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Großer Preis von Brasilien 1994

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Großer Preis von Brasilien 1994
Renndaten
1. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994
Streckenprofil
Name: XXIII. Grande Prêmio do Brasil
Datum: 27. März 1994
Ort: São Paulo
Kurs: Autódromo José Carlos Pace
Länge: 307,075 km in 71 Runden à 4,325 km
Wetter: sonnig
Zuschauer: ~ 90.000
Pole-Position
Fahrer: Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich Williams-Renault
Zeit: 1:15,962 min
Schnellste Runde
Fahrer: Deutschland Michael Schumacher Vereinigtes Konigreich Benetton-Ford
Zeit: 1:18,962 min (Runde 7)
Podium
Erster: Deutschland Michael Schumacher Vereinigtes Konigreich Benetton-Ford
Zweiter: Vereinigtes Konigreich Damon Hill Vereinigtes Konigreich Williams-Renault
Dritter: Frankreich Jean Alesi Italien Ferrari

Der Große Preis von Brasilien 1994 (offiziell XXIII. Grande Prêmio do Brasil) fand am 27. März auf dem Autódromo José Carlos Pace in São Paulo statt und war das erste Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994.

Beim ersten Rennen der Saison 1994 feierten fünf Fahrer ihr Debüt in der Formel-1-Weltmeisterschaft: Heinz-Harald Frentzen, Olivier Panis, Jos Verstappen, Olivier Beretta und Roland Ratzenberger. Zudem gab es zwei neue Teams: Simtek, welches bereits 1992 als Konstrukteur des Andrea Moda S921 in der Formel 1 engagiert war, und das in kleineren Formeln erfolgreiche Pacific Racing.

Ayrton Senna wechselte nach erfolgreichen sechs Jahren von McLaren zu Williams und ersetzte dort den zurückgetretenen Weltmeister Alain Prost. Der Sitz neben Mika Häkkinen wurde bei McLaren von Martin Brundle, welche von Ligier kam, besetzt. Verstappen wurde bei Benetton neuer Teamkollege von Michael Schumacher. Ursprünglich sollte JJ Lehto das Cockpit neben Schumacher bekommen, allerdings verletzte dieser vor der Saison bei Testfahrten so schwer, das er den Großteil der Saison verpassen sollte.

Mit Senna (zweimal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.

Das erste freie Training entschied mit einer Zeit von 1:16,201 Minuten Senna für sich. Zweiter wurde Schumacher, Dritter Christian Fittipaldi.[1]

Im zweiten freien Training war wieder Senna mit 1:16,082 Minuten Schnellster vor Schumacher und Damon Hill.[2]

In seinem ersten Rennen für Williams holte Senna mit 0,3 Sekunden Vorsprung auf Schumachers Benetton die Pole-Position. Alesi wurde mit mehr als einer Sekunde hinter Schumacher in seinem Ferrari Dritter, während Hill im anderen Williams auf dem vierten Platz lag. Frentzen beeindruckte mit dem fünften Platz in seinem Sauber, während Gianni Morbidelli – nach seiner Teilnahme an der italienischen Superturismo-Meisterschaft 1993 zurück in der Formel 1 – mit seinem Footwork den sechsten Platz belegte. Die Top Ten vervollständigten Karl Wendlinger im zweiten Sauber, Häkkinen im McLaren, Verstappen im zweiten Benetton und Ukyō Katayama im Tyrrell. Ratzenberger und Paul Belmondo scheiterten an der Qualifikation.[3]

Zu Beginn führte Senna von der Pole-Position aus das Rennen an, während Jean Alesi Schumacher überholte. Schumacher erlangte in der zweiten Runde den zweiten Platz zurück und begann, Senna zu attackieren, der in den ersten Runden vier Sekunden Vorsprung herausgefahren hatte. Vor den Boxenstopps hatte Schumacher den Rückstand auf etwas mehr als eine Sekunde verkürzt. In Runde 21 fuhren die beiden Führenden gemeinsam in die Boxengasse ein. Obwohl beide Teams die gleiche Strategie verfolgten, war Schumachers Stopp schneller als der von Senna, und so übernahm er die Führung.

