf CD wiederveröffentlicht werden konnte.

Nach der Übernahme von TELDEC durch die WEA 1988 ging das Repertoire der TELDEC 1990 in dem eigens dafĂŒr reaktivierten Warner-Label EastWest Records auf. Auch einige VertriebsvertrĂ€ge wurden von der WEA ĂŒbernommen (z. B. Magnet Records, GIG).

  • RĂŒdiger Bloemeke: Die TELDEC-Story. Wie eine Plattenfirma unser Leben verĂ€nderte. 3. Auflage. Voodoo, St. Dionys 2018, ISBN 978-3-00-067260-6.
  • RĂŒdiger Bloemeke: Capitol Records : Wie Amerikas Musik Europa eroberte. 1. Auflage. Voodoo, St. Dionys 2022, ISBN 978-3-00-071795-6.
  • Ludwig Hartmann: Geschichte der historischen AuffĂŒhrungspraxis in GrundzĂŒgen. Teil I: Von den AnfĂ€ngen bis Harnoncourt. Pro Musica Antiqua, Regensburg 1988.
  • Franz Schorn: Alte Schallplatten-Marken in Deutschland. Noetzel, Wilhelmshaven 1988, ISBN 3-7959-0551-6.
  • Hansfried Sieben: Herbert Grenzebach: Ein Leben fĂŒr die Telefunken-Schallplatte. Sieben, DĂŒsseldorf 1991.
  • Erdmann Thiele (Hrsg.): Telefunken nach 100 Jahren. Nicolai, Berlin 2003, ISBN 3-87584-961-2.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Ventus. Das Magazin fĂŒr die Generation50plus. Kiel Dezember 2015.
  2. ↑ Die TELDEC in Nortorf. (PDF) Förderverein Museum Nortorf, abgerufen am 29. Dezember 2015.
  3. ↑ Schallplattenbar – Klingende Post
  4. ↑ Wo wir herkommen | OK Media. In: www.okmedia.de. Abgerufen am 25. November 2016.
  5. ↑ Meldung zur Insolvenz der OK Media Disc Service GmbH & Co KG (Memento vom 11. September 2012 im Webarchiv archive.today), Der Prignitzer, 16. MĂ€rz 2009, abgerufen am 15. November 2015.
  6. ↑ Christian Robohm: Logistiksparte verlĂ€sst Nortorf | shz.de. In: shz. (shz.de [abgerufen am 25. November 2016]).
  7. ↑ Hans-JĂŒrgen KĂŒhl: Ok-Media-Umzug fast vollendet | shz.de. In: shz. (shz.de [abgerufen am 25. November 2016]).
  8. ↑ Christian Robohm: Stadtverordnetenversammlung: Nortorf verĂ€ndert das Einkaufen | shz.de. In: shz. (shz.de [abgerufen am 25. November 2016]).
  9. ↑ Teldex Studio
  10. ↑ SĂ€mtliche Informationen in Abschnitt „Vertrieb“ wurden aus dem Buch Die TELDEC-Story. Wie eine Plattenfirma unser Leben verĂ€nderte (von RĂŒdiger Bloemeke, Voodoo Verlag 2018, ISBN 978-3-00-059698-8) zusammengetragen.