In Runde 35 kam es zu einer Massenkarambolage mit vier Autos, als Eddie Irvine und Verstappen den Ligier von Éric Bernard überrundeten. Alle drei näherten sich dem von Motorproblemen geplagten McLaren von Brundle. Um Bernard zu überrunden, scherte Irvine nach links aus und zwang Verstappen, der auf dieser Seite seinerseits ein Überholversuch unternahm weiter nach links auszuweichen. Die linken Räder von Verstappen gerieten auf das Gras neben der Strecke. Er verlor daraufhin die Kontrolle über sein Auto und überschlug sich über den McLaren von Brundle, während Bernard nach rechts auswich. Brundle wurde am Helm mit dem linken hinteren Reifen von dem in die Luft katapultierten Benetton getroffen. Wie durch ein Wunder erlitt Brundle keine ernsthaften Verletzungen und konnte selbstständig aussteigen. Irvine wurde für diesen Vorfall von der FIA mit einem Rennverbot von einem Rennen sanktioniert, das nach dem Scheitern der Berufung von Jordan auf drei Rennen erhöht wurde. Gegen Irvine wurde zu dieser Zeit bereits wegen eines Zwischenfalls mit Senna in Suzuka im Jahr zuvor ermittelt.

Schumacher vergrößerte seinen Vorsprung zwei Runden nach dem Boxenstopp auf zehn Sekunden, danach begann Senna die Lücke wieder zu schließen. In Runde 55 hatten beide Fahrer den auf Rang drei liegenden Hill überrundet, und der Rückstand verringerte sich auf fünf Sekunden. In Runde 55 verlor Senna allerdings die Kontrolle über seinen Williams und schied aus. Obwohl Senna das Rennen vorzeitig beendete, landete er offiziell auf dem 13. Platz, da er als letzter Fahrer ausschied und mehr Runden absolviert hatte als die anderen Fahrer, die zuvor ausgeschieden waren.[4]

Schumacher gewann mit einer Runde Vorsprung vor dem zweitplatzierten Hill. Alesi wurde Dritter vor Rubens Barrichello, Katayama und Wendlinger. Für Katayama waren es die ersten Punkte in der Formel 1.[5]

In der Fahrerwertung entsprach das Rennergebnis dem dortigen Stand. In der Konstrukteurswertung führte Benetton vor Williams und Ferrari.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Rothmans Williams Renault 0  Damon Hill Williams FW16 Renault 3.5 V10 G
2  Ayrton Senna
 Tyrrell Racing Organisation 3  Ukyō Katayama Tyrrell 022 Yamaha 3.5 V10 G
4  Mark Blundell
 Mild Seven Benetton Ford 5  Michael Schumacher Benetton B194 Ford Zetec-R 3.5 V8 G
6  Jos Verstappen
 Marlboro McLaren Peugeot 7  Mika Häkkinen McLaren MP4/9 Peugeot 3.5 V10 G
8  Martin Brundle
 Footwork Ford 9  Christian Fittipaldi Footwork FA15 Ford HB 3.5 V8 G
10  Gianni Morbidelli
 Team Lotus 11  Pedro Lamy Lotus 107C Mugen-Honda 3.5 V10 G
12  Johnny Herbert
 Sasol Jordan 14  Rubens Barrichello Jordan 194 Hart 3.5 V10 G
15  Eddie Irvine
 Tourtel Larrousse F1 19  Olivier Beretta Larrousse LH94 Ford HB 3.5 V8 G
20  Érik Comas
 Minardi Scuderia Italia 23  Pierluigi Martini Minardi M193B Ford HB 3.5 V8 G
24  Michele Alboreto
 Ligier Gitanes Blondes 25  Éric Bernard Ligier JS39B Renault 3.5 V10 G
26  Olivier Panis
 Scuderia Ferrari 27  Jean Alesi Ferrari 412T1 Ferrari 3.5 V12 G
28  Gerhard Berger
 Broker Sauber Mercedes 29  Karl Wendlinger Sauber C13 Mercedes-Benz 3.5 V10 G
30  Heinz-Harald Frentzen
 MTV Simtek Ford 31  David Brabham Simtek S941 Ford HB 3.5 V8 G
32  Roland Ratzenberger
 Pacific Grand Prix Ltd 33  Paul Belmondo Pacific PR01 Ilmor 3.5 V10 G
34  Bertrand Gachot
Pos.FahrerKonstrukteurQ1Q2 Start
1  Ayrton Senna  Williams-Renault 1:16,386 1:15,962 1
2  Michael Schumacher  Benetton-Ford 1:16,575 1:16,290 2
3  Jean Alesi  Ferrari 1:17,772 1:17,385 3
4  Damon Hill  Williams-Renault 1:18,270 1:17,554 4
5  Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Mercedes 1:18,144 1:17,806 5
6  Gianni Morbidelli  Footwork-Ford 1:18,970 1:17,866 6
7  Karl Wendlinger  Sauber-Mercedes 1:17,982 1:17,927 7
8  Mika Häkkinen  McLaren-Peugeot 1:18,122 1:19,576 8
9  Jos Verstappen  Benetton-Ford 1:18,787 1:18,183 9
10  Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 1:19,519 1:18,194 10
11  Christian Fittipaldi  Footwork-Ford 1:18,730 1:18,204 11
12  Mark Blundell  Tyrrell-Yamaha 1:19,045 1:18,246 12
13  Érik Comas  Larrousse-Ford 1:18,990 1:18,321 13
14  Rubens Barrichello  Jordan-Hart 1:18,759 1:18,414 14
15  Pierluigi Martini  Minardi-Ford 1:18,659 keine Zeit 15
16  Eddie Irvine  Jordan-Hart 1:19,269 1:18,751 16
17  Gerhard Berger  Ferrari 1:18,931 1:18,855 17
18  Martin Brundle  McLaren-Peugeot 1:18,864 1:18,601 18
19  Olivier Panis  Ligier-Renault 1:19,304 1:19,533 19
20  Éric Bernard  Ligier-Renault 1:19,396 1:19,633 20
21  Johnny Herbert  Lotus-Mugen-Honda 1:19,798 1:19,483 21
22  Michele Alboreto  Minardi-Ford 1:19,517 keine Zeit 22
23  Olivier Beretta  Larrousse-Ford 1:19,922 1:19,524 23
24  Pedro Lamy  Lotus-Mugen-Honda 1:21,029 1:19,975 24
25  Bertrand Gachot  Pacific-Ilmor 1:22,495 1:20,729 25
26  David Brabham  Simtek-Ford 1:22,266 1:21,186 26
DNQ  Roland Ratzenberger[# 1]  Simtek-Ford 1:22,707 1:23,109 –
DNQ  Paul Belmondo[# 1]  Pacific-Ilmor keine Zeit keine Zeit –

Anmerkungen

  1. 1 2 Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Ratzenberger und Belmondo an der Qualifikation.
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start Schnellste Runde
1  Michael Schumacher  Benetton-Ford 71 1:35:38,759 2 1:18,455 (7.)
2  Damon Hill  Williams-Renault 70 + 1 Runde 4 1:18,764 (21.)
3  Jean Alesi  Ferrari 70 + 1 Runde 3 1:20,452 (12.)
4  Rubens Barrichello  Jordan-Hart 70 + 1 Runde 14 1:20,809 (56.)
5  Ukyō Katayama  Tyrrell-Yamaha 69 + 2 Runden 10 1:20,842 (34.)
6  Karl Wendlinger  Sauber-Mercedes 69 + 2 Runden 7 1:20,987 (8.)
7  Johnny Herbert  Lotus-Mugen-Honda 69 + 2 Runden 21 1:22,007 (40.)
8  Pierluigi Martini  Minardi-Ford 69 + 2 Runden 15 1:21,872 (13.)
9  Érik Comas  Larrousse-Ford 68 + 3 Runden 13 1:21,756 (30.)
10  Pedro Lamy  Lotus-Mugen-Honda 68 + 3 Runden 17 1:23,234 (11.)
11  Olivier Panis  Ligier-Renault 68 + 3 Runden 19 1:22,744 (38.)
12  David Brabham  Simtek-Ford 67 + 4 Runden 26 1:23,911 (29.)
13  Ayrton Senna  Williams-Renault 55 DNF 1 1:18,764 (11.)
–  Martin Brundle  McLaren-Peugeot 34 DNF 18 1:20,717 (17.)
–  Eddie Irvine  Jordan-Hart 34 DNF 16 1:21,696 (8.)
–  Jos Verstappen  Benetton-Ford 34 DNF 9 1:20,896 (8.)
–  Éric Bernard  Ligier-Renault 33 DNF 20 1:23,459 (13.)
–  Mark Blundell  Tyrrell-Yamaha 21 DNF 12 1:21,039 (19.)
–  Christian Fittipaldi  Footwork-Ford 21 DNF 11 1:21,582 (8.)
–  Heinz-Harald Frentzen  Sauber-Mercedes 15 DNF 6 1:20,907 (12.)
–  Mika Häkkinen  McLaren-Peugeot 13 DNF 5 1:26,663 (6.)
–  Michele Alboreto  Minardi-Ford 7 DNF 22 1:22,488 (5.)
–  Gianni Morbidelli  Footwork-Ford 5 DNF 6 1:21,570 (3.)
–  Gerhard Berger  Ferrari 5 DNF 17 1:22,021 (4.)
–  Olivier Beretta  Larrousse-Ford 2 DNF 23 1:38,618 (1.)
–  Bertrand Gachot  Pacific-Ilmor 1 DNF 25 1:39,561 (1.)

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Michael Schumacher Benetton-Ford 10
2  Damon Hill Williams-Renault 6
3  Jean Alesi Ferrari 4
4  Rubens Barrichello Jordan-Hart 3
5  Ukyō Katayama Tyrrell-Yamaha 2
6  Karl Wendlinger Sauber-Mercedes 1
7  Johnny Herbert Lotus-Mugen-Honda 0
8  Pierluigi Martini Minardi-Ford 0
9  Érik Comas Larrousse-Ford 0
10  Pedro Lamy Lotus-Mugen-Honda 0
11  Olivier Panis Ligier-Renault 0
12  David Brabham Simtek-Ford 0
13  Ayrton Senna Williams-Renault 0
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
–  Martin Brundle McLaren-Peugeot 0
–  Eddie Irvine Jordan-Hart 0
–  Jos Verstappen Benetton-Ford 0
–  Éric Bernard Ligier-Renault 0
–  Mark Blundell Tyrrell-Yamaha 0
–  Christian Fittipaldi Footwork-Ford 0
–  Heinz-Harald Frentzen Sauber-Mercedes 0
–  Mika Häkkinen McLaren-Peugeot 0
–  Michele Alboreto Minardi-Ford 0
–  Gianni Morbidelli Footwork-Ford 0
–  Gerhard Berger Ferrari 0
–  Olivier Beretta Larrousse-Ford 0
–  Bertrand Gachot Pacific-Ilmor 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Benetton-Ford 10
2  Williams-Renault 6
3  Ferrari 4
4  Jordan-Hart 3
5  Tyrrell-Yamaha 2
6  Sauber 1
7  Lotus-Mugen-Honda 0
Pos. Konstrukteur Punkte
8  Minardi-Ford 0
9  Larrousse-Ford 0
10  Ligier-Renault 0
11  Simtek-Ford 0
–  McLaren-Peugeot 0
–  Footwork-Ford 0
–  Pacific-Ilmor 0

Einzelnachweise

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  1. ↑ Results. Abgerufen am 9. Januar 2024 (englisch).
  2. ↑ Results. Abgerufen am 9. Januar 2024 (englisch).
  3. ↑ Großer Preis von Brasilien 1994 - Startaufstellung - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 9. Januar 2024.
  4. ↑ 1994 Brazilian Grand Prix - RACE RESULT. Formula 1, abgerufen am 9. September 2026 (englisch).
  5. ↑ Großer Preis von Brasilien 1994 - Klassifikation - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 9. Januar 2024